"SOHN GOTTES, du hast nicht gesündigt, aber du hast dich sehr geirrt."
 

Illusionen

Zuerst geht es um beliebte Irrtümer des „spirituellen“ Egos. Unter „spirituellen“ Ego ist der Glaube zu verstehen, „spirituell“ und damit irgendwie anders oder besser zu sein. Das Ego ist eine Illusion und die wahre Natur eines jeden Menschen ist reiner, göttlicher Geist. Es gibt daher Niemanden der „spirituell“ sein könnte.


Inhaltsverzeichnis

Im Folgenden noch zwei Artikel zum Thema Geld,
weil unser Geldsystem ein so wunderbares Symbol
für das Denksystem des Egos ist.

Coronavirus

Die Welt kommt einen Moment zur Ruhe und Stille kehrt ein. Das Ego hat damit keine rechte Freude und produziert eine Menge Angriffsgedanken. Die Jahreszahl 2020 ist ein wunderbares Symbol. Die Zahl 2 symbolisiert die Dualität des Egos und die Zahl 0 symbolisiert die Einheit Gottes. Zwischen diesen beiden Polen gilt es sich zu entscheiden, auch wenn ein Pol nur eine Illusion ist.

„Willst du die Freiheit des Körpers oder die des GEISTES?
Denn beides kannst du nicht haben.
Welche ist für dich von Wert?
Welche ist dein Ziel?“
(EKIW: Kapitel 22, VI. 1. 1-4)

Gangaji Live Open Meeting, March 22, 2020

Nach einiger Zeit der Krise, wird der Ruf nach baldiger Rückkehr zur Normalität wieder laut. Doch unsere "Normalität" ist der totale Wahnsinn. Warum sollten wir wieder zurückkehren wollen? Die Krise ist nicht dazu da, um möglichst schnell überwunden zu werden und dann weiterzumachen wie bisher, sondern als Lerneinrichtung. Wenn wir eine Krise nicht zur Veränderung nutzen, so beschwören wir nur die nächste Krise herauf, als Folge unseres sturen Festhaltens, an unserem alten, Leid bringendem Weg. Wobei es nicht darum geht, dass die Welt da draußen etwas lernen müsste – es geht einzig und allein um unser eigenes Lernen – es gibt keine Welt außerhalb unseres eigenen Geistes.

Wir bekommen jetzt eine Art Heilungsangebot. Jetzt zurückzutreten und still zu werden, ist eine Chance und keine Einschränkung. Diese Art Zwangsquarantäne kann man auch als eine Art Zwangsmedikation verstehen – als sanften "Zwang" zur Meditation - zur Innenschau.

Wir haben uns nur noch um die Welt gekümmert und GOTT komplett vergessen und daher sind wir von den Erscheinungen in der Welt so extrem betroffen – weil wir nichts anderes haben - das uns Halt gibt. Wir haben auch unseren Kindern nur von der Welt erzählt und nicht von GOTT. Das Wichtigste im Leben eines Menschen ist die Erlösung aus der Illusion der Trennung - doch darüber sprechen wir kaum. Wir erzählen unseren Kindern davon weder in der Grundschule noch auf der Universität. Auf der Universität lernen wir ihnen beispielsweise wie sie nach den modernsten Erkenntnissen der Psychologie und Gehirnforschung manipulieren können - wir nennen dies Neuromarketing. Aber von jenem Freund, der immer für sie da ist, haben wir ihnen nichts erzählt. Nun haben wir Zeit und Abstand, um uns und unsere Kinder wieder daran zu erinnern.

Die Krise beginnt mit einer Phase des Abstandhaltens. Es geht darum zu lernen, sich nicht an besonderen Beziehungen festzuhalten, sondern nach innen zu gehen und in Kontakt mit GOTT zu kommen.

Wir haben uns eine äußerst komplexe Welt geschaffen, um uns von der einfachen WAHRHEIT abzulenken – viele Kontakte, viele „Freunde“, viel mentales Geplapper und Chats, viele News, viele Dinge, viel Arbeit, viel Geld, viel essen und trinken, viel Unterhaltung, viel Spass. Jetzt stehen wir ganz am Beginn der Umkehr, von der Hinwendung an die Welt da draußen, nach innen – zur stillen Einfachheit der WAHRHEIT.

Der Kurs unterscheidet ganz klar zwischen besonderen Beziehungen und heiligen Beziehungen. Die besonderen Beziehungen sind immer von Schuld und Opfer geprägt. Im Fokus steht, was ein anderer getan, oder nicht getan hat und es geht immer um Körper. Mit einem Körper zusammensein ist noch nicht Kommunikation im Sinne GOTTES. Das Ego sucht Sicherheit, Liebe und Anerkennung in besonderen Beziehungen, erfährt aber am Ende immer Enttäuschungen. Es glaubt vom anderen Menschen ent-täuscht zu werden, aber in Wahrheit hat es sich in seiner Vorstellung von Beziehung getäuscht.

Eine besondere Beziehung ist keine Beziehung. Sie ist ein Zustand der Isolation, der etwas zu sein scheint, was er nicht ist. In einer besonderen Beziehung herrschen drei Zustände vor: Verlangen, frustriertes Verlangen (Wut, Groll, Schuldzuweisungen, Klagen) und Gleichgültigkeit. Die besondere Beziehung ist der verzweifelte Versuch des Egos, die Liebe in einem anderen Körper zu finden - anstatt in GOTT. Die räumliche Isolation ist ein Symbol, für unsere innere Isolation und macht sie gleichzeitig spürbar.

Corona ist in der ganzen Welt, ist im Kollektiv, also ist es ein Kollektiv-Thema, also haben wir es auch gemacht. Wir können uns daher ganz ehrlich fragen: „Bin ich frei von Projektionen? Habe ich nicht auch mal Abstand genommen von dem einen oder dem anderen? Habe ich nicht auch mal mich zurückgezogen von dem Partner, von den anderen, den Andersdenkenden, von mir selbst? Bin ich nicht auch ein Mitschöpfer dieses Abstandsthemas? Habe ich nicht auch selber teilweise Abstand und Trennung vorgenommen? Und bin ich JETZT bereit meinen Bruder unschuldig und sündenlos zu sehen. Bin ich JETZT bereit den Stein fallen zu lassen, anstatt in meinem Bruder an den Kopf zu werfen?

Die heilige Beziehung ist der Ausdruck des heiligen Augenblicks, solange wir in dieser Welt leben. Da sie im JETZT stattfindet, kennt sie keine Vergangenheit und keine Zukunft, kann nicht arrangiert und geplant werden, ist nicht von Konzepten begrenzt und hängt nicht von bestimmten Personen ab. Einen heiligen Augenblick, den wir gemeinsam mit unserem Bruder verbringen, gibt uns beiden das Universum wieder.

Wenn wir jetzt mit einem Abstand von einigen Metern zu unseren Mitmenschen durch die Welt gehen, können wir uns auf die heilige Beziehung konzentrieren - mit jedem dem wir begegnen. Indem wir ihm ganz einfach zulächeln und ihm mit Liebe in die Augen schauen. Ein wohlwollendes Lächeln das vom Herzen kommt, spiegelt sich in unseren Augen und nicht in hochgezogenen Mundwinkeln. Wir brauchen uns nicht an seinem Körper festzuhalten, denn wir sind gehalten in GOTT. Eine heilige Beziehung braucht kaum Worte – der Mundschutz ist ein Symbol dafür.

In einer vom egoischen Individualismus geprägten Zeit, werden wir durch das Tragen des Mundschutz einander wieder ähnlicher – er ist daher auch ein Symbol für unsere Einheit. Der Mundschutz ist ein Symbol für die Erlösung aus der egoischen Idee der Besonderheit.

Wenn wir uns für die Freiheit unseres GEISTES, anstatt unseres Körpers entschieden haben, dann tragen wir den Mundschutz nicht aus Angst, sondern wir tragen ihn als Ausdruck unserer Einheit mit unseren Mitmenschen und aus Liebe. Wir respektieren die noch vorhandene Angst um Körper und das Leid in Folge von Krankheit. Wir wollen die Angst und das Leid unserer Mitmenschen möglichst gering halten - weil wir uns in ihnen wieder erkennen.

Wer krank ist, sollte medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Manchmal hat die Krankheit unseren Geist so fest in der Gewalt, dass wir vorübergehend für die Berichtigung im Geist unzugänglich sind. In diesem Falle ist der Einsatz von Medizin äußerst sinnvoll, um unseren verwirrten Geist wieder für die Stimme Gottes bereit zu machen. Das letzte, was einen Kranken nämlich helfen kann, ist eine Mehrung der Angst. Ein Kranker ist bereits in einem angstgeschwächten Zustand.

Es ist jetzt wichtig, dass wir uns nicht in Diskussionen verlieren – über medizinische Details, über Lockdown hin oder her, über politische und juristische Maßnahmen, über Überwachung und Kontrolle, oder über Zahlen von Infizierten und Toten. Diese ganze Komplexität ist nicht von Gott. Komplexität ist vom Ego und nichts anderes als der Versuch des Ego, das Offensichtliche zu verschleiern. Das Offensichtliche ist die Einheit und die Unschuld des SOHN GOTTES.

Ich will meine Hände in Unschuld waschen und deinen Altar, HERR, will ich umschreiten, um laut das Lob zu verkünden und all deine Wunder zu erzählen.
(Bibel Einheitsübersetzung, Psalm 26, 6.-7.)

So ist das Hände waschen ein Symbol, welches uns, an unsere Unschuld erinnert. Die Idee durch Hände waschen nicht Schuld an der Verbreitung des Virus zu sein, ist das Symbol für unsere wahre Unschuld. Wenn wir unsere Schuld der Welt vergeben, sind wir frei von ihr und wahrhaft unschuldig und die Welt erscheint als glücklicher Ort, unseres Vertrauens völlig würdig.

Hüte dich vor der Versuchung, dich als ungerecht behandelt wahrzunehmen. Aus dieser Sicht versuchst du eine Unschuld zu finden, die nicht die IHRE ist, sondern allein die deine, und zwar auf Kosten der Schuld eines anderen. Kann Unschuld dadurch erworben worden, dass du einem anderen deine Schuld gibst? Und ist es Unschuld, die dein Angriff auf ihn zu bekommen versucht? Ist es nicht Vergeltung für deinen eigenen Angriff auf den GOTTESSOHN, die du suchst? Ist es nicht sicherer zu glauben, du seist dessen unschuldig und deiner Unschuld ungeachtet zum Opfer gemacht worden? Auf welche Art das Schuldspiel auch gespielt wird, es muss Verlust geben. Jemand muss seine Unschuld verlieren, damit ein anderer sie ihm nehmen kann, um sie zu seiner eigenen zu machen.
(EKIW: Kapitel 26, X. 4.)

Wie anders wirst du die Welt wahrnehmen, wenn das begriffen ist! Wenn du deine Schuld der Welt vergibst, dann wirst du von ihr frei sein. Ihre Unschuld verlangt nicht nach deiner Schuld, und deine Schuldlosigkeit ruht nicht auf ihren Sünden. Das ist das Offensichtliche und ein Geheimnis, das vor niemandem gehütet wurde außer vor dir selbst. Und genau das ist es, was dich von der Welt und deinen Bruder von dir getrennt gehalten hat. Jetzt brauchst du nur zu lernen, dass ihr beide unschuldig oder schuldig seid. Das eine, das unmöglich ist, ist, dass ihr ungleich seid, dass beides wahr ist. Das ist das einzige Geheimnis, das noch zu lernen ist. Und es wird kein Geheimnis sein, dass du geheilt bist.
(EKIW: Kapitel 27, VIII. 13.)

Bist du unverletzlich? Dann ist die Welt harmlos in deiner Sicht. Vergibst du? Dann vergibt die Welt, denn du hast ihr ihre Fehler vergeben, und daher sieht sie dich mit Augen an, die so wie deine sehen. Bist du ein Körper? Dann wird die ganze Welt als verräterisch wahrgenommen und als auf Töten aus. Bist du reiner Geist, todlos und ohne das Versprechen der Verwesung und das Sündenmal auf dir? Dann wird die Welt als stabil gesehen und deines Vertrauens völlig würdig, ein glücklicher Ort, an dem man eine Weile ruhen kann, wo man nichts zu fürchten, sondern nur zu lieben braucht. Wer ist denen unwillkommen, die guten Herzens sind? Und was könnte die wahrhaft Unschuldigen verletzen?
(EKIW: Kapitel 31, VI. 6.)

Der Ausbruch des Coronavirus nährt Verschwörungstheorien; sogenannte alternative Fakten über das Virus gehen viral. Dass in Krisen Verschwörungstheorien aufpoppen, ist keine Überraschung, sondern eine historische Konstante. Jahrhundertelang galten sie als anerkanntes Wissen. Aus dem 18 Jahrhundert stammen die sogenannten Protokolle der Weisen von Zion, eine erfundene Schrift, die eine Verschwörung jüdisch-freimaurerischer Mächte belegen soll. Wer sie geschrieben hat, ist bis heute ungeklärt. Es war selbst für Eliten normal, an sie zu glauben. Geändert hat sich dies erst Mitte des 20. Jahrhunderts. Heute zielen die Verschwörungstheorien stärker auf die "Mächtigen", früher hingegen richteten sie sich vor allem gegen Randgruppen.

Das Zusammenleben in einer Gesellschaft braucht Regeln. An die meisten dieser Regeln haben wir uns im Laufe der Zeit gewöhnt, aber wenn plötzlich neue Regeln auftauchen und diese nicht so einfach nachzuvollziehen sind, erzeugt dies das Gefühl des Kontrollverlustes und infolge Angst. An die Regel die besagt, dass wir nur bei Grün eine Straße überqueren dürfen, haben wir uns gewöhnt, aber die Regel eine Maske tragen zu müssen, ist neu und verunsichert daher das Ego. Das Ego lebt in der Illusion es hätte die Kontrolle über das Geschehen. Eine völlig neue Situation wie eine Pandemie erlebt es als massiven Kontrollverlust und versucht daher auf unterschiedlichste Art und Weise die scheinbare Kontrolle wieder zurückzugewinnen.

Auch wenn eigentlich klar ist, dass wir nicht alles kontrollieren können, braucht das Ego das Gefühl, dass es die Dinge selbst in der Hand hat. Wenn wir zum Beispiel selbst am Steuer eines Autos sitzen, dann macht uns das weniger Angst als im Flugzeug, das jemand anderer steuert, den wir nicht kennen. Obwohl weniger Menschen in Flugzeugen verunglücken als in Autos.

Auch dass wir nicht alles wissen können, macht dem Ego Angst. Die Welt, in der wir leben, ist sehr komplex, und es gibt viele Fragen, die wir nicht einfach beantworten können. Deswegen versucht das Ego mit Verschwörungstheorien ein Muster zu finden und die losen Enden zu verbinden. Wenn dem Ego die Identifikation mit Bildung fehlt fühlt es sich einzigartig und besonders, wenn es eine Meinung hat, die nicht alle haben.

Krisen sind Zeiten des Umbruchs, der Unsicherheit und der Angst, was das Ego nur mit Mühe aushält. Das Ego braucht nachvollziehbare Gründe und vor allem Schuldige, um Katastrophen verstehen und aushalten zu können. Jedes mal wenn wir in einer Diskussion einen unserer Brüder angreifen, machen wir ihn uns zum Feind und verstärken damit die Illusion der Schuld.

Niemand ist stark, der einen Feind hat, und niemand kann angreifen, wenn er nicht glaubt, er habe einen. An Feinde glauben ist deshalb an Schwäche glauben, und was schwach ist, ist nicht der WILLE GOTTES.
(EKIW: Kapitel 23, Einleitung, 1. 5.&6.)

"Dein Bruder ist dein Freund, weil sein VATER ihn wie dich erschaffen hat. Da ist kein Unterschied. Du bist deinem Bruder gegeben worden, damit die Liebe ausgedehnt, nicht von ihm abgeschnitten werden möge.
(EKIW: Kapitel 24, I. 7. 1.-3.)

Der völlige Vertrauensverlust in Autoritäten, wie Politiker, Wissenschaftler, aber auch spirituelle Lehrer, ist ein zentraler Ausdruck des Größenwahn des Egos. Infolge ist das Ego auch nicht mehr bereit sich führen zu lassen. Wir leben in einer Zeit in der selbst mit kleinen Kindern schon alle Entscheidungen diskutiert werden, womit wir sie völlig überfordern.

Der Mensch ist gruppenbezogen, auf Kooperation angewiesen, und nicht fähig, immer alles allein zu regeln. In einer Krise zeigt sich das in noch viel größerem Maß. Die logische Konsequenz daraus ist, dass wir Verantwortung abgeben und anderen vertrauen müssen. Das wiederum bedeutet, Befugnisse abzugeben.

Dieser Ausdruck des mangelnden Vertrauens und der Unfähigkeit sich führen zu lassen, auf der Ebene der Welt, ist nur ein Symbol für den dahinter liegenden Vertrauensverlust in Gott und die fehlende Bereitschaft sich von Gott führen zu lassen.

Daher ist es äußerst hilfreich, wenn wir wieder beginnen unseren Brüdern zu vertrauen. Wir vertrauen den Politikern, den Polizisten, den Wissenschaftlern, den Chemikern in den Pharmaunternehmen, wir vertrauen dem medizinischen Personal, wir vertrauen unseren chinesischen Brüdern, sowie unseren amerikanischen Brüdern, wir vertrauen unseren Nachbarn. Wir vertrauen im Wissen, dass jeder im Rahmen seiner persönlichen Möglichkeiten sein Bestes gibt und das die wahre Natur eines jeden, nicht der persönliche Ausdruck ist - sondern seine SOHNSCHAFT - in der wir eins mit ihm sind.

Deinen Brüdern zu vertrauen ist wesentlich, um deinen Glauben zu begründen und zu stützen, dass du fähig bist, Zweifel und Mangel an fester Überzeugung in dir zu transzendieren. Wenn du einen Bruder angreifst, verkündest du, dass er durch das begrenzt ist, was du in ihm wahrgenommen hast. Du blickst nicht über seine Fehler hinaus. Vielmehr werden diese vergrößert und damit zu Blockaden für dein Bewusstsein jenes SELBST, DAS jenseits deiner eigenen Fehler liegt und jenseits seiner scheinbaren Sünden wie auch der deinen.
(EKIW: Lektion 181, 1.)

Es gilt zu verstehen, dass die Welt nicht der Zweck ist, sondern das Mittel – das Mittel zur Erlösung vom egoischen Zustand. Daher ist alles was in der Welt geschieht als Symbol zu verstehen. Hinter all diesen Symbolen ist die STIMME GOTTES zu hören, die STIMME GOTTES spricht den ganzen Tag zu uns – wir müssen nur bereit sein zu hören. Das Aufgeben des Urteilens, die offensichtliche Voraussetzung für das Hören der STIMME GOTTES, ist gewöhnlich ein ziemlich langsamer Prozess, nicht weil es schwierig ist, sondern weil es leicht als persönlich kränkend wahrgenommen wird.

Die Pandemie, die vernetzte Weltwirtschaft, das weltweite Schuldgeldsystem, die Umweltverschmutzung – all dies sind wunder-volle Symbole für uns, um zu erkennen, dass all unsere Probleme eine Folge der Idee der Trennung sind und wir diese Probleme daher auch nicht allein lösen können. Wir stehen vor dem nächsten Schritt heraus aus der Illusion der Trennung, vor dem nächsten Schritt in Richtung der Erfahrung von Einheit.

Damit ist es auch der nächste Schritt heraus aus der Angst. Die Illusion der Trennung erzeugt Angst. Angst und Liebe sind die einzigen Gefühle, deren wir fähig sind. Angst ist ein Irrtum, denn sie wurde aus der Verleugnung heraus gemacht. Es ist der Versuch des Egos die Liebe zu verbergen. Es ist egal ob wir unserer Angst mit Schulmedizin oder Homöopathie, mit Flucht oder Angriff, mit Opferhaltung oder Wut, mit Selbstvorwürfen oder Schuldzuweisungen, Herr zu werden versuchen – dahinter steht immer Angst.

Zuerst werden wir nochmals mit all unseren Ängsten konfrontiert. Unserer Angst vor Krankheit, vor Medikamenten, vor Impfungen, vor Arbeitslosigkeit, vor Mangel, vor Überwachung und vor Kontrolle.

Dabei können wir eine Menge über die Funktionsweise des Egos lernen. Das Ego entsteht durch Identifikation. Es identifiziert sich mit dem Körper, es identifiziert sich mit anderen Körpern, wie denen seiner Kinder, es identifiziert sich mit seinem Beruf, seinem Besitz, seinem öffentlichen Ansehen und – es identifiziert sich auch mit seinem Handy. Wenn nun also sein Handy überwacht wird, nimmt es das persönlich und fühlt sich selbst überwacht. Und das, obwohl sich selbst das Ego, ohne Handy durch diese Welt bewegen könnte. Aber wie, wenn das noch nicht genug wäre – fühlt es sich von der Überwachung auch noch bedroht. Es könnte sich genau so gut beschützt fühlen. Es fühlt sich aber von anderen Menschen bedroht – selbst von seinen selbst gewählten Vertretern. Es sieht in anderen Menschen keine Brüder und Schwestern im Herrn – sondern Feinde. Was ist das Ego doch für eine verletzliche und furchtsame „Existenz“.

Nicht du bist so verletzlich und dem Angriff ausgesetzt, dass nur ein Wort, ein kleines Flüstern, das dir nicht behagt, ein Umstand, welcher dir nicht passt, ein Vorfall, den du nicht vorhergesehen hast, deine Welt erschüttert und sie ins Chaos stürzt. Die Wahrheit ist nicht gebrechlich. Von Illusionen bleibt sie gänzlich unberührt und ungestört. Doch die Besonderheit ist nicht die Wahrheit in dir. Sie kann durch alles aus dem Gleichgewicht geworfen werden. Das, was auf nichts gegründet ist, kann nie stabil sein. Wie groß und aufgeblasen es auch zu sein scheint, so muss es dennoch mit jedem Lufthauch wanken, sich drehen und herumgewirbelt werden.
(EKIW: Kapitel 24, III. 3.)

Wenn wir jetzt allein, oder zu zweit mit Abstand, und vielleicht einmal ganz bewusst ohne Handy, durch die Natur gehen – sind wir in der Lage die STIMME GOTTES zu hören.

Es ist gerade eine wunder-volle Zeit, in der wir uns fast täglich neuer Aspekte unserer verrückten, vom Ego erschaffenen, Welt bewusst werden. Es ist wichtig zu erkennen, dass wir alle es sind, die wir uns diese Welt erschaffen. Wir kaufen die Produkte, von jenen großen Konzernen, über die wir uns jetzt beschweren. Wir wählen die Politiker, von denen wir uns jetzt kontrolliert fühlen. Wir kaufen die Produkte, deren Produktion und Transport enorm ungünstige Auswirkungen auf unser Klima und auf unsere Mitmenschen hat. Wir sind es, die unbedingt übers Wochenende nach Barcelona fliegen wollen, oder zum Yoga-Retreat nach Thailand und damit unsere Sicht auf den Himmel vernebeln. Wir sind es, die wir uns immer noch von anderen Menschen bedroht fühlen, und so die Aufrechterhaltung riesiger Heere notwendig machen. Das Ego ist wahnsinnig und wir alle stecken gemeinsam - in diesem kollektiven Albtraum der Trennung - der die Ursache unseres völlig verrückten Handelns ist.

Freiheit ist nicht auf der Ebene des Körpers zu finden – sondern auf der Ebene des Geistes. Wer wirklich frei ist, ist dies auch in einer Strafvollzugsanstalt. Das einzige Gefängnis ist das Ego selbst. Das Ego ist der Glaube an persönliche Autonomie und daher verfolgt es paranoid alles, was es in seiner eingebildeten Autonomie beschränken könnte. Das was wir wirklich sind, ist nicht autonom von GOTT und seinen Brüdern - es ist eins mit ihnen. Unsere wahre Natur ist nicht von den Erscheinungen der Welt kontrollierbar, sie ist auch nicht von Krankheit, Verfall und Tod bedroht.

Das stärkste Symbol ist das Corona-Virus selbst. Es symbolisiert das Ego - das gefährlichste „Virus“ überhaupt. Es hat die ganze Menschheit infiziert. Ein Virus zerstört seinen Wirt und damit sich selbst. Das Ego strebt unbegrenztes Wachstum auf einem begrenzten Planeten an und zerstört dabei seine eigene Lebensgrundlage. Das Ego ist nicht vernünftig.

Das Ego glaubt ein Körper zu sein, der eines Tages stirbt und zu Staub zerfällt. Das Ego ist der Glaube an den Tod – der Wurzel seiner Angst. Nur wenige sind bisher aus dieser Illusion aufgewacht, das bedeutet - nur wenige sind bisher geheilt. Aber es werden seit den 90er Jahren immer mehr und mehr.

Es ist nicht die Medizin die uns heilt – es ist die Liebe zwischen uns und den uns, im Zustand der Krankheit, betreuenden Brüdern und Schwestern – es ist die Liebe Gottes. Es geht nicht um die Heilung des Körpers, es geht um die Heilung unseres Geistes. Jesus hat uns schon vor zweitausend Jahren mehr als deutlich gezeigt, dass es nicht um den Körper geht und dass wir auferstehen können aus der Illusion ein Körper zu sein. Der Körper ist nicht Zweck, sondern Mittel auf dem Weg der Erlösung. Dieser Weg ist zu Beginn oft steinig und schwer, aber glücklicherweise können wir auf diesem Weg nicht scheitern.

Dies ist gerade eine wunder-volle Zeit in der, neben der Angst, auch immer mehr die Wahrheit zum Vorschein kommt. Bis vor kurzem noch unvorstellbare Zeugnisse der Nächstenliebe sprießen plötzlich wie kleine Pflänzchen aus der Wüste der Ignoranz. Für jeden Akt der Nächstenliebe braucht es - gerade jetzt - viel Mut. Der Same der Liebe ist im harten Kern des Egos verborgen. Es braucht Mut ihn aus der Sicherheit der harten Schale zu entlassen. Der Same war sehr hart, aber der Spross, der jetzt durch die Erde dringt, ist weich und scheinbar zahllosen Gefahren ausgesetzt. Der Same war nicht in Gefahr, der Same hätte noch weitere Jahrtausende überleben können, aber für den Spross scheinen die Gefahren groß. Doch er macht sich auf den Weg ins Unbekannte, zur Sonne hin, zur Quelle des Lichts, ohne zu wissen, wohin, ohne zu wissen, warum. Er hat ein schweres Kreuz zu tragen, aber der Same hat einen Traum, der ihn bewegt. Dies ist der Weg eines jeden Menschen, der sich auf den Weg macht zum Licht. Dieser Weg ist zu Beginn beschwerlich und erfordert großen Mut. Jetzt ist wahrlich eine gute Zeit, um den ersten Schritt zu tun.

Obwohl alle Formen der Angst noch einmal in uns aufflammen, bitten wir Gott um Berichtigung in unserem Geist und Ruhe kehrt in uns ein. Wir vergeben unseren Brüdern all das – was sie in Wahrheit nie getan haben. Wir wenden uns einander wieder zu und brechen gemeinsam in eine neue Zeit auf – in eine Zeit, in der es nicht um Wirtschaftswachstum, sondern um geistiges Wachstum geht. Wir erschaffen voller Freude und solidarisch eine ganz neue Form des weltweiten Miteinanders – als Symbol für unsere neue Geisteshaltung.

Bild

Es ist schon ein wunderbares Symbol, dass über den Megastädten dieser Welt, über denen seit Jahrzehnten, aufgrund von Smogglocken, der Himmel nicht zu erkennen war, plötzlich wieder das Blau des Himmels zu sehen ist.

„Out of the Dark - into the Light“

Vor deines Bruders Heiligkeit schweigt die Welt still, und Friede senkt sich auf sie nieder in Sanftmut und in Segen, die so vollständig sind, dass keine einzige Spur von Konflikt mehr bleibt, um dich heimzusuchen in der Finsternis der Nacht. Er ist dein Erlöser aus den Träumen der Angst. Er ist die Heilung deiner Opfer- und Angstgefühle, dass das, was du hast, sich im Wind zerstreuen und zu Staub zerfallen wird. In ihm liegt die Versicherung für dich, dass GOTT hier und jetzt bei dir ist. Solange er das ist, was er ist, kannst du sicher sein, dass GOTT erkennbar ist und von dir erkannt werden wird. Denn ER konnte niemals SEINE EIGENE Schöpfung verlassen. Und das Zeichen dafür, dass dem so ist, liegt in deinem Bruder und wird dir angeboten, damit alle deine Selbstzweifel vor seiner Heiligkeit verschwinden mögen. Siehe GOTTES Schöpfung in ihm. Denn in ihm wartet sein VATER auf deine Anerkennung, dass ER dich als Teil von SICH erschuf.
(EKIW: Kapitel 24, VI. 1.)

Love, Love, Love.
Love, Love, Love.
Love, Love, Love.

There's nothing you can do that can't be done.
Nothing you can sing that can't be sung.
Nothing you can say but you can learn how to play the game.
It's easy.

Nothing you can make that can't be made.
No one you can save that can't be saved.
Nothing you can do but you can learn how to be you in time.
It's easy.

All you need is love.
All you need is love.
All you need is love, love.
Love is all you need.

(The Beatles, 1967)



Freiheit

„Ich brauche meine Freiheit!“ - ist ein Satz den wir gerade in persönlichen Beziehungen oft gebrauchen. Auf der Ebene der persönlichen Entwicklung mag er eine gewisse Berechtigung haben, aber auf der Suche nach der WAHRHEIT, gilt es den Widerspruch in dieser Aussage zu erkennen. Etwas zu brauchen ist das Gegenteil von Freiheit. So lange wir etwas brauchen, sind wir davon abhängig und nicht frei. Wahre Freiheit besteht darin, nichts zu brauchen und in der Vollkommenheit des JETZT zu ruhen.

Die egoische Idee der Freiheit hat zu einem extremen Individualismus geführt. Die individuelle Freiheit dient heute als Rechtfertigung für alle möglichen Arten von verantwortungslosem Handeln. Wenn eine gewaltbereite Bürgerwehr ein Attentat auf eine US-amerikanische Gouverneurin plant, um die Verhängung einer Lockdown-Verordnung zu rächen, dann tut sie dies mit dem Verweis darauf, dass die Corona-Massnahmen ihre individuellen Freiheitsrechte beschnitten hätten. Mit ihrer individuellen Freiheit argumentiert auch die Mutter, die darauf verzichtet, ihr Kind gegen Kinderlähmung impfen zu lassen, und der Strahlenphobiker, der einen Funkmasten sabotiert, um die Inbetriebnahme von 5G-Antennen zu verhindern.

Die Phobie vor Impfungen ist in der „alternativen“ Szene besonders abstrus, da es ja bei Impfungen, wie auch bei der Kinderlähmung, um die Impfung mit inaktivierten oder abgeschwächten Erregern handelt, was genau dem Prinzip der, in der selben Szene, so beliebten Homöopathie entspricht – dem Ähnlichkeitsprinzip. Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, meinte im 19. Jahrhundert: „Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden.“

Der heute praktizierte Individualismus definiert sich in erster Linie via Konfrontation und Ablehnung. Eine Ablehnung, die sich gegen jeden und alles richten kann, besonders oft aber auf den Staat und seine Organe abzielt. Der Obrigkeitshass militanter Selbstbestimmungsfanatiker nimmt denn auch immer düsterere Züge an.

Er ist eines der Hauptsymptome des "Zeitalters des Zorns", das der indische Essayist Pankaj Mishra in seinem gleichnamigen Buch so plastisch skizziert. Ganz egal, wo man hinschaut, entlädt sich die Wut der Frustrierten, scheinbar Übergangenen und Abgehängten auf die politische Klasse und das nicht genauer definierte "System". Aufgepeitscht von Populisten, die sich selbst als Outsider feiern, besinnt sich ein ehemals schweigender Teil der Bevölkerung plötzlich auf seine Rechte, die er primär als Freipass für zivilen Ungehorsam und Selbstjustiz auslegt.

Das einzige "System" das ein Problem darstellt, ist das Gedankensystem des Egos, das unseren Geist beherrscht. Wenn wir uns von diesem System befreien, und in das Gedankensystem des reinen Geistes wechseln, sind wir wahrhaft frei.

Zurzeit sind aber noch Personalisierung und Individualisierung Trumpf, ob beim massgeschneiderten T-Shirt oder bei der ganz individuellen Corona-Maske. Dabei handelt es sich um eine Illusion in mehrfacher Hinsicht. Die Behauptung, dass ein Konsumgegenstand zur Individualität seines Käufers beitrage, ist der älteste Marketingtrick der Welt. Dass er immer noch funktioniert, spricht für die Finesse der Werbestrategen, nicht aber für die Selbstwahrnehmung der Konsumenten. Wir geben uns der Illusion, anders zu sein, mehr denn je hin und verteidigen diesen Status auf überheblich-aggressive Art.

Wenn alle sagen: „Dein Traum ist zu groß!“
Warum tust du es?
Wenn du selbst immer wieder denkst: „Es ist unmöglich!“
Warum tust du es?
Wenn es mehr Gründe gibt, aufzugeben, als weiterzumachen –
warum tust du es?
Wenn du trotzdem an dich glaubst …
werden sie irgendwann wissen, warum!

(Autowerbung, Herbst 2020)

Individualismus lässt sich nicht nur als Wille zu expansiver Freiheit interpretieren, sondern auch als Bekenntnis zur Abkapselung. Ausgerechnet der scheinbar fortschrittliche und liberale Mainstream fährt eine harte Isolationsstrategie und ist damit mindestens genauso für die Misere unserer Gesellschaft verantwortlich wie die anarchistisch gesinnten Rechten. Die scheinbar Spirituellen grenzen sich von den „Unspirituellen“ ab und verurteilen gleichzeitig die Abkapselung populistischer Staatsführer die das Gleiche tun.

Die Schutzwürdigkeit individueller Freiheit wird immer weiter ausdehnt und damit hyperspezifisch gemacht. Dazu gehört die Forderung nach einem dritten Personalpronomen für Transgender genauso wie die Einführung von "safe spaces" für junge Menschen, die keine Kritik vertragen. Der individuelle Ego-Wahn hat ein solches Ausmaß erreicht, dass das Ego hochsensibel auf Kritik reagiert, um sein aufgeblähtes Selbstbild mit allen Mittel aufrecht erhalten zu können. Das Ego gleicht einem extrem aufgeblasenen Heißluftballon, der in ständiger Angst lebt, jemand könnte ihn piksen und dadurch zum Platzen bringen. Daher sucht es verzweifelt nach sicheren Plätzen, wo es nicht gepikst wird.

Der Individualismus hat scheinbar den Horror kollektivistischer Ideologien überwunden. Dafür hat er uns in den Albtraum einer zersplitterten Gesellschaft geführt. Der blinde Drang nach unbedingter Selbstbestimmung hat uns in die Knechtschaft des individuellen Egos geführt, in der wir nur selbst Gesetz sind.

Die Handlung eines jeden Verrückten, der in einem Anfall von Selbstjustiz, in der westlichen Welt, Menschen tötet („Warum tust du es?“), wird von Regierung und Bevölkerung als „Anschlag auf die Freiheit und Demokratie“ wahrgenommen („ … werden sie irgendwann wissen, warum!“). Was ist das für eine Freiheit - wenn sie durch einen verrückten Individualisten, der sich von der Welt bedroht fühlt - sofort selbst bedroht wird?

Individualismus ist nicht die Lösung gesellschaftlicher Übel - sondern das Problem. Die egoische Idee der Trennung ist die Quelle allen Übels. Die einzige Unfreiheit stellt das Ego selbst dar - die Idee ein getrenntes Individuum zu sein. Das Ego ist der Glaube an persönliche Autonomie und daher verfolgt es paranoid alles, was es in seiner eingebildeten Autonomie beschränken könnte. Das was wir wirklich sind, ist nicht autonom von GOTT und seinen Brüdern - es ist eins mit ihnen.

Persönliche Freiheit ist eine Illusion, ein völlig subjektives Empfinden und keine Wirklichkeit. Allein der Körper ist eine massive Einschränkung, was uns meist erst im Alter oder im Falle einer chronischen Krankheit bewusst wird. Um die Illusion persönlicher Freiheit erkennen zu können, führt uns unser Weg häufig zuerst zur Erfahrung der scheinbaren Befreiung von persönlicher Unfreiheit. Der Weg zur WAHRHEIT findet meist in Form eines Wechsel, von einer Illusion zur anderen, statt - um erst dann mit Hilfe des Illusionären das Wirkliche zu erkennen.

Die Suche nach persönlicher Freiheit kann also ein wichtiger erster Schritt sein. Denn das Erreichen einer scheinbaren persönlichen Freiheit, macht es erst möglich die Begrenztheit dieser „Freiheit“ zu erfahren und zu erkennen. Das, für diese Erkenntnis, notwendige Maß an persönlicher Freiheit, haben wir in den westlichen Industrienationen längst erreicht. Das ist das Privileg der persönlichen Freiheit. JETZT kann der Weg zur wahren Freiheit beginnen.

* * *

Die klassische Psychologie beschäftigt sich ausschließlich mit dem Ego. Sie beschäftigt sich mit einer Illusion, in Form einer Person mit einer persönlichen Geschichte und psychischen Verletzungen. Obwohl dies alles eine Illusion ist, ist es eine Weile durchaus hilfreich sich damit zu beschäftigen, um sich so den vier existentiellen Themen, wie sie in der existentiellen Psychotherapie beschrieben werden, zu nähern.

Die Existenzielle Psychotherapie wurde von Rollo May und Irvin D. Yalom begründet. Diese Form der Einzeltherapie geht von der Einsicht aus, dass viele Menschen als Ergebnis einer Konfrontation mit den existenziellen Grundtatsachen des Menschseins am Leben verzweifeln und durch kognitiv-rationale Therapieformen nicht erreichbar sind. Problemorientierte Therapieformen stoßen hier an ihre Grenzen, da der „Sinn des Lebens“ oder die Frage nach der Sterblichkeit keine „Probleme“ im therapeutischen, sondern eher im philosophischen Sinn darstellen.

Die vier Grundthemen sind:
Das Ego versucht ein Leben lang vor diesen Themen davon zu laufen. In jungen Jahren gelingt dies meist noch ganz gut. In einer Krisensituation, wie einer Pandemie, werden wir aber zumindest mit den Themen Isolation, Freiheit und Tod konfrontiert.

Vor einem Themen können wir unmöglich auf Dauer davon laufen – dem Tod. Das bemerkenswerteste Thema ist aber Freiheit, weil es das Einzige der vier ist, dass grundsätzlich positiv besetzt ist.

Erst wenn wir die scheinbare persönliche Freiheit erreicht haben und merken, dass auch die uns nicht die dauerhafte Glückseligkeit gebracht hat, wird es ernst. Davor können wir uns nämlich immer noch einreden, dass alles besser wäre, wenn wir doch nur frei wären.

Wenn da nicht die Kinder wären, um die wir uns kümmern müssen, wenn da nicht die alten Eltern wären, die wir pflegen müssen, wenn da nicht unser Job wäre, den wir machen müssen, um Geld zu verdienen, wenn da nicht unsere Zukunftspläne wären, die wir noch umsetzen wollen, wenn da nicht die Gesetze wären, die uns einschränken, wenn da nicht das Geld wäre, dass wir nicht haben, aber bräuchten, um frei zu sein - wenn das alles nicht wäre - dann wären wir frei. Mit diesen Lügen halten wir die Illusion unserer persönlichen Unfreiheit am Leben - aus Angst vor der Freiheit. Sich einzugestehen, dass wir frei sind, ist angsterregend, und somit eines der existenziellen Themen des Egos.

Wenn wir die Idee, dass wir uns um unsere Kinder kümmern müssten, einmal genauer betrachten, stellen wir fest, dass es eine Lüge ist. Wir müssen uns um unsere Kinder nicht kümmern. Wenn wir uns um unsere Kinder kümmern, weil wir es müssen, wird dies für unsere Kinder eine sehr lieblose Erfahrung werden. Wenn wir uns hingegen um unsere Kinder aus reiner Liebe kümmern, im Wissen, dass wir es nicht müssen, sondern es freiwillig tun, wird das eine wesentlich beglückende Erfahrung für sie werden.

Die scheinbare persönliche Freiheit ist keine Bedingung für den Weg in die wahre Freiheit, wie das Leben des 1966 zu Unrecht zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilten Boxers Rubin Carter zeigt. Der Film Hurricane aus dem Jahre 1999 mit Denzel Washington, erzählt die Geschichte des Boxers Rubin „Hurricane“ Carter. Der Film zeigt wunder-voll, dass Liebe der einzige Weg in die Freiheit ist.

Kein Körper und kein Gedanke kann jemals wahrhaft frei sein. Freiheit ist nicht etwas das irgendwie gemacht werden kann. Freiheit ist unsere wahre Natur. Freiheit ist die WAHRHEIT. Wir brauchen Gott nur zu bitten, uns von den Illusionen der Unfreiheit zu erlösen. Dafür braucht es unsere bedingungslose Bereitschaft und daran scheitert es meistens - denn wir wollen uns immer noch einen Rest von persönlicher Freiheit aufrechterhalten. Es gibt aber zwischen der Illusion und der WAHRHEIT keinen Kompromiss.

Es gibt niemanden, der nicht das Gefühl hätte, er sei in irgendeiner Weise gefangen. Wenn das die Folge seines eigenen freien Willens ist, dann muss er seinen Willen als unfrei ansehen, sonst wäre der Zirkelschluss in dieser Lage ziemlich offensichtlich. Der freie Wille muss zur Freiheit führen. Urteilen nimmt immer gefangen, weil es Segmente der Wirklichkeit nach der instabilen Maßgabe von Wünschen trennt. Wünsche sind keine Tatsachen. Wünschen besagt, dass Wollen nicht ausreicht. Doch niemand, der in seinem rechtgesinnten Geist ist, glaubt, dass das, was er wünscht, so wirklich ist wie das, was er will. Anstatt zu sagen: »Trachte zuerst nach dem Reich GOTTES«, sage: »Wolle zuerst das Reich GOTTES«, denn damit sagst du: »Ich erkenne, wer ich bin, und ich nehme mein eigenes Erbe an.«
(EKIW: Kapitel 3, VI. 11.)

Die Unterweisung des HEILIGEN GEISTES geht nur in eine Richtung und hat nur ein Ziel. SEINE Richtung ist die Freiheit, und SEIN Ziel ist GOTT. Indessen kann ER sich GOTT nicht denken ohne dich, weil es nicht GOTTES WILLE ist, ohne dich zu sein. Wenn du gelernt hast, dass dein Wille GOTTES WILLE ist, könntest du ebenso wenig ohne IHN sein wollen, wie ER wollen könnte, ohne dich zu sein. Das ist Freiheit, und das ist Freude. Verweigere dir das, und du verweigerst GOTT SEIN REICH, weil ER dich dafür schuf.
(EKIW: Kapitel 8, II. 6.)


Abgrenzen

Als 2012 Donald Trump im US-amerikanischen Wahlkampf versprach an der Grenze zwischen den USA und Mexiko eine durchgehende Mauer bauen zu lassen und dann gewählt wurde, ging ein Aufschrei durch die „spirituelle“ Szene. Was hat der Mann getan? Er hat doch lediglich versucht sich von den Mexikanern abzugrenzen. Dies ist das Gleiche, was auch das spirituelle Ego ständig versucht -
auf sich schauen und sich von "negativen", "nieder schwingenden" Menschen abgrenzen.
Wo ist der Unterschied?

Bild

Es gibt keinen!
Beides beruht auf der Illusion angegriffen werden zu können.
Der, der sich abgrenzt, ist gefangen hinter seiner eigenen Mauer und allein.

Dieser Bruder, der neben dir steht, scheint immer noch ein Fremder zu sein. Du erkennst ihn nicht, und deine Deutung von ihm ist sehr furchterregend. Auch greifst du ihn noch immer an, um das, was du selbst zu sein scheinst, vor Schaden zu bewahren. Deine Erlösung aber liegt in seinen Händen. Du siehst seine Verrücktheit, die du hasst, weil du sie teilst. Und das ganze Mitleid und die Vergebung, die sie heilen würden, weichen der Angst. Bruder, du brauchst Vergebung deinem Bruder gegenüber, denn ihr werdet euch gemeinsam in die Verrücktheit oder in den HIMMEL teilen. Auch werdet ihr eure Augen gemeinsam im Glauben erheben oder gar nicht.

Neben dir ist einer, der dir den Kelch der SÜHNE reicht, denn in ihm ist der HEILIGE GEIST. Möchtest du ihm seine Sünden vorwerfen oder seine Gabe für dich akzeptieren? Ist dieser Geber der Erlösung dein Freund oder Feind? Wähle, was er ist, und erinnere dich daran, dass du entsprechend deiner Wahl von ihm empfangen wirst. Er hat die Macht in sich, dir deine Sünde zu vergeben, wie du ihm. Keiner von beiden kann sich das alleine geben. Und den noch steht euer Erlöser neben beiden. Lass ihn sein, was er ist, und versuche nicht, aus der Liebe einen Feind zu machen.


(EKIW: Kapitel 19, IV. D. a. 12.&13.)

Geh du erhobenen Hauptes hin in Herrlichkeit, und fürchte nichts Böses. Die Unschuldigen sind in Sicherheit, weil sie ihre Unschuld mit anderen teilen. Nichts, was sie sehen, ist schädlich, denn ihr Bewusstsein von der Wahrheit befreit alles von der Illusion der Schädlichkeit. Und was schädlich schien, steht jetzt leuchtend da in ihrer Unschuld, befreit von Sünde und von Angst und der Liebe froh zurückgegeben. Sie teilen die Stärke der Liebe miteinander, weil sie auf die Unschuld schauten. Und jeder Fehler ist verschwunden, weil sie ihn nicht sahen. Wer die Herrlichkeit sucht, findet sie dort, wo sie ist. Wo könnte sie denn anders sein als in den Unschuldigen?
(EKIW: Kapitel 23, Einleitung, 3.)

Die Wahrheit wird alle Irrtümer in meinem Geist berichtigen.
Ich bin im Irrtum, wenn ich denke, man könne mich auf irgendeine Art verletzen.
Ich bin GOTTES SOHN, dessen SELBST unversehrt im GEISTE GOTTES ruht.

(EKIW: LEKTION 119, 1. 107)



Reinspüren

Sehr beliebt in esoterischen Kreisen ist das sogenannte „reinspüren“ als Entscheidungsgrundlage. Wenn wir rein spüren, ob sich etwas gut oder schlecht anfühlt, oder ob sich etwas leicht oder schwer anfühlt, stellen wir uns meist nicht die Frage nach der Quelle dieser wahrgenommen Empfindungen.

Die Welt ist eine Projektion des Geistes, es gibt nichts außerhalb von uns, das irgendeine Art von Qualität hätte. Wenn wir „reinspüren“ und sich etwas leicht oder schwer anfühlt, so spüren wir dabei lediglich jenes Gefühl, das unser, meist unbewusstes, Urteil über eine Situation in uns auslöst. Wenn wir immer nur unser eigenes Urteil über die Welt, als Quelle unserer Entscheidungen heranziehen, werden wir uns geistig nie weiterentwickeln, weil wir nur unsere bestehenden Urteile immer und immer wieder bestätigen. Wir wiederholen ständig die Vergangenheit.

"Es sind die aussortierenden und kategorisierenden Tätigkeiten des Geistes, in die Irrtümer in der Wahrnehmung Einlass finden. Und genau hier muss die Berichtigung vorgenommen werden. Der Geist klassifiziert das, was ihm des Körpers Augen bringen, seinen vorgefassten Werten gemäß und beurteilt, wohin jedes Sinnesdatum am besten passt. Welche Basis könnte fehlerhafter sein als diese? Von ihm selbst unerkannt, hat er selbst darum gebeten, dass ihm gegeben werde, was in diese Kategorien passt. Und nachdem er das getan hat, zieht er den Schluss, dass die Kategorien wahr sein müssen. Darauf beruht die Beurteilung aller Unterschiede, weil die Urteile der Welt genau davon abhängen. Kann man sich auf diese verwirrte und sinnlose Argumentation für irgend etwas verlassen?"
(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 8. 4.)

Solange wir noch nicht erwacht sind und im heiligen Augenblick ruhen, fühlt sich nicht alles, was sinnvoll und hilfreich ist, auch automatisch leicht an - auch ein spiritueller Weg ist zu Beginn nicht leicht. Ein spiritueller Weg braucht eine klare Ausrichtung und absolute Verbindlichkeit - unabhängig von den sich ständig ändernden Befindlichkeiten.

Hinter dem „reinspüren“ verbirgt sich meist eine Geisteshaltung in der Rationalität, und oft sogar denken an sich, als negativ und im Gegensatz dazu die Interpretation von Gefühlen als positiv bewertet wird. Dass sich auch hinter der Interpretation von Gefühlen, wie „leicht“ und „schwer“, ein rationales Gedankensystem verbirgt, wird dabei völlig übersehen.

Rationalität und jede Form von Logik setzt immer auf einer Grundannahme auf - und die ist entscheidend. Wenn die Grundannahme Trennung ist, dann folgt daraus ganz rational das Gedankensystem des Egos, wenn die Grundannahme hingegen Einheit ist, folgt daraus das Gedankensystem des reinen Geistes.

Der Verstand ist ein hervorragendes Instrument, wenn er richtig benutzt wird.
Bei falschem Gebrauch kann er allerdings sehr destruktiv werden.

(Eckhart Tolle)

Wenn unsere Grundannahme Trennung ist, so werden sich manche unserer Mitmenschen als "schwer”, "negativ" oder "nieder schwingend" anspüren und wir werden uns infolge von ihnen abwenden. Wenn unsere Grundannahme hingegen Einheit ist, werden wir in jedem unserer Mitmenschen unseren Bruder sehen, werden wir in jeden unserer Mitmenschen den Christus sehen. Jesus hat in jedem seiner Mitmenschen seinen Bruder, denn Christus, gesehen und sich daher gerade den am Rande der Gesellschaft stehenden Menschen, wie den Zöllnern und Prostituierten, zugewandt. Er musste nicht „reinspüren“, er kannte die Wahrheit und sein einziges Gefühl war Liebe.

Unsere Gefühle wahrzunehmen ist sehr wichtig, aber sie unhinterfragt als Grundlage für all unsere Entscheidungen zu nehmen, wird uns nicht den Frieden bringen. Unsere Gefühle sind immer die Folge unseres Gedankensystems. Hinter jedem Gefühl steckt auch ein Gedanke - ein Urteil über die Welt.

Wenn in Zukunft junge Mütter jedes mal „reinspüren“, ob es sich „leicht“ anfühlt und ob es „passt“ und sie nur dann in der Nacht aufstehen, um ihr Kind zu stillen, wenn dies der Fall ist, dann erziehen wir uns damit schon die nächste traumatisierte Generation heran – und das obwohl wir seit Menschengedenken noch nie in so großem materiellen Wohlstand und so großer Sicherheit gelebt haben.

Einem verbitterten, alten, im Sterben liegenden Menschen die Windel zu wechseln, wird sich für die meisten von uns nicht leicht anfühlen, aber trotzdem ist es ein Gebot der Nächstenliebe, dass wir es tun. Wenn wir uns von allem was uns mühsam erscheint und sich „schwer“ anfühlt und von allen "negativen" Menschen fernhalten, halten wir uns auch fern von unseren Urteilen und halten so ewig fest an unseren Urteilen über die Welt. So werden wir uns nicht weiterentwickeln und nie jenen Punkt erreichen, an dem wir in jedem den CHRISTUS sehen - jenen Punkt an dem unser Glück nicht mehr von äußeren Umständen abhängt.


Manifestieren

Bücher wie „Bestellungen beim Universum. Ein Handbuch zur Wunscherfüllung“ und „The Secret - Das Geheimnis“, die uns versprechen, das Manifestieren auf Basis des Gesetz der Anziehung (oder: Resonanzgesetz) erlernen zu können, haben sich in der esoterischen und „spirituellen“ Szene wie ein Lauffeuer verbreitet, weil sie einem tiefen, existenziellen Wunsch des Egos entspringen.

Bekommen zu wollen, was wir uns wünschen, ist eine der zentralen Quellen für Leid. Es ist eine Art von Unreife, es ist das Verhalten eines Kleinkindes - ein Widerstand gegen Reife. Dieses Spiel - der Suche von dem, was wir wollen und der Vermeidung von dem, was wir nicht wollen – ist die Geschichte des persönlichen Leidens, individuell und kollektiv. Mit Wünschen fesseln wir uns an die Illusion der Zeit und verpassen den heiligen Augenblick absoluter Vollkommenheit.

Es kann im Traum, wie du ihn träumst, keine Erlösung geben. Denn Götzen müssen Teil des Traumes sein, um dich vor dem zu retten, was du, wie du glaubst, vollbracht hast und was du getan hast, um dich sündig zu machen und das Licht in dir auszulöschen. Kleines Kind, das Licht ist da. Du träumst nur, und Götzen sind das Spielzeug, von dem du träumst, du würdest mit ihm spielen. Wer sonst als Kinder braucht denn Spielzeug? Sie geben vor, über die Welt zu herrschen, und geben ihren Spielsachen die Macht, sich zu bewegen, zu reden und zu denken, zu fühlen und für sie zu sprechen. Doch alles, was so erscheint, als tue es ihr Spielzeug, vollzieht sich im Geist derer, die mit ihm spielen. Sie aber sind eifrig bemüht zu vergessen, dass sie den Traum erfanden, in dem ihr Spielzeug wirklich ist, und merken nicht, dass seine Wünsche ihre eigenen sind.
(EKIW: Kapitel 29, IX. 4.)

Der Unwille zu erkennen was uns leiden lässt, ist was uns zurückhält zu hören, was es zu hören gilt. Es ist der Unwille die WAHRHEIT zu hören. Es ist der Unwille auf GOTT anstelle des Egos zu hören.

Wir versuchen unseren persönlichen Willen durchzusetzen und vertrauen nicht auf den Willen Gottes. Die zentrale Übung des Kurses besteht darin, immer und immer und immer wieder auf den persönlichen Willen zu verzichten und bereit zu sein, Gottes Willen geschehen zu lassen - der der Wille unseres Wahren Selbst ist.

Wir glauben aber immer persönlich am besten zu wissen, was gut für uns ist. Ein entscheidender Grund warum es uns so schwer fällt, auf unseren persönlichen Willen zu verzichten, liegt darin begründet, dass wir eine völlig falsche Vorstellungen vom Willen Gottes haben. Die meisten christlichen Kirchen lehren seit Jahrtausenden ein Bild von einem Gott der Leid, Schuld, Strafe und Opfer gut heißt. Gott will aber in Wahrheit unser vollkommenes Glück, unseren vollkommenen Frieden, wahre Liebe und absolute Freude für uns. UND sein Wille ist der Wille unseres wahren Selbst. Dies wirklich zu glauben fällt dem Ego so schwer und daher versucht es immer wieder sein Glück selbst in die Hand zu nehmen und scheitert dabei am Ende immer, denn es hat überhaupt keine Vorstellung vom wahren Glück des erwachten Seinszustandes.

Sehr beliebt beim Manifestieren ist das „Parkplatz wünschen“. Zuerst einmal gilt es zu verstehen, dass wir uns das Finden des Parkplatzes gar nicht erschaffen können. Selbst innerhalb der Illusion der Welt ist persönliche Schöpfung nicht möglich, weil selbst die Illusion eine Einheit ist – eine „Schöpfung“ des Egos. Anders ausgedrückt - damit wir schnell einen Parkplatz finden, muss jemand anderer genau im richtigen Moment wegfahren und kein anderer darf den Parkplatz vor uns entdecken – das liegt alles nicht in unserer Hand. Zu glauben wir hätten das in der Hand, ist der Größenwahn des Egos. Es ist lediglich unsere Wahrnehmung der Welt - die Welt selbst, bleibt davon unberührt. Wir glauben etwas - anders ausgedrückt - wir nehmen etwas für wahr und dadurch erschaffen wir unsere scheinbare „Realität“. Mit Wirklichkeit und Wahrheit hat dies absolut nichts zu tun.

Woran glauben wir eigentlich noch beim Parkplatz wünschen? Wir glauben zuerst einmal daran, dass wir nicht schnell genug einen Parkplatz finden könnten. Wir befinden uns also in einem Zustand des Zweifels, des Mangels und in einem Zustand von Angst – dem Gegenteil von Liebe.

Wir glauben weiters daran, dass es wichtig ist, möglichst schnell einen Parkplatz zu finden. Indem wir dem „Schnell einen Parkplatz finden“ Bedeutung geben, glauben wir daran, dass dies für unser Glück von Bedeutung ist. Wir glauben weiters an die Bedeutung von Zeit, im Sinne von „Zeit ist Geld“. Wir glauben somit auch an die glückbringende Wirkung von Geld.

Daher versprechen viele der „spirituellen“ Selbsthilfebücher ganz konkret, wir könnten lernen, uns reich zu denken, in dem wir unbewusste negative Gedanken über Geld loslassen. Dies ist ein fataler Irrtum vieler spiritueller Sucher, denn der Reichtum, der dem spirituellen Sucher winkt, ist nicht von dieser Welt. Es ist die Erlösung vom Gedanken des Mangels und ein Zustand, in dem das Bewusstsein im göttlichen Moment absoluter Vollkommenheit ruht – völlig unabhängig von äußeren Umständen. Diese göttliche Glückseligkeit hängt nicht von Geld ab, nicht vom Traumhaus, nicht vom Seelenpartner und nicht von der beruflichen „Berufung“.

Heute wird mit dem Begriff Mammon abschätzig das Geld im Allgemeinen bezeichnet. Im weiteren Sinn bedeutet Mammon: „das, worauf man vertraut“. Das ist die entscheidende Frage: Vertrauen wir auf Dinge und Umstände im Außen, und bauen wir, im biblischen Sinne, unser Haus auf Sand, oder vertrauen wir auf Gott und bauen unser Haus auf Fels?

Das Bild vom „Haus“ ist das zentrale Symbol für das „Ich“ - und so entspricht das Bild vom Haus auf Sand dem Ego, und das vom Haus auf Fels dem wahren Selbst.

Der Begriff Mammon ist aufgrund seiner Erwähnung in der Bibel so bekannt:

Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
(Mt 6,24 Lut)

Im Kurs heißt es dazu:

Dieser Kurs wird ganz oder gar nicht geglaubt. Denn er ist ganz wahr oder ganz falsch, und man kann ihn nicht nur teilweise glauben. Entweder entrinnst du dem Elend ganz oder gar nicht. Die Vernunft wird dir sagen, dass es kein Mittelfeld gibt, wo du unentschlossen innehalten und damit warten kannst, die Wahl zwischen der Freude des HIMMELS und dem Elend der Hölle zu treffen. Solang du nicht den HIMMEL wählst, bist du in der Hölle und im Elend.
(EKIW: Kapitel 22, II. 7. 4.-8.)

Wenn wir uns wieder einmal in der Hektik des Alltags verlieren - auf der Suche nach einem „Parkplatz“ - haben wir zwei Möglichkeiten: Entweder wir wünschen uns einen „Parkplatz“, oder wir wünschen uns Berichtigung im Geist und damit den Frieden Gottes.

Wenn wir uns einen „Parkplatz“ wünschen, dann bedeutet dies, dass wir am Weg zu Gott eine Pause eingelegt haben und nicht weiter kommen. Die große Gefahr dabei besteht darin, ein „Dauerparker“ zu werden. Wenn unsere Sehnsucht nach dem Frieden Gottes groß genug ist, werden wir nicht mehr „parken“ wollen.

Überlasse also deine Bedürfnisse IHM. ER wird sie befriedigen, ohne sie auch nur im geringsten zu betonen. Was von IHM zu dir kommt, kommt sicher, denn ER wird sicherstellen, dass es niemals zu einem dunklen Punkt werden kann, in deinem Geist verborgen und dort bewahrt, um dich zu verletzen. Unter SEINER Führung wirst du leicht auf lichten Wegen reisen, denn SEIN Augenmerk ist immer auf das Ende der Reise gerichtet, das SEIN Ziel ist. GOTTES SOHN reist nicht durch äußere Welten. Wie heilig seine Wahrnehmung auch werden mag, keine Welt außerhalb von IHM birgt sein Erbe. In sich selbst hat er keine Bedürfnisse, denn Licht braucht nichts, außer in Frieden zu leuchten und die von IHM ausgehenden Strahlen still sich ausdehnen zu lassen bis in die Unendlichkeit.

Erinnere dich jedes Mal, wenn du in Versuchung kommst, eine nutzlose Reise zu unternehmen, die dich vom Licht wegführen würde, an das, was du wirklich willst, und sage dir:


Der HEILIGE GEIST führt mich zu CHRISTUS, und wohin sonst will ich denn gehen?
Welch anderes Bedürfnis habe ich, als in IHM zu erwachen?“

(EKIW: Kapitel 13, VII. 13. & 14.)

What is guided, is provided!



Positiv denken

Positiv denken erschafft Negatives. Positiv existiert nur als Gegenteil von negativ, es sind dies die zwei Seiten einer Medaille - der Dualität. Der Kurs ist eine Geistesschulung bei der es nicht darum geht positiv zu denken, sondern darum, sein Denken an der WAHRHEIT auszurichten - an der WAHRHEIT jenseits der Dualität. Die WAHRHEIT kennt kein Gegenteil.

„LEKTION 338

Nur durch meine Gedanken werde ich beeinflusst.

1. Es braucht nur dies, um die Erlösung zu aller Welt kommen zu lassen. Denn in diesem einen Gedanken wird jeder endlich von der Angst befreit. Jetzt hat er gelernt, dass niemand ihn in Angst versetzt und dass ihn nichts gefährden kann. Er hat keine Feinde, und er ist sicher vor allen äußerlichen Dingen. Seine Gedanken können ihn in Angst versetzen, doch da diese Gedanken IHM allein gehören, hat er die Macht, sie zu verändern und jeden Gedanken der Angst gegen einen glücklichen Gedanken der Liebe einzutauschen. Er hat sich selbst gekreuzigt. Doch GOTTES Plan ist, dass SEIN geliebter SOHN erlöst sein wird.

2. DEIN Plan ist sicher, mein VATER - nur der DEINE. Alle anderen Pläne werden scheitern. Und ich werde Gedanken haben, die mich in Angst versetzen werden, bis ich lerne, dass DU mir den einzigen GEDANKEN gegeben hast, der mich zur Erlösung führt. Meiner allein wird scheitern und mich nirgendwohin führen. Doch der GEDANKE, DEN DU mir gegeben hast, verspricht mich heimzuführen, weil er DEIN Versprechen an DEINEN SOHN birgt.


(EKIW: ÜBUNGSBUCH)

Unser Denken zu schulen ist extrem wichtig, aber wenn wir es innerhalb der Dualität der Welt von positiv und negativ, von gut und böse, schulen, werden wir das wahre Glück jenseits der Dualität nicht finden. GOTT kennt nur einen einzigen Gedanken und das ist die WAHRHEIT und das ist unsere SOHNSCHAFT – die nicht von dieser Welt ist.

Lass deinen Geist nicht durch verdunkelte Gänge wandern, fort von des Lichtes Mittelpunkt. Vielleicht beschließen du und dein Bruder, euch selbst irrezuführen, zusammengebracht werden aber könnt ihr nur durch den für euch bestimmten FÜHRER. ER wird dich sicher dorthin führen, wo GOTT und SEIN SOHN auf dein Erkennen warten. Gemeinsam geben sie dir die Gabe des Einsseins, vor dem jede Trennung schwindet. Vereine dich mit dem, was du bist. Du kannst dich mit nichts als der Wirklichkeit verbinden. GOTTES und SEINES SOHNES Herrlichkeit sind dein in Wahrheit. Sie haben kein Gegenteil, und nichts anderes kannst du dir selber schenken.
(EKIW: Kapitel 14, VIII. 3.)

Die Schöpfung kennt kein Gegenteil. Doch hier gehört der Gegensatz zum »Wirklichsein«. Gerade diese merkwürdige Wahrnehmung der Wahrheit lässt die Wahl des HIMMELS als das gleiche erscheinen wie das Aufgeben der Hölle. Es ist nicht wirklich so. Was aber in der Schöpfung GOTTES wahr ist, kann hier so lange keinen Einlass finden, bis es in irgendeiner Form sich spiegelt, die die Welt verstehen kann. Die Wahrheit kann nicht dorthin kommen, wo sie nur mit Angst wahrgenommen werden könnte. Denn dies wäre der Irrtum, die Wahrheit lasse sich den Illusionen überbringen. Widerstand macht die Wahrheit unwillkommen, und sie kann nicht kommen.
(EKIW: LEKTION 138, 2.)


Loslassen

Hinter der Idee mit dem Loslassen verbirgt sich meist die Idee von Besitz und die Idee des Opferns. Egal ob es nun um einen Menschen, einen Job oder ein Ding geht - wir haben es nie besessen. Alles in dieser Welt taucht auf und verschwindet wieder, der Glaube wir könnten irgendetwas in dieser Welt besitzen ist eine Illusion.

Immer wenn wir uns über das Loslassen auslassen, handelt es sich meist um etwas, das wir gegen unseren persönlichen Willen bereits aufgeben mussten. Wenn wir dann so tun als würden wir es freiwillig loslassen, klingt es irgendwie besser, als wenn wir von Misserfolg oder Verlust reden würden und uns dem Scheitern oder dem Verlustschmerz ganz und gar stellen würden.

Wenn wir gezwungen sind etwas aufzugeben, dann reden wir uns sehr schnell ein, wir hätten es losgelassen, obwohl wir uns damit immer noch identifizieren. Wenn wir beispielsweise einen tollen Job als Spitzenmanager hatten und diesen aufgeben mussten, haben wir ihn nicht losgelassen, solange wir uns noch, mit der Idee Spitzenmanager gewesen zu sein, identifizieren. Solange wir uns im Geiste immer noch als ehemaliger Spitzenmanager fühlen, sind wir nicht frei von Identifikation und Geschichte, sind wir nicht frei von der Vergangenheit und ruhen nicht im Frieden des JETZT.

Solange unser Herz noch an etwas hängt, egal ob es sich scheinbar noch in unseren Einflussbereich befindet oder nicht, haben wir uns von der Idee des Besitzes noch nicht gelöst, haben wir es im Geist nicht losgelassen. Wenn unser Herz nicht mehr daran hängt, gibt es nichts mehr zum Loslassen.

Wir können nicht wirklich etwas loslassen. Es handelt sich in Wahrheit um Irrtümer in unserem Geist die der Berichtigung bedürfen. Die Korrektur unserer Irrtümer braucht nur unsere Bereitschaft, um alles andere kümmert sich der HEILIGE GEIST.

Die dritte Stufe, die der Lehrer GOTTES durchlaufen muss, kann als »eine Phase des Aufgebens« bezeichnet werden. Wenn dies als Aufgeben von Wünschenswertem gedeutet wird, wird es enorme Konflikte erzeugen. Wenige Lehrer GOTTES entrinnen völlig dieser Not. Es hat allerdings keinen Sinn, das Wertvolle vom Wertlosen zu trennen, wenn nicht der nächste offensichtliche Schritt getan wird. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass »die Phase der Überschneidung «eine Zeit ist, in der der Lehrer GOTTES sich dazu aufgerufen fühlt, das, was zu seinem Besten ist, für die Wahrheit zu opfern. Es ist ihm bis jetzt noch nicht klar geworden, wie gänzlich unmöglich eine solche Forderung wäre. Er kann das nur lernen, indem er das Wertlose tatsächlich aufgibt. Dadurch lernt er, dass er dort, wo er Gram erwartete, statt dessen eine glückliche Unbeschwertheit findet, und dort, wo er dachte, etwas werde von ihm verlangt, eine Gabe findet, die ihm verliehen wird.
(EKIW: III. Handbuch für Lehrer, 4. I. A. 5.)

„Ich kann nur das aufgeben, was nie wirklich war.

Ich opfere Illusionen, nichts weiter. Und wenn die Illusionen weichen, finde ich die Gaben, die die Illusionen zu verbergen suchten; sie erwarten mich in leuchtendem Willkommen und in der Bereitschaft, mir GOTTES alte Botschaften zu geben. Die Erinnerung an IHN wohnt jeder Gabe inne, die ich von IHM empfange. Und jeder Traum dient nur dazu, das SELBST zu verbergen, DAS GOTTES einziger SOHN ist, SEIN Ebenbild, der HEILIGE, DER nach wie vor auf ewig in IHM weilt, so wie ER nach wie vor in mir weilt.

VATER, für DICH bleibt jedes Opfer ewig unvorstellbar. So kann ich denn nicht opfern außer in Träumen. So wie Du mich schufst, kann ich nichts aufgeben, was Du mir gegeben hast. Was Du nicht gabst, hat keine Wirklichkeit. Welchen Verlust kann ich erwarten als den Verlust der Angst und die Wiederkehr der Liebe in meinen Geist?


(EKIW: LEKTION 322, 1.-2.)


Die Rettung der Welt

Nur noch kurz die Welt retten

Die Zeit läuft mir davon
Zu warten wäre eine Schande für die ganze Weltbevölkerung
Ich muss jetzt los, sonst gibt's die große Katastrophe
Merkst du nicht, dass wir in Not sind?

Muss nur noch kurz die Welt retten
Danach flieg' ich zu dir
Noch 148 Mails checken
Wer weiß was mir dann noch passiert, denn es passiert so viel
Muss nur noch kurz die Welt retten
Und gleich danach bin ich wieder bei dir

(Tim Bendzko, 2011)

Wir haben wirklich alles probiert, wir haben ein Stück Regenwald im Amazonas-Gebiet gekauft, um so unsere Angst vor der Umweltzerstörung einzudämmen, wir haben CO2-Kompensationen gekauft, um unseren Flug zum Yoga-Retreat nach Rishikesh zu rechtfertigen, wir haben ein Patenkind in Bangladesch adoptiert, um unseren Reichtum ungestört genießen zu können, wir haben uns für Ökostrom entschieden, um nicht Strom sparen zu müssen und den Kauf unseres Elektroautos rechtfertigen zu können, wir haben für Greenpeace gespendet, um die Arbeit nicht selbst tun zu müssen, wir kaufen unsere Schokolade nur Fair Trade, um die wahnwitzige Illusion eines fairen Handels aufrecht zu erhalten, wir unterzeichnen massenhaft Online-Petitionen und leiten sie an alle unsere Freunde weiter, um mit unserer Empörung nicht allein zu sein, wir gehen auf die Straße und demonstrieren für den Frieden in der Welt, um den Konflikten im persönlichen Umfeld zu entkommen. Wir tun wirklich alles für eine bessere Welt und finden trotzdem keinen Frieden - weil es noch so viel zu tun gibt, um die Welt zu retten und weil es die Anderen einfach nicht verstehen wollen, dass etwas getan werden muss.

Niemand könnte all die Probleme lösen, die die Welt scheinbar in sich birgt. Sie scheinen auf so vielen Ebenen aufzutreten, in so unterschiedlicher Form und mit derart mannigfaltigen Inhalten, dass sie dich in eine unmögliche Situation versetzen. Verzweiflung und Depression sind unausweichlich, wenn du sie ansiehst. Manche tauchen unerwartet auf, gerade wenn du glaubst, die vorigen gelöst zu haben. Andere bleiben unter einer Wolke der Verleugnung ungelöst, suchen dich heim von Zeit zu Zeit, nur um wiederum, noch immer ungelöst, versteckt zu werden.
(EKIW: Lektion 79, 5.)

Wir haben bisher nicht hinterfragt, ob nicht vielleicht gerade das viele Tun und unsere Idee von den bösen Anderen - den verantwortungslosen Umweltverschmutzern, den skrupelosen Mächtigen, den egoistischen Reichen - Teil des wahren Problems sind und wir haben uns nicht gefragt, was wir da eigentlich zu retten versuchen.

Was ist die Welt?

Die Welt, die du wahrnimmst, ist eine Welt der Trennung. Vielleicht bist du bereit, sogar den Tod in Kauf zu nehmen, um deinen VATER zu verleugnen. ER aber möchte nicht, dass das so ist, und deshalb ist es auch nicht so. Du kannst trotz allem nicht gegen IHN wollen, deswegen hast du keine Kontrolle über die Welt, die du gemacht hast. Es ist keine Welt des Willens, weil sie vom Wunsch beherrscht ist, anders zu sein als GOTT, und dieser Wunsch ist nicht Wille. Die Welt, die du gemacht hast, ist daher total chaotisch, wird von willkürlichen und sinnlosen »Gesetzen« regiert und ist ohne jegliche Bedeutung. Denn sie ist aus dem gemacht, was du nicht haben möchtest und was aus deinem Geist hinausprojiziert wird, weil du Angst davor hast. Doch diese Welt ist nur im Geiste ihres Machers, zugleich mit seiner wirklichen Erlösung. Glaube nicht, dass sie außerhalb von dir ist, denn nur wenn du begreifst, wo sie ist, gewinnst du die Kontrolle über sie. Denn du hast sehr wohl Kontrolle über deinen Geist, da der Geist der Entscheidungsmechanismus ist.
(EKIW: Kapitel 12, III. 9.)

Du wirst eine Reise unternehmen, weil du in dieser Welt nicht zu Hause bist. Und du wirst nach deinem Zuhause suchen, ob dir klar ist, wo es ist, oder nicht. Wenn du glaubst, es sei außerhalb von dir, wird die Suche vergeblich sein, denn du wirst es dort suchen, wo es nicht ist. Du erinnerst dich nicht daran, wie man nach innen schaut, denn du glaubst nicht, dass dein Zuhause dort ist. Der HEILIGE GEIST jedoch erinnert SICH für dich daran, und ER wird dich zu deinem Zuhause führen, weil das SEIN Auftrag ist. Während ER SEINEN Auftrag erfüllt, lehrt ER dich den deinen, denn dein Auftrag ist derselbe wie der SEINE. Indem du deine Brüder heimführst, tust du nichts anderes, als IHM zu folgen.
(EKIW: Kapitel 12, IV. 5.)

Du willst die Welt nicht. Das einzig Wertvolle darin sind jene Teile, die du mit Liebe ansiehst. Das verleiht ihr die einzige Wirklichkeit, die sie je haben wird. Ihr Wert liegt nicht in ihr selbst, aber der deine liegt in dir. Wie Selbstwert von Selbstausdehnung kommt, so kommt die Wahrnehmung des Selbstwertes von der Ausdehnung liebevoller Gedanken nach außen. Mache die Welt wirklich für dich, denn die wirkliche Welt ist die Gabe des HEILIGEN GEISTES, deshalb gehört sie dir.
(EKIW: Kapitel 12, VI. 3.)

Die Macht der Entscheidung ist die einzige dir verbleibende Freiheit als Gefangener dieser Welt. Du kannst dich entscheiden, sie richtig zu sehen. Was du aus ihr gemacht hast, ist nicht ihre Wirklichkeit, denn ihre Wirklichkeit ist nur das, was du ihr gibst. Nichts anderes als Liebe kannst du irgend jemandem oder irgend etwas wirklich geben, noch kannst du wirklich irgend etwas anderes als Liebe von ihnen empfangen. Wenn du glaubst, du habest etwas anderes empfangen, so liegt es daran, dass du nach innen geschaut und geglaubt hast, die Macht in dir zu sehen, etwas anderes zu geben. Es war nur diese Entscheidung, die bestimmt hat, was du fandest, denn es war die Entscheidung für das, wonach du suchtest.
(EKIW: Kapitel 12, VII. 9.)

Die Schuld in den Geist des GOTTESSOHNES anzunehmen war der Anfang der Trennung, genauso wie die SÜHNE anzunehmen ihr Ende ist. Die Welt, die du siehst, ist das Wahnsystem derjenigen, die die Schuld verrückt gemacht hat. Sieh dir diese Welt sorgfältig an, dann wird dir klar, dass es so ist. Denn diese Welt ist das Symbol der Strafe, und alle Gesetze, die sie zu regieren scheinen, sind die Gesetze des Todes. Kinder werden unter Schmerzen und durch Schmerzen in sie hineingeboren. Von Leiden begleitet wachsen sie auf und lernen, was Kummer, Trennung und Tod sind. Ihr Geist scheint in ihrem Gehirn gefangen zu sein, und seine Kräfte scheinen abzunehmen, wenn ihr Körper verletzt wird. Sie scheinen zu lieben, doch sie verlassen und werden selbst verlassen. Sie scheinen zu verlieren, was sie lieben; das ist vielleicht die wahnsinnigste aller Überzeugungen. Und ihr Körper welkt dahin und röchelt, wird in die Erde gelegt und ist nicht mehr. Und keinen gibt es unter ihnen, der nicht gedacht hat, dass GOTT grausam ist.
(EKIW: Kapitel 13, EINLEITUNG, 2.)

Diese Welt ist ein Bild der Kreuzigung von GOTTES SOHN. Und solange dir nicht klar ist, dass GOTTES SOHN nicht gekreuzigt werden kann, ist das die Welt, die du sehen wirst. Doch wird dir dies erst dann klar werden, wenn du die ewig gültige Tatsache akzeptiert hast, dass GOTTES SOHN nicht schuldig ist. Er verdient nur Liebe, weil er nur Liebe gegeben hat. Er kann nicht verurteilt werden, weil er niemals verurteilt hat. Die SÜHNE ist die letzte Lektion, die er zu lernen hat, denn sie lehrt ihn, dass er der Erlösung nicht bedarf, weil er nie gesündigt hat.
(EKIW: Kapitel 13, EINLEITUNG, 4.)

Eine einfache Frage bleibt dennoch und braucht eine Antwort. Magst du, was du gemacht hast - eine Welt des Mordes und des Angriffs, in der du dich zaghaft durch ständige Gefahren schlängelst, einsam und verängstigt, allenfalls hoffend, dass der Tod doch noch ein wenig wartet, bevor er dich ereilt und du verschwindest? Das hast du erfunden. Es ist ein Bild dessen, was du zu sein denkst und wie du dich selber siehst. Ein Mörder ist verängstigt, und wer tötet, fürchtet den Tod. Das alles sind nur die fürchterregenden Gedanken derer, die sich an eine Welt anpassen wollen, die durch ihre Anpassungen furchterregend gemacht worden ist. Sie schauen kummervoll hinaus von dem aus, was in ihnen traurig ist, und sehen die Traurigkeit dort.
(EKIW: Kapitel 20, III. 4.)

Hast du dich nicht gefragt, wie die Welt wirklich ist, wie sie für glückliche Augen aussehen würde? Die Welt, die du siehst, ist nur ein Urteil über dich. Sie ist gar nicht vorhanden. Doch die Beurteilung spricht ein Urteil über sie, rechtfertigt sie und macht sie wirklich. Das ist die Welt, die du siehst: ein Urteil über dich, und zwar von dir gefällt. Dieses krankhafte Bild von dir erhält das Ego sorgsam, denn es ist sein Abbild, das es liebt und das es außerhalb von dir in die Welt stellt. Und an diese Welt musst du dich so lange anpassen, wie du glaubst, dies Bild sei außerhalb von dir und du seist ihm ausgeliefert. Diese Welt ist gnadenlos, und wäre sie tatsächlich außerhalb von dir, dann solltest du wahrhaftig furchtsam sein. Doch du warst es, der sie gnadenlos gemacht hat, und jetzt, da die Gnadenlosigkeit auf dich zurückzublicken scheint, kann sie berichtigt werden.
(EKIW: Kapitel 20, III. 5.)

Die Vergebung wendet die Welt der Sünde in eine Welt der Herrlichkeit, die prachtvoll anzuschauen ist. Jede Blume leuchtet im Licht, und jeder Vogel singt von des HIMMELS Freude. Es gibt hier keine Traurigkeit und keinen Abschied, denn alles ist total vergeben. Und das, welchem vergeben worden ist, muss sich verbinden, denn nichts steht dazwischen, um es voneinander separat und getrennt zu halten. Die Sündenlosen müssen wahrnehmen, dass sie eins sind, denn nichts steht zwischen ihnen, um den andern wegzustoßen. Und in dem Raum, den die Sünde leer gelassen hat, verbinden sie sich nun als eins, indem sie froh begreifen, dass das, was Teil von ihnen ist, nicht getrennt und separat gehalten wurde.
(EKIW: Kapitel 26, IV. 2.)

Vergib der Vergangenheit und lass sie los, denn sie ist vergangen. Du stehst nicht länger auf dem Boden, der zwischen den Welten liegt. Du bist weitergegangen und hast die Welt erreicht, die an des HIMMELS Pforte liegt. Es gibt kein Hemmnis für den WILLEN GOTTES, noch brauchst du nochmals eine Reise zu wiederholen, die lange schon vorbei war. Schaue sanft auf deinen Bruder und erblicke die Welt, in der die Wahrnehmung deines Hasses in eine Welt der Liebe umgewandelt worden ist.
(EKIW: Kapitel 26, V. 14.)

Versuche deshalb keine Probleme in einer Welt zu lösen, aus der die Antwort ausgesperrt worden ist. Sondern bringe das Problem an den einzigen Ort, der die Antwort liebevoll für dich bereithält. Hier sind die Antworten, die deine Probleme lösen werden, weil sie losgelöst von ihnen sind und sehen, was beantwortet werden kann und was die Frage ist. In der Welt werfen die Antworten bloß eine weitere Frage auf, obwohl sie die erste unbeantwortet lassen. Im heiligen Augenblick kannst du die Frage der Antwort überbringen und die Antwort empfangen, die für dich gemacht ward.
(EKIW: Kapitel 27, IV. 7.)

Epilog

Der Versuch die Welt zu retten ist der verzweifelte Versuch des Egos sich selbst zu retten – der Versuch die Illusion seiner Existenz am Leben zu halten – während es unweigerlich auf den Tod zu steuert.

„Ich rege mich auf, weil ich eine bedeutungslose Welt sehe.

Dieser Gedanke ist deswegen so wichtig, weil er eine Berichtigung einer der wichtigsten Wahrnehmungsverzerrungen enthält. Du denkst, dass das, was dich aufregt, eine beängstigende Welt oder eine traurige Welt oder eine gewalttätige Welt oder eine wahnsinnige Welt ist. All diese Eigenschaften werden ihr von dir verliehen. Die Welt an sich ist bedeutungslos.
(EKIW: Lektion 12, 1.)

Wenn sich die Fülle im Geiste in einem schonenden Ressourcenverbrauch in der Welt ausdrückt, so ist dies wunderbar. Entscheidend ist dabei aber die Fülle und der Frieden im Geiste - der Ausdruck in der Welt ist nur das Symbol. Die Umweltzerstörung und die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen sind wichtige Hinweise auf unseren Geisteszustand - darin liegt ihre Bedeutung.

"Diese ganze Komplexität ist bloß ein verzweifeltes Bemühen, das Problem nicht zu erkennen und es deshalb nicht lösen zu lassen. Könntest du erkennen, dass Trennung dein einziges Problem ist, gleichgültig, welche Form sie annimmt, dann könntest du die Antwort akzeptieren, denn du würdest sehen, dass sie zutrifft. Nähmest du die Konstanz wahr, die allen Problemen, die sich dir zu stellen scheinen, zugrunde liegt, dann würdest du verstehen, dass du die Mittel hast, sie allesamt zu lösen. Und du würdest die Mittel einsetzen, weil du das Problem erkannt hättest."
(EKIW: LEKTION 79, 6.)

Es gilt zwischen Mittel und Zweck zu unterscheiden. Der Zweck ist die Erlösung, die Welt ist das Mittel. Wenn der Zweck gänzlich erfüllt ist, wird das Mittel nicht mehr benötigt.

Das LETZTE URTEIL über die Welt enthält keine Verurteilung. Denn es sieht die Welt als eine, der total vergeben ist, ohne Sünde und gänzlich ohne Sinn und Zweck. Ohne eine Ursache und nun ohne Funktion in CHRISTI Sicht entgleitet sie einfach ins Nichts. Dort wurde sie geboren, und dort endet sie auch. Und all die Figuren in dem Traum, in dem die Welt begann, gehen mit ihr. Körper sind jetzt nutzlos und werden deshalb dahinschwinden, weil der SOHN GOTTES grenzenlos ist.
(EKIW: Lektion 310/311, 10. 2.)


Ernährung

Übersetzung eines Textes von spiri.ai

Frage an David Hoffmeister:

Glaubst du, der Heilige Geist würde NIEMALS einen dazu führen, einem anderen Wesen Schaden zuzufügen oder ihm das Leben zu nehmen (z. B. Fleisch essen, Ameisen in deiner Küche töten, einen Mörder mit Gewalt stoppen usw.)? Und isst Du übrigens Fleisch, und wenn ja, würdest Du einem Tier persönlich das Leben nehmen?

Davids Antwort:

Die vergebene Welt erkennt die Einheit des geheilten Geistes und sieht, dass es nichts "außerhalb" dieses einzelnen Geistes gibt, der sanft einen glücklichen, sanften Traum träumt. Das Ziel von EKIW ist es, sanft von einer sündlosen Welt zu träumen. Dieses Ziel ist mehr als möglich, es ist unvermeidlich!

Was meine scheinbare Ernährung betrifft, so ist "essen, was serviert wird" die Anleitung, die ich vor vielen Jahren vom Heiligen Geist erhalten habe. Schließe dich deinem Bruder an und lass kein Konzept zwischen die Liebe kommen, die du teilst. Diese Anleitung hat sich nicht geändert. "Abendessen" ist immer eine Kulisse, um die Freude am lebendigen Moment zu teilen. Was die Welt "Atmen" und "Essen" und "Trinken" und "Schlafen" nennt, ist im erleuchteten Zustand wirklich alles gleich. Die geheilte Perspektive sieht die Gleichheit aller Dinge, weil sie alle den gleichen Zweck haben: Vergebung. Diese Perspektive ist nicht "persönlich", denn in einer einheitlichen Wahrnehmung ist nichts persönlich. Gott ist kein Respekt vor Personen. Ich kann das "Leben" eines Tieres buchstäblich nicht "nehmen", weil das Leben Geist ist und nur erweitert oder gegeben werden kann, wie Gott es gibt. "Nehmen" hat in meinem Kopf keine Bedeutung und da Tiere nie "gelebt" haben, ist es unmöglich, dass sie "sterben" können. Der Glaube, der in dem Gedanken "persönlich das Leben eines Tieres nehmen" zum Ausdruck kommt, hat viele zugrunde liegende Annahmen, die falsch sind. Es ist offensichtlich, dass Ideen gestärkt werden, wenn sie verschenkt oder geteilt werden, und dass das "Nehmen" eines "Lebens" oder irgendetwas überhaupt keine Bedeutung hat. Alles, was ich gebe, wird mir selbst gegeben, und beim Geben gibt es keinen Verlust, kein Opfer, und nichts wird jemals der Ganzheit und Einheit genommen. Der Lehrer Gottes will nichts, was nicht verschenkt werden kann. So ist die Freude an Wundern! Die Gedankensamen scheinen überall geworfen zu werden, doch es gibt niemals einen Blick zurück, um zu sehen, wo die Samen landen. Die Samen sind niemals für einen "anderen" und da Geben und Empfangen gleich sind, empfängt der Geist die Gaben, die er gibt. Dies ist wirklich das Fest, nach dem Du hinter den Fragen des Ego suchst.

Die einzige Frage, die gestellt werden muss, ist eine Frage, die überhaupt nicht dumm ist: Bin ich bereit zu wissen, dass Gottes Wille und mein eigener derselbe sind? Gottes Wille für mich ist für vollkommenes Glück. Und was außer diesem Willen ist der Wille Christi? Glücklicherweise kann nichts die Ewige Liebe ändern.

Alles Liebe, David

Epilog

Die Frage nach der Ernährung ist eine beliebte Frage des Egos, mit der es versucht mit Hilfe von Komplexität Verwirrung zu stiften, um von der einfachen WAHRHEIT abzulenken. Außerdem findet das Ego beim Thema Ernährung wieder eine Möglichkeit sich besonders – also besser als andere – zu fühlen. Unsere Großeltern glaubten als Arier bessere Menschen zu sein und wir glauben es jetzt als VegetArier zu sein. Manche Ernährungskonzepte werden mit religiöser Radikalität verfolgt, was dazu geführt hat, dass jetzt selbst hundertprozentige Fruchtsäfte als "vegan" auszeichnet werden, obwohl es sich gerade bei Fruchtsäften kaum garantieren lässt, dass keine einzige Fruchtfliege mit gepresst wurde.

Was David sagt, bedeutet nicht, dass es auf unserem Weg zu einem geheilten Geist, egal ist, wie wir uns gegenüber Tieren verhalten. Unser Umgang mit Tieren ist ein Symbol für unser Gedankensystem, darin liegt seine Bedeutung.

Unsere Liebe zu allen Lebewesen und ein vernünftiger Umgang mit unseren Ressourcen werden ganz automatisch zu vegetarischer Ernährung führen. Wenn dies aber wirklich ein Ausdruck von Liebe und Vernunft ist, so kann dies nicht gleichzeitig zu einem moralischen Urteil über Fleischesser führen, es kann dann kein Konzept sein, das uns von unserem Bruder trennt.

Wenn wir von Liebe erfüllt sind, wird diese Liebe auch ihren Ausdruck im Umgang mit den uns begegnenden Tieren finden. Aber wenn uns ein Mensch mit einem Wiener Schnitzel eine Freude machen will, stehen wir nicht einem Tier gegenüber, sondern jenem Menschen der für uns das Schnitzel zubereitet hat und dann wird ihm gegenüber unsere Liebe ihren Ausdruck finden und wir werden dankbar sein Geschenk annehmen und einen Moment der Freude mit ihm teilen. In diesem Moment teilen wir kein Wiener Schnitzel, wir teilen das Einzige was geteilt werden kann -
und das ist die Liebe und die Freude des Heiligen Augenblicks.

Jesus sprach zu ihnen:
Und wenn ihr in irgendein Land geht und wandert von Ort zu Ort
und wenn sie euch aufnehmen, dann esst das, was man euch vorsetzen wird.
Die Kranken unter ihnen heilt!
Denn was in euren Mund hineingehen wird, wird euch nicht beflecken.
Vielmehr das, was aus eurem Mund herauskommt,
das ist es, was euch beflecken wird.

(Thomas-Evangelium, Legion 14, 4.&5.)



Gender

Die Texte auf dieser Homepage sind nicht gegendert. Weder die Texte aus dem Kurs, noch meine eigenen. Dies hat einen einfachen Grund, der sich in vier Aspekten darstellen lässt:

1. Worte sind nur Symbole von Symbolen. Es spielt keine Rolle ob hier von Brüder oder Schwestern die Rede ist, denn in diesen Texten geht es um die WAHRHEIT jenseits der Worte. Desto mehr wir uns an Worten stoßen, desto weiter sind wir von der WAHRHEIT entfernt.

2. Gender ist ein Begriff in den Sozialwissenschaften und bezeichnet Geschlechtseigenschaften, die eine Person in Gesellschaft und Kultur beschreiben. Gender steht in Abgrenzung zu den biologischen Geschlechtern des Menschen. Es beschreibt die nicht an biologische Merkmale gebundenen Geschlechtsaspekte der Menschen. Unter Gendern wird meist der Versuch verstanden Gleichstellung der Geschlechter durch Modifikationen der herkömmlichen Sprache zu erreichen oder zu fördern.

Rein von sprachlichen Aspekten aus betrachtet, handelt es sich dabei um eine Verwechslung von Genus und Sexus. Genus bezeichnet das grammatische Geschlecht, ist eine in vielen Sprachen vorkommende Klassifikation von Substantiven darstellt, denen jeweils ein Genus (Maskulinum, Femininum, Neutrum) zugeordnet ist. Sexus hingegen ist die sprachliche Markierung des biologischen Geschlechts.

Es besteht dabei durchaus bei vielen Wörtern ein gewisser Zusammenhang zwischen biologischem und grammatischem Geschlecht. Das Genus bezeichnet jedoch nicht biologische oder andere Eigenschaften des mit dem Wort bezeichneten Lebewesens, Gegenstands oder Begriffs, sondern nur grammatikalische Beziehungen zu anderen Wörtern und Satzteilen. Auch bezeichnen die meisten maskulinen und femininen Wörter etwas, das gar kein biologisches Geschlecht hat. Dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen Genus und biologischem Geschlecht gibt, zeigt sich an vielen Wörtern:

Beispiele für Personenbezeichnungen:
Generische Maskulinum, aber geschlechtsneutral: der Mensch, der Gast
Generisches Femininum, aber geschlechtsneutral: die Wache, die Arbeitskraft
Generisches Neutrum, aber weibliches Geschlecht: das Mädchen

Beispiele für Dinge:
Generische Maskulinum, aber ohne Geschlecht: der Käse
Generisches Femininum, aber ohne Geschlecht: die Wurst

Studien belegen, dass durch das generische Maskulinum in bestimmten Situationen tatsächlich eher an einen Mann bzw. an eine Gruppe Männer gedacht wird. Aber dies ist kein Problem der Sprache, sondern ein Problem unseres Ego-Denksystems. Wenn es heißt „die Arbeitskraft hat einen guten Job gemacht“, oder „die Wache hat einen guten Job gemacht“ hat niemand ein Problem, aber wenn es heißt „der Arbeiter hat einen guten Job gemacht“ ist das heutzutage ein Problem. Die Suche nach dem unbekannten Täter sorgt hingegen für keinen Gender-Aufschrei, niemand verlangt hier nach der TäterIn.

Die Unterscheidung von Genus und Sexus, wie sie in der Deutschen Sprache vorliegt, stellt durchaus einen gewissen Nachteil dar, aber da ist ein Binnen-I nicht die Lösung, sondern ist grammatikalisch falsch und führt in Folge noch zu wesentlich mehr sprachlichem Durcheinander.

Dies ist generell eine typische Eigenschaft des Egos. Es versucht immer von ihm selbst erschaffene Probleme auf der Ebene zu „lösen“, auf der sie erschaffen wurden. Schon Albert Einstein hat darauf hingewiesen, dass sich ein Problem, auf der Ebene auf der es erschaffen wurde, nicht lösen lässt. Das Ego ist das Problem und nur die Erlösung davon, ist die einzig wahre Lösung.

Ein Beispiel: „Frauen sind die besseren AutofahrerInnen.“ Geschrieben ist es noch verständlich, aber nur gesprochen, führt es genau so zu einer verzerrten Wahrnehmung, wie das generische Maskulinum. Da bleibt dann nur die Möglichkeit immer beide Geschlechter zu nennen. Damit werden alle Texte deutlich länger und weiterhin ist ungeklärt wer zuerst zu nennen ist – die Frauen oder die Männer. Wir könnten nun auch dafür wieder eine Regelung finden. Das Ego liebt Komplexität und es liebt den Kampf zwischen den Geschlechtern – darin hat es eine Jahrtausende lange Erfahrung.

Die WAHRHEIT ist einfach und kann nicht geübt werden,
das Leiden ist sehr kompliziert und muss durch ständiges Wiederholen geübt werden.

Auf dem Weg aus der Illusion der Trennung zur WAHRHEIT, wäre eine hilfreiche Lösung eine Weltsprache, die dieses Problem gar nicht kennt und die gleichzeitig nicht nur die Geschlechter, sondern auch alle Menschen auf der Welt verbindet. Eine einheitliche offizielle Sprache für alle Menschen, schließt nicht aus, dass Menschen die Freude an alten Sprache haben, sich mit diesen alten Sprachen weiterhin beschäftigen.

3. Das was sich hinter diesen ganzen Diskussion des Genderns verbirgt, ist die stärkste Identifikation des Egos überhaupt - jene mit dem Körper.

Nur das Gewahrsein des Körpers ist es, das die Liebe begrenzt erscheinen lässt. Denn der Körper ist eine Begrenzung der Liebe. Der Glaube an begrenzte Liebe war sein Ursprung, und er wurde gemacht, dass Unbegrenzte zu begrenzen. Denk nicht, dass das bloß allegorisch ist, denn er wurde gemacht, um dich zu begrenzen. Kannst du, der du dich selbst in einem Körper siehst, dich als eine Idee erkennen? Alles, was du siehst, identifizierst du mit Äußerlichkeiten, mit etwas außerhalb seiner selbst. Du kannst nicht einmal an GOTT ohne einen Körper denken oder irgendeine Form, die du zu begreifen glaubst.
(EKIW: Kapitel 18, VIII. 1.)

Die Religion des Egos ist die Dualität. Es lebt von Konflikten scheinbarer Gegensätze. Daher liebt das Ego die Unterscheidung der Geschlechter. Jahrtausende lang haben wir dies getan, indem wir uns eine Illusion erschaffen haben, in der Frauen schlechter als Männer behandelt wurden. In unserer jetzigen Zeit - in der es nur noch staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften erlaubt ist, die Gleichheit von Mann und Frau zu leugnen - haben wir uns einen neuen Altar für den Kampf der Geschlechter geschaffen, den Kampf um soziale geschlechtsspezifische Aspekte und deren Gleichstellung.

Der Kurs verweist ganz klar darauf, dass es keine Grade gibt. Das Ego versucht gerade mit Hilfe des Geschlechts und der Sexualität neue moralische Grade zu etablieren. So abstrus das klingt, so glühend wird die neue Menschentrennung von ihren Missionaren dennoch vertreten – wahr ist, was wahr gemacht wird. Die wichtigsten Leitsätze lassen sich leicht formulieren: Frau ist besser als Mann. Nichtweiß ist besser als weiß. Homosexuell ist besser als heterosexuell. Transsexuell wiederum ist besser als homosexuell.

Es findet ein Opferwettbewerb statt, wobei sich die verschiedenen Opfer-Bonus-Punkte problemlos addieren lassen und wechselseitig verstärken. Genau dies meint das neue Zauberwort Intersektionalität: Eine lesbische, nichtweiße, junge Frau hat wesentlich mehr moralische Autorität als ein alter, weißer, heterosexueller Mann.

Dabei gilt die Regel: Die moralisch besser gestellte Person kann die minderbemittelte verstehen, aber nicht umgekehrt. Darum darf sie dieselbe auf einer Party oder in einem Film auch mimen, während der umgekehrte Fall mittlerweile undenkbar geworden ist. Die höhere moralische Stellung beruht zugleich auf einem höheren moralischen Wissen.

Das Ego liebt diese moralische Besonderheit. Umso exaltierter die eigene Geschlechtsidentität und Sexualidentität ist, umso besonderer fühlt es sich. Es feiert seine Auftritte im Scheinwerferlicht auf den Bühnen dieser Welt und tanzt, wie einst auf der Titanic, in den Untergang. Viele sogenannte Hochkulturen haben diesen Punkt erreicht und sind dann untergegangen (Altes Ägypten, Babylonisches Reich, Antikes Griechenland, Römisches Reich, …).

4. Wir befinden uns gerade am Höhepunkt des individuellen Ego-Wahns und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass dieser auch nicht vor dem biologischen Geschlecht halt macht. Das Ego hat dafür den Begriff Geschlechtsidentität erfunden. Das Ego identifiziert sich nicht nur mit seinem Körper und dem biologischen Geschlecht, sondern es hat zusätzlich weitere Ebenen der Identifikation eingeführt.

Auf dem spirituellen Weg geht es genau um das Gegenteil – darum sich von jeder Identifikation zu lösen. Diese ganze Komplexität beim Thema Geschlecht und Sex ist nicht von Gott. Komplexität ist vom Ego und nichts anderes als der Versuch des Ego, das Offensichtliche zu verschleiern. Das Ego liebt Komplexität und lebt von Identifikation und Trennung.

"Das Ego erkennt nicht, was es zu lehren versucht. Es versucht, dich zu lehren, was du bist, ohne zu erkennen, was du bist. Nur in der Verwirrung ist es ein Experte. Etwas anderes versteht es nicht. So ist das Ego denn als Lehrer völlig verwirrt und völlig verwirrend."
(EKIW Kapitel 8, II. 1.)

An Geschlechtsidentitäten gibt es aktuell cisgender (Mann oder Frau), transsexuell, intersexuell, nicht-binär, genderqueer, genderfluid, bigender, Demigirl & Demiboy, agender und neutrois.

An sexuellen Identitäten, früher als sexuelle Orientierungen bezeichnet, gibt es Heterosexuell, Homosexuell / schwul, Homosexuell / lesbisch, Bisexuell, Asexuell, Omnisexuell / pansexuell, Androsexuell, Gynosexuell, Autosexuell und Demisexuell.

Und dem noch nicht genug, gibt es dann noch die unterschiedlichsten Beziehungsformen. Da gibt es Monogamie, Mingle, Living apart together, Polyamory, BDSM-Beziehungen und Requiesoromantisch.

Auch medizinische Eingriffe um das biologische Geschlecht der Geschlechtsidentität anzupassen sind mittlerweile völlig normal. Das ist es, was das Ego unter „sich die Erde untertan machen“ versteht. Es unterwirft alles seinem Willen.

Für all diese Spielarten von Geschlechtsidentitäten, sexuellen Identitäten und Präferenzen braucht es eigene sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten, um Forderungen an seine Mitmenschen stellen zu können. Dies bietet dem Ego ein weiters Schlachtfeld im Kampf um nichts.

Man könnte die Ziele, die du jetzt wahrnimmst, auch so beschreiben, dass man sagt, sie drehen sich alle um »persönliche« Interessen. Da du keine persönlichen Interessen hast, drehen sich deine Ziele tatsächlich um nichts. Wenn du an ihnen festhältst, hast du folglich überhaupt keine Ziele. Und darum weißt du nicht, wozu irgend etwas dient.
(EKIW: Lektion 25, 3.)

Resümee: Auf der Ebene der Welt gibt es zwei biologische Geschlechter, doch selbst sie stehen von Natur aus in keinem Kampf, sondern ergänzen und durchdringen einander, wie es im alten chinesischen Symbol von Yin und Yang zum Ausdruck kommt. Da unser wahres Sein nicht unser Körper ist, ist selbst das biologische Geschlecht bedeutungslos.

Der Körper wurde nicht von der Liebe gemacht. Die Liebe aber verurteilt ihn nicht und kann ihn liebevoll verwenden, indem sie respektiert, was GOTTES SOHN gemacht hat, und es verwendet, um ihn von Illusionen zu erlösen.
(EKIW: Kapitel 18, VI. 4.)

GOTT kennt keine Dualität - IHR ist es völlig egal, wie wir SIE nennen.



Persönlichkeit

Wenn Du diese Seiten liest dann kann Deine Persönlichkeit wahrscheinlich folgendermaßen beschrieben werden:

„Du bist auf die Zuneigung und Bewunderung anderer angewiesen, neigst aber dennoch zu Selbstkritik. Deine Persönlichkeit weist einige Schwächen auf, die Du aber im Allgemeinen ausgleichen kannst. Beträchtliche Fähigkeiten lässt Du brachliegen, statt sie zu Deinem Vorteil zu nutzen. In Deiner sexuellen Entwicklung hat es Schwierigkeiten gegeben. Äußerlich diszipliniert und selbstbeherrscht, neigst Du dazu, Dich innerlich ängstlich und unsicher zu fühlen. Mitunter zweifelst Du stark an der Richtigkeit Deines Tuns und Deiner Entscheidungen. Du bevorzugst ein gewisses Maß an Abwechslung und Veränderung und bist unzufrieden, wenn Du von Verboten und Beschränkungen eingeengt wirst. Du bist es gewohnt unabhängig zu denken und nimmst anderer Leute Aussagen nicht unbewiesen hin. Es gibt eine Seite Deiner selbst die Du nur Deinen engsten Freunden und Liebsten zeigst. Du magst soziale Interaktionen, brauchst aber auch regelmäßig Zeit für Dich allein. Einige Deiner Hoffnungen sind ein wenig unrealistisch. Die Basis für Dein Leben bildet ein gewisses Maß an Sicherheit.“

Link zu Deinem ausführlichen persönlichen Horoskop

Wir fühlen uns durch diesen Text meist ganz gut beschrieben. Es handelt sich dabei um den in der Psychologie beschriebenen Forer-Effekt. Er bezeichnet die Neigung von uns Menschen, vage und allgemeingültige Aussagen über die eigene Person so zu interpretieren, dass sie als zutreffende Beschreibung empfunden werden. Dieses psychologische Phänomen wird auch als Täuschung durch persönliche Validierung bezeichnet.

Bei dem im Link angeführten Horoskop handelt es sich um ein, für den WDR im Jahr 1997 mit einem Computer erstelltes, Horoskop des, am 25. 10. 1879 um 18 Uhr in Hannover geborenen, Serienmörders Fritz Haarmann. In einem Versuch für den WDR wurde Interessenten ein persönliches Horoskop angeboten. Mehr als 200 Interessierte nahmen teil. Sie erhielten aber alle ein und dasselbe Horoskop und zwar das des Massenmörders Fritz Haarmann, der in den 30er Jahren 24 junge Männer auf brutalste Weise ermordete — ein Mensch mit dem sich sicherlich niemand gerne identifiziert. Auf einem Fragebogen sollten die Interessierten das Horoskop bewerten: Die Frage lautete: "Erkennen Sie sich in diesem Horoskop wieder?". Das Ergebnis: 76 Prozent aller Interessenten antworteten mit "Ja, mein Charakter wird korrekt beschrieben", 15 Prozent antworteten sogar mit "Perfekt, es stimmt alles" und nur 9 Prozent gaben an, dass das Horoskop überhaupt nicht passt.

Diese oben angeführten sogenannten Barnum-Aussagen sind beispielsweise in Zeitungshoroskopen enthalten, sodass der US-amerikanische Psychologe Bertram R. Forer bei seinen Testreihen im Jahre 1948 einfach auf Zeitungshoroskope zurückgreifen konnte. Barnum-Aussagen finden auch Verwendung beim Cold Reading und beim Wahrsagen. Die Graphologie, das allseits beliebte Handlesen und diverse Formen von „Energiearbeit“ sind gleichfalls unter dem Aspekt des Barnum-Effekts zu betrachten.

Typische Barnum-Aussagen entstehen unter anderem durch folgende Mittel:

Diese, so „treffenden“ Aussagen, lassen sich machen, wenn man über die betreffende Person überhaupt nichts weiß – dem sogenannten „Cold Reading“. Wenn man dann noch Informationen über die Person hat und wenn sie einem vielleicht sogar noch gegenüber sitzt, lassen sich umso treffendere Aussagen machen. Wenn man mit dem Enneagramm vertraut ist und den Enneagramm-Typ des Gegenübers erkennt, weiß man bezüglich der Persönlichkeitsstruktur des Gegenübers meist mehr als die Person selbst. Dann weiß man ganz genau was das Gegenüber hören will und deswegen ist der Effekt des sogenannten „Hot Reading“ so verblüffend.

Das Ego funktioniert nach ganz einfachen Prinzipien – es sehnt sich nach Anerkennung, nach gesehen und verstanden werden, nach Selbstbestimmung und nach Sicherheit. Alles eine Folge seiner tief verwurzelten Erfahrung von Trennung.

Hinter dem Forer-Effekt steht auch die Eigenschaft des Egos in erster Linie an sich selbst interessiert zu sein. Deswegen ist auch die Biografie-Arbeit in der Psychotherapie so beliebt. An der eigenen Biografie kann man ewig arbeiten, das wird nie langweilig.

Außerdem funktioniert unser Ego nach dem in der Psychologie als Mustererkennung bezeichneten Prinzip. In der Sprache des Kurses bedeutet dies, dass das Ego dazu neigt die Vergangenheit zu wiederholen.

Daraus ergeben sich die vier Ecksteine für ein überzeugendes „Reading“:

Manche Menschen die mit diesen Tricks arbeiten sind sich dessen selbst gar nicht bewusst. Sie verwenden ganz unbewusst diese Methoden und sind selbst wirklich von ihren besonderen Fähigkeiten überzeugt. Zu glauben paranormale Fähigkeiten zu besitzen, obwohl es sich nur um gute, aber unbewusste, Menschenkenntnis handelt, nennt man „transcendental choice“. Dahinter verbirgt sich wieder einmal die zentrale Idee des Egos besonders zu sein und das macht es gleichzeitig ganz besonders überzeugend.

Doch keine noch so rosige Zukunft kann uns wahre Glückseligkeit bringen – die Befreiung aus der Illusion der Trennung, aus dem Alptraum des Egos, ist Vergebung in diesem Augenblick. Eine Welt, der vergeben ist, braucht keine vielversprechende Zukunft, weil sie bereits die Erfüllung ist.

Es gibt selbstverständlich keine unnatürlichen Kräfte, und es ist offensichtlich nur ein Appell an die Magie, eine Kraft zu erfinden, die nicht existiert. Es ist jedoch gleichermaßen offensichtlich, dass jeder einzelne viele Fähigkeiten hat, deren er sich nicht bewusst ist. Wenn sich sein Bewusstsein erweitert, ist es gut möglich, dass er Fähigkeiten entwickelt, die ihm ziemlich überraschend erscheinen. Doch nichts, was er tun kann, kann sich auch nur im geringsten mit der herrlichen Überraschung vergleichen, wenn er sich erinnert, WER er ist. Lass all sein Lernen und all seine Bemühungen auf diese eine große letzte Überraschung gerichtet sein, und er wird sich nicht damit zufrieden geben, durch die kleinen aufgehalten zu werden, die ihm auf dem Weg begegnen mögen.

Die scheinbar neuen Fähigkeiten, die auf dem Weg gesammelt werden mögen, können sehr hilfreich sein. Werden sie dem HEILIGEN GEIST gegeben und unter SEINER Anleitung benutzt, sind sie wertvolle Lehrhilfen. Dafür ist die Frage, wie sie entstehen, unerheblich. Die einzig wichtige Überlegung ist, wie sie verwendet werden. Sie selbst als Zweck an sich zu nehmen - ganz gleich, wie das getan wird - wird den Fortschritt verzögern. Auch liegt ihr Wert nicht darin, irgend etwas zu beweisen - Errungenschaften aus der Vergangenheit, eine ungewöhnliche Einstimmung auf das Unsichtbare oder eine besondere Gunst von GOTT. GOTT erweist keine besondere Gunst - und niemand hat irgendwelche Kräfte, die nicht jedem zur Verfügung stünden. Nur durch Tricks der Magie werden besondere Kräfte demonstriert.


(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 25. 1.&3.)


Besonderheit

Hochbegabt, hochsensibel, hochspirituell, ganz besonders hübsch, ganz besonders erfolgreich, ganz besonders kreativ oder zumindest transgender, nur ja nicht normal, nur ja nicht einfach, sein - ist das Motto unserer Zeit. Noch vor einer Generation war das "besonders sein" ein eher kollektives Phänomen. Völker und Rassen fühlten sich anderen Völkern und Rassen überlegen und damit besonders. Zurzeit ist es die individuelle Besonderheit, die einen Höhepunkt erlebt.

Das einzige, was jemals als eine versteckte Überzeugung gehegt wird, die, wenngleich unerkannt, verteidigt werden muss, ist der Glaube an Besonderheit. Dieser nimmt viele Formen an, doch kollidiert er immer mit der Wirklichkeit der Schöpfung GOTTES und mit der Größe, die ER SEINEM SOHN gab. Was sonst konnte Angriff rechtfertigen? Denn wer könnte jemanden hassen, dessen SELBST das seine ist und DEN er erkennt? Nur die Besonderen können Feinde haben, denn sie sind verschieden und nicht dasselbe. Und jede Art von Unterschied zwingt Rangordnungen der Wirklichkeit auf und ein Bedürfnis zu urteilen, dem nicht entronnen werden kann.

Was GOTT erschaffen hat, das kann nicht angegriffen werden, denn es gibt nichts im Universum, das sich nicht gleich ist. Doch was verschieden ist, verlangt nach einem Urteil, und dieses muss von jemand »Besserem« kommen, von jemandem, der unfähig ist, so zu sein wie das, was er verurteilt, jemandem, der »darübersteht« und im Vergleich zu diesem ohne Sünde ist. Und so wird die Besonderheit zum Mittel und zum Zweck in einem. Denn die Besonderheit sondert nicht nur aus, sondern dient auch als Grundlage, von der aus Angriff auf diejenigen, die unter dem Besonderen zu sein scheinen, »natürlich« und »gerecht« ist. Die Besonderen fühlen sich schwach und gebrechlich aufgrund von Unterschieden, denn was sie besonders macht, ist ihr Feind. Dennoch schützen sie diese Feindschaft und nennen sie »Freund«. Zu ihren Gunsten kämpfen sie gegen das Universum, denn nichts in der Welt schätzen sie höher.


(EKIW: Kapitel 24, I. 3.&4.)

Die Beschäftigung mit spirituellen Themen bietet dem Ego ein weites Feld an Möglichkeiten sich mit spirituellem Wissen und spirituellen Konzepten zu identifizieren und sich dadurch besonders zu fühlen. Wenn wir glauben einen Satz, wie den folgenden aus einem spirituellen Text kopierten, zu verstehen, fühlen wir uns besonders: „Die Agenz, das Regime, Muster oder die Form eines sozialen Holons ist ebenso selbstgeneriert, selbstgestaltet, selbstauferlegt, autopoietisch auch, wenn alle Holons von allen vier Quadranten beeinflusst sind.“ Mit derartigen ganz besonderen Konzepten verschleiert das Ego erfolgreich, die einfache Wahrheit, dass Vergebung im JETZT der Weg in die Freiheit ist.

Doch auch der Kurs bietet eine verlockende Möglichkeit uns besonders zu fühlen. Wir können es daran erkennen, dass wir unseren Mitmenschen ständig Kurszitate an den Kopf werfen, obwohl wir selbst ganz offensichtlich noch immer tief in der Illusion einer getrennten Person stecken.

"Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders,
aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?
"
(Bibel Einheitsübersetzung, Mt 7,3 & Lk 6,41)

In den 70er und 80er Jahren wurden eine Menge Kommunen gegründet. Es war der Versuch die Illusion von wir-haben-uns-alle-lieb aufrechtzuerhalten, während gleichzeitig alles Negative in die Gesellschaft außerhalb der Kommune projiziert wurde. All diese Kommunen sind gescheitert und deren Anführer teilweise wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vor Gericht gelandet. Eine Kommune zu gründen, mit der Idee sich von anderen abzugrenzen, und somit einer bösen oder verrückten Welt zu entfliehen, ist ein Gedanke der Trennung. Dahinter steht die Idee von wir und die anderen, von wir sind die Guten und die anderen die Bösen - von wir sind besonders.

Besonderheit ist der große Diktator, der falsche Entscheidungen diktiert. Hier ist die imposante Illusion über das, was du bist und was dein Bruder ist. Und hier ist, was den Körper lieb und teuer und der Erhaltung wert macht. Besonderheit muss verteidigt werden. Illusionen können sie angreifen, und sie tun es. Denn das, wozu dein Bruder werden muss, damit du deine Besonderheit bewahren kannst, ist eine Illusion. Er, der »schlechter« ist als du, muss angegriffen werden, damit deine Besonderheit von seiner Niederlage leben kann. Denn Besonderheit ist Triumph, und ihr Sieg ist seine Niederlage und seine Schande. Wie kann er leben, mit allen deinen Sünden auf ihm? Und wer anders als du muss Sieger über ihn sein?

Wäre es möglich, dass du deinen Bruder hasst, wenn du so wärst wie er? Könntest du ihn angreifen, wenn dir klar wäre, dass du mit ihm zu einem Ziel reist, welches dasselbe ist? Würdest du ihm nicht in jeder dir möglichen Weise helfen, es zu erreichen, wenn sein Dorthingelangen als das deine wahrgenommen würde? Du bist sein Feind in der Besonderheit, aber sein Freund, wenn ihr dasselbe Ziel teilt. Besonderheit kann nie mit andern teilen, denn sie hängt von Zielen ab, die du allein erreichen kannst. Und er darf diese nie erreichen, sonst ist dein Ziel gefährdet. Kann Liebe dort Bedeutung haben, wo Triumph das Ziel ist? Und welche Entscheidung kann dafür getroffen werden, die dich nicht verletzt?


(EKIW: Kapitel 24, I. 5.&6.)

Immer wenn wir einen Menschen danach beurteilen ob er sich mit spirituellen Themen beschäftigt oder nicht, immer wenn wir einen Menschen verurteilen weil er sich anders ernährt als wir, immer wenn wir einen Menschen belächeln der in dieser Welt nicht erfolgreich ist, immer wenn wir uns über einen Politiker lustig machen oder ärgern, bestätigen wir die Illusion unserer Besonderheit und halten damit die Illusion der Trennung aufrecht.

Eine gute Übung am Weg ist es, alle Menschen - außer sich selbst - als erleuchtet wahrzunehmen. Im Sinne von "lehre was Du zu lernen hast". Wenn wir also einem Bettler Geld geben, so erkennen wir, dass nicht wir ihm helfen, sondern er uns. Er ist es der in unserem Bewusstsein auftaucht als Möglichkeit die Trennung aufzuheben und in ihm den einen CHRISTUS zu sehen. Wir sehen keinen hilfsbedürftigen Menschen der uns braucht und uns somit die Möglichkeit gibt uns als der Helfende besonders zu fühlen. Der "Bettler" erinnert uns hingegen daran, dass es nur einen von UNS gibt.

Vergleichen muss eine Einrichtung des Ego sein, denn die Liebe tut es nicht. Besonderheit vergleicht immer. Sie wird durch einen Mangel, der im anderen gesehen wird, begründet und beibehalten, indem sie alle Mängel, die sie wahrnehmen kann, sucht und klar im Auge hält. Das sucht sie, und auf das schaut sie. Und immer würde der, den sie auf diese Weise klein macht, dein Erlöser sein, hättest du dich nicht entschieden, ihn statt dessen zu einem kleinen Maßstab für deine Besonderheit zu machen. Gegen die Kleinheit, die du in ihm siehst, stehst du groß und stattlich da, rein und ehrlich, lauter und unbefleckt im Vergleich zu dem, was du siehst. Und du verstehst nicht, dass du es selbst bist, den du auf diese Weise klein machst.
(EKIW: Kapitel 24, II. 1.)

Besonderheit ist ein Mangel an Vertrauen in irgend jemand anderen als dich. Glaube wird in dich allein investiert.
(EKIW: Kapitel 24, IV. 1. 1.&2.)

„Du bist nicht besonders.
Wenn du denkst, du seist es, und deine Besonderheit gegen die Wahrheit dessen verteidigst,
was du wirklich bist, wie kannst du die Wahrheit dann erkennen?

(EKIW: Kapitel 24, II. 4. 1.&2.)

Immer wenn wir einen Menschen als einen ganz besonderen Menschen bezeichnen, immer wenn wir eine Freundschaft für eine ganz besondere Beziehung halten, immer wenn wir ein Ereignis für ein ganz besonderes Event halten, bestätigen wir die Illusion der Besonderheit und halten damit die Illusion der Trennung aufrecht.

All die Partys und Special Events sind der Versuch aus Nichts etwas ganz Besonderes zu machen. Das Leben auf der Ebene des Egos ist im Angesicht des unvermeidlichen Todes so bedeutungs- und sinnlos, dass es kaum zu ertragen ist, und so hetzen wir von einem ganz besonderen Event zum Nächsten und betäuben uns mit Alkohol und sonstigen Drogen um den Schmerz der Trennung von GOTT nicht fühlen zu müssen.

Eine vom Ego ganz besonders gepflegte Idee, ist die Idee von besonderen Plätzen und Orten. Sei es nun Santiago de Compostela in Spanien, die Lourdes-Grotte in Südfrankreich, der Petersdom in Rom, Jerusalem in den judäischen Bergen, Mekka in Saudi Arabien, Lumbini der Geburtsort Siddhartha Gautamas, Varanasi am Ganges, die Höhlen am Berg Arunachala in Südindien in denen Ramana Maharshi gelebt hat, oder einfach nur ein schöner Platz in der Natur - immer ist es die Idee der Besonderheit die sich dahinter verbirgt. Es ist allerdings nie der Ort selbst der besonders ist, sondern es ist der Glaube an den Ort, der die Wahrnehmung von Besonderheit erzeugt. Die Welt ist eine Projektion des Geistes.

Der Glaube an die Besonderheit eines bestimmten Ortes erleichtert natürlich die Hinwendung an Gott und kann eine wertvolle Unterstützung sein um in den heiligen Augenblick einzutauchen. Darum worum es geht ist aber der heilige Augenblick und nicht der "heilige" Ort. Grundsätzlich können wir einen heiligen Augenblick genauso in der Tokioter U-Bahn während der Rushhour erfahren, wie in einem tibetischen Kloster am Fuße des Kailash – es ist unsere Geisteshaltung die entscheidend ist.

Um einen verwirrten Geist zumindest für einen Moment still werden zu lassen ist eine Menge an ganz besonderem Hokuspokus notwendig. Der Hokuspokus ist aber nur das Mittel und nicht der Zweck. Der verwirrte Ego-Geist neigt dazu den Hokuspokus selbst zum Zweck zu machen.

Vergebung ist das Ende der Besonderheit. Nur Illusionen können vergeben werden, und dann verschwinden sie. Vergebung ist die Befreiung von allen Illusionen, und genau deshalb ist es unmöglich, nur zum Teil zu vergeben. Niemand, der sich an eine einzige Illusion klammert, kann sich als sündenlos sehen, denn er bewahrt sich einen Irrtum, den er immer noch für schön hält. So nennt er ihn denn »unverzeihlich« und macht ihn zur Sünde. Wie kann er dann seine Vergebung gänzlich geben, wenn er sie nicht für sich selbst empfangen möchte? Denn es steht fest, dass er sie ganz und gar empfinge in dem Augenblick, in dem er sie so geben würde. Und somit würde seine geheime Schuld verschwinden, vergeben von ihm selbst.
(EKIW: Kapitel 24, III. 1.)

Vor deines Bruders Heiligkeit schweigt die Welt still, und Friede senkt sich auf sie nieder in Sanftmut und in Segen, die so vollständig sind, dass keine einzige Spur von Konflikt mehr bleibt, um dich heimzusuchen in der Finsternis der Nacht. Er ist dein Erlöser aus den Träumen der Angst. Er ist die Heilung deiner Opfer- und Angstgefühle, dass das, was du hast, sich im Wind zerstreuen und zu Staub zerfallen wird. In ihm liegt die Versicherung für dich, dass GOTT hier und jetzt bei dir ist. Solange er das ist, was er ist, kannst du sicher sein, dass GOTT erkennbar ist und von dir erkannt werden wird. Denn ER konnte niemals SEINE EIGENE Schöpfung verlassen. Und das Zeichen dafür, dass dem so ist, liegt in deinem Bruder und wird dir angeboten, damit alle deine Selbstzweifel vor seiner Heiligkeit verschwinden mögen. Siehe GOTTES Schöpfung in ihm. Denn in ihm wartet sein VATER auf deine Anerkennung, dass ER dich als Teil von SICH erschuf.
(EKIW: Kapitel 24, VI. 1.)

Es ist ganz einfach:
Alles was einen Gedanken der Trennung enthält ist ein Irrtum.
Alles was den Gedanken der Einheit enthält ist wahr.



Meditation

Meditation ist Teil jeder spirituellen Tradition, weil sie eine hilfreiche Methode ist, um aus der Hektik des Alltags auszusteigen und sich der Stille zuzuwenden. Das Ego schafft es aber auch, diese wunderbare Methode, für seine Zwecke zu missbrauchen, indem es Mittel und Zweck vertauscht. Meditation ist ein wunderbares Mittel, aber nicht der Zweck selbst.

Jedes starre Festhalten an bestimmten Ritualen oder Praktiken in der Zeit, mit einem Ziel in der Zukunft, hält die Illusion der Zeit am Leben und verhindert damit die Befreiung aus der Illusion.

Wenn religiöse Rituale, wie Niederwerfungen, bestimmte Meditations- und Yoga-Techniken von Jemanden getan werden und Teil seines Selbstbildes werden, dann stärkt das den Jemand – das Ego. Das Ego identifiziert sich sehr schnell mit Methoden und Praktiken und fühlt sich dann „spiritueller“ als „Nichtpraktizierende“ und damit besonders.

Was GOTT erschaffen hat, das kann nicht angegriffen werden, denn es gibt nichts im Universum, das sich nicht gleich ist. Doch was verschieden ist, verlangt nach einem Urteil, und dieses muss von jemand »Besserem« kommen, von jemandem, der unfähig ist, so zu sein wie das, was er verurteilt, jemandem, der »darübersteht« und im Vergleich zu diesem ohne Sünde ist. Und so wird die Besonderheit zum Mittel und zum Zweck in einem. Denn die Besonderheit sondert nicht nur aus, sondern dient auch als Grundlage, von der aus Angriff auf diejenigen, die unter dem Besonderen zu sein scheinen, »natürlich « und »gerecht« ist. Die Besonderen fühlen sich schwach und gebrechlich aufgrund von Unterschieden, denn was sie besonders macht, ist ihr Feind. Dennoch schützen sie diese Feindschaft und nennen sie »Freund«. Zu ihren Gunsten kämpfen sie gegen das Universum, denn nichts in der Welt schätzen sie höher.
(EKIW: Kapitel 24, I. 4.)

Unter Meditation werden die unterschiedlichsten Dinge verstanden, wie auch innere Reisen und Visualisierungen. Das alles hat durchaus eine beruhigende Wirkung, hat aber nichts mit Meditation im spirituellen Sinne zu tun.

Solange Meditation nur dazu dient sich von den ewig wiederkehrenden Gedanken abzuwenden, ist nicht viel erreicht. Dies ist eine Sisyphusarbeit. Wenn das, den Gedanken zugrundeliegende, unbewusste Gedankensystem nicht korrigiert ist, werden immer wieder die gleichen trennenden Gedanken auftauchen. Erst wenn das falsch gesinnte Gedankensystem in Richtung der WAHRHEIT korrigiert ist, verlieren die Gedanken an Bedeutung und das Abwenden geschieht fast von selbst.

Meditation im spirituellen Sinn bedeutet, sich von der Identifikation mit dem Körper und von Gedanken und Bildern zu lösen und - in und als Bewusstsein zu verweilen. Hierbei ist ein erwachter Lehrer äußerst hilfreich, weil der Augenkontakt mit ihm, die Loslösung aus der Identifikation enorm erleichtert.

Sitting Together in Presence - A Meditation with Eckhart Tolle

Nur eine Geisteshaltung, im Sinne der WAHRHEIT, die in jedem Moment ihren freien Ausdruck findet, führt zur Befreiung. Vergebung ist die zentrale Geisteshaltung auf dem Weg in die Freiheit. Sie ist an keine Form in der Zeit gebunden, sondern ein sich im ständigen Wandel befindlicher Prozess.

Daher ist auch der Kurs nur ein Beginn und kein Ende. Der Kurs mit seinen 365 Übungen ist eine Hilfestellung um die neue Geisteshaltung zu erlangen und seinen eigenen INNEREN LEHRER zu finden. Anschließend gilt es auch den Kurs wieder loszulassen und über ihn hinauszugehen. Wenn der direkte Kontakt mit Gott wieder hergestellt ist, braucht es keinen Kurs mehr.

Salopp könnte man es auch so ausdrücken: Wir tun zu Beginn so, als ob wir was tun müssten, um den Punkt zu erreichen, an dem wir erkennen, dass es nie etwas zu tun gab. An diesem Punkt ist die Illusion eines Tuenden verschwunden und Tun erscheint im unbewegten Bewusstsein.

Es ist unmöglich, den heiligen Augenblick vorbehaltlos anzunehmen, es sei denn, du bist einen einzigen Augenblick lang gewillt, keine Vergangenheit noch Zukunft zu sehen. Du kannst dich nicht auf ihn vorbereiten, ohne ihn in die Zukunft zu verlegen. Befreiung wird dir in dem Augenblick gegeben, in dem es dich nach ihr verlangt. Viele haben ein ganzes Leben mit Vorbereitung zugebracht und haben in der Tat ihre Momente des Erfolgs erzielt. Dieser Kurs versucht nicht, mehr zu lehren, als sie in der Zeit lernten, aber er zielt auf Zeitersparnis ab. Vielleicht versuchst du, einen sehr langen Weg zum Ziel zu gehen, das du akzeptiert hast. Es ist extrem schwierig, die SÜHNE zu erreichen, indem man gegen Sünde kämpft. Enorme Mühe wird bei dem Versuch aufgewendet, das heilig zu machen, was man hasst und verachtet. Auch ist ein Leben der Kontemplation und langer Phasen der Meditation, die auf Loslösung vom Körper abzielen, nicht notwendig. Alle diese Versuche werden letztlich von Erfolg gekrönt sein, um ihres Zieles willen. Doch sind die Mittel mühsam und sehr zeitaufwendig, denn sie sind alle auf die Zukunft ausgerichtet, um die Befreiung von einem Zustand gegenwärtiger Unwürdigkeit und Unzulänglichkeit zu erlangen.

Dein Weg wird ein anderer sein, nicht was das Ziel, sondern was die Mittel betrifft. Eine heilige Beziehung ist ein Mittel, um Zeit einzusparen. Ein Augenblick, den du gemeinsam verbringst mit deinem Bruder, gibt euch beiden das Universum wieder. Du bist vorbereitet. Jetzt brauchst du dich nur daran zu erinnern, dass du nichts zu tun brauchst. Es wäre jetzt bei weitem nützlicher, dich nur darauf zu konzentrieren, als darüber nachzudenken, was du tun solltest. Wenn der Frieden endlich zu denen kommt, die mit der Versuchung ringen und dagegen kämpfen, der Sünde nachzugeben; wenn das Licht schließlich in den Geist kommt, der sich der Kontemplation hingibt; oder wenn das Ziel schließlich von irgend jemandem erreicht wird dann geht es stets mit nur der einen glücklichen Einsicht einher:
»Ich brauche nichts zu tun.«


(EKIW: Kapitel 18, VII. 5. & 6.)

Im Selbst, das du selbst bist,
ist alles erfüllt von Selbst,
und es hat keinen Raum für Dualität.
Der Gedanke an Meditation
und den Meditierenden
ist für dein Bewusstsein ohne Bedeutung.
Wie sollte man über das
was keine Ausnahme kennt,
meditieren können?


(Avadhuta Gita, Kapitel 1, Vers 26)



Dissoziation

Dissoziation ist eine Abspaltung von uns selbst. Dabei spalten wir meistens einen oder mehrere Teile von uns ab. Gefühle etwa, die wir glauben nicht aushalten zu können. Das ganze soll unserem Schutz dienen. Diese abgespaltenen Gefühle kommen dann in eine Art „inneren Keller“ und werden aus unserem Alltagsbewusstsein ausgelagert.

Ein dissoziativer Zustand kann hoch funktional sein, wir sind in diesem Zustand teilweise sehr leistungsfähig. Wir fühlen uns aber nicht. Wir sind nicht mehr zu lebendigen, erfüllenden Beziehungen fähig, weil in gesunden Beziehungen fühlen gefragt ist. Dann brechen wir oft später an irgendeinem Punkt zusammen und landen unter Umständen auf der Psychiatrie.

Das funktionale Ich ist nicht automatisch das gesunde Ich. Das eine muss mit dem anderen nichts zu tun haben. Gesund, in diesem Zusammenhang, sind wir, wenn wir Zugang zu angenehmen und unangenehmen Gefühlen haben und uns in unserem Körper spüren können.

Wenn du die STIMME FÜR GOTT nicht hören kannst, liegt es daran, dass du dich nicht entscheidest zuzuhören. Dass du sehr wohl auf die Stimme deines Ego hörst, wird durch deine Einstellung, deine Gefühle und dein Verhalten aufgezeigt. Aber das ist es, was du willst. Um das zu behalten, kämpfst du, und um das zu retten, bist du wachsam. Dein Geist ist voller Pläne, um das Gesicht deines Ego zu wahren, und du suchst das Antlitz CHRISTI nicht. Der Spiegel, in dem das Ego sein Gesicht zu sehen sucht, ist dunkel in der Tat. Wie kann es die Vorspiegelung seiner Existenz aufrechterhalten außer durch Spiegel? Aber wohin du schaust, um dich zu finden, liegt bei dir.
(EKIW: Kapitel 4, IV. 1.)

Sich von seinen Gefühlen abzuspalten ist, wie wenn ein Steuermann den Kompass über Bord wirft. Wenn wir unsere Gefühle nicht wahrnehmen, haben wir keinen Hinweise mehr darauf, ob wir gerade der Stimme für Gott folgen, oder der Stimme unseres Egos. Wenn wir der Stimme für Gott folgen verspüren wir Liebe, wenn wir der Stimme des Egos folgen verspüren wir Angst, wenn wir uns von unseren Gefühlen dissoziiert haben, spüren wir nichts mehr.

Es geht nicht darum sich gut zu fühlen,
es geht darum sich gut zu fühlen.
(Dies ist kein Schreibfehler, sondern ein Wortspiel ;-)

Die Macht eines SOHNES GOTTES kennt keine Grenzen, aber er kann die Äußerung seiner Macht so stark begrenzen, wie er es will. Dein Geist und meiner können sich vereinen, um dein Ego hinwegzuleuchten und GOTTES Stärke in allem, was du denkst und tust, freizusetzen. Gib dich mit weniger nicht zufrieden, und lehne es ab, irgend etwas anderes als dies als dein Ziel anzunehmen. Halte sorgsam Ausschau nach allen Überzeugungen in deinem Geist, die das Erreichen dieses Zieles behindern, und nimm Abstand von ihnen. Beurteile anhand deiner eigenen Gefühle, wie gut dir dies gelungen ist, denn dies ist der einzig richtige Gebrauch des Urteils.
(EKIW: Kapitel 4, IV. 8.)

Wichtig ist es zu verstehen, dass fühlen und über Gefühle reden, zwei völlig unterschiedliche Dinge sind. Fühlen ist eine Erfahrung auf der Herzensebene, über Gefühle reden, ist eine Erfahrung auf der Ebene des Verstandes. Wenn wir also sagen “ich freue mich”, haben wir uns vom Gefühl der Freude abgetrennt und sind auf die Ebene des Verstandes gewechselt. Natürlich macht es manchmal Sinn auch über unsere Gefühle zu reden, aber erst nachdem wir ein Gefühl ausgefühlt haben. Wenn uns beispielsweise eine Bemerkung unseres Partners traurig macht, so gilt es sich zuerst ganz dem Gefühl der Trauer hinzugeben und erst anschließend - wenn überhaupt - dem Partner davon zu berichten.

Es ist wichtig Gefühle zu fühlen und sie gleichzeitig nicht zu rechtfertigen. Besonders wenn unangenehme Gefühle auftauchen gilt es sie zu fühlen, ohne Selbstmitleid und ohne andere dafür zu beschuldigen - fühlen ganz ohne Geschichte, ohne verstandesmäßiger Erklärung.

Eine sehr gute Methode, auf dem spirituellen Weg, ist es, die Gefühle als Leiter in die Tiefe zu nutzen. Dies bedeutet ganz in ein Gefühl einzutauchen und dann bereit zu sein - für das Gefühl hinter diesem Gefühl. So gleiten wir von einem Gefühl zum Nächsten immer tiefer, bis wir irgendwann den Raum der totalen Präsenz erreichen. Als Beispiel für diese “Gefühlsleiter” sei das Gefühl der Wut angeführt. Wenn wir ganz in die Wut eintauchen und weiter gehen, so treffen wir danach meistens auf die Trauer.

Das „spirituelle“ Ego verwechselt häufig Dissoziation mit „Spiritualität“. Starre Rituale aus den unterschiedlichsten religiösen Traditionen, oder eine rein verstandesmäßige Beschäftigung mit Aussagen spiritueller Lehrer, sind beliebte Versuche des Egos sich von seinen unangenehmen Gefühlen abzuspalten. Alle unangenehmen Gefühle sind letztendlich eine Form von Angst und diese Angst ist die Basis des Egos. Daher versucht das Ego diese Angst zu unterdrücken, um sein eigenes Fundament nicht zu gefährden.

In Folge einer Extremsituation, wie einer Todeserfahrung – der intensivsten Angsterfahrung – spontan erwachte spirituelle Lehrer kennen die Wahrheit und können den Wahnsinn des Egos wunderbar beschreiben, aber sie kennen häufig keinen systematischen Weg zur Wahrheit. Als einzige Übung für ihre Schüler haben sie daher oft nur die Empfehlung, sich von den Gedanken abzuwenden und ins Jetzt zu kommen. Für erwachte Menschen ist dies die natürlichste Sache der Welt. Für einen Menschen im egoischen Zustand ist das entweder völlig unmöglich, oder nur für einen sehr kurzen Zeitraum, aber spätestens dann schlägt das Ego-Denkssystem wieder zu und alles ist wie vorher. Nichtstun und totale Distanz zu sich selbst und seinen Mitmenschen lässt sich leicht mit Stille im Sinne eines wachen Geistes verwechseln – ist es aber nicht.

Wenn wir uns von unseren Gefühlen dissoziiert haben, sind wir nicht mehr empathiefähig. Wir reagieren dann auf starke Gefühle unserer Mitmenschen mit „spirituellen“ Konzepten, aus Angst vor unseren eigenen Gefühlen. Gerade Wut ist ein Gefühl, das in „spirituellen“ Kreisen völlig verpönt ist und daher massiv unterdrückt wird. Unangenehme Gefühle werden als „unspirituell“ abgetan und damit auch als falsch bewertet und verurteilt.

Das besonders verwirrende in diesen Situationen ist, dass die spirituellen Aussagen auf einer höheren Ebene oft sogar wahr sind, aber nicht auf der Ebene der aktuellen Erfahrung. Wir dürfen das Wort Illusionen nicht falsch verstehen. Illusionen existieren nicht, die WAHRHEIT existiert. Maya (Sanskrit für „Illusion, Zauberei“) - die relative Erscheinungswelt - liegt scheinbar „dazwischen“, sie existiert „beinahe“. Soweit es die alltäglichen Aktivitäten betrifft, kann man es als „Realität“ betrachten. Im höchsten Sinne, vom Gipfel der Erleuchtung betrachtet, ist die Welt unreal, illusorisch.

Auch Ramana Maharshi erachtete es im Zustand der Unwissenheit für notwendig, von Maya als einer Täuschung zu sprechen, weil man nur so von der gewohnheitsmäßigen Identifikation mit der Erscheinungswelt wegweisen kann. Es ist allerdings sinnlos sich gegen die Herausforderungen des Lebens aufzulehnen, sie zu meiden oder einfach zu leugnen. Sie sind da und wenn wir aus der Illusion erwachen wollen, brauchen wir den Mut uns dem Leben zu stellen.

Die Welt ist eine Illusion, aber sie ist gleichzeitig das Mittel zur Erlösung aus der Illusion. Wir werden daher die Erlösung nicht finden, wenn wir uns von der Welt unserer Gefühle dissoziieren.

Du reagierst mit Angst auf Liebe und weichst vor ihr zurück. Die Angst hingegen zieht dich an, und im Glauben, sie sei Liebe, rufst du sie zu dir herbei. In deiner privaten Welt wimmelt es von Angstgestalten, die du eingeladen hast, und all die Liebe, die deine Brüder dir anbieten, siehst du nicht.
Wenn du deine Welt mit offenen Augen ansiehst, muss dir auffallen, dass du dich in den Wahnsinn zurückgezogen hast. Du siehst, was nicht vorhanden ist, und hörst, was kein Geräusch erzeugt. Deine Äußerungen von Gefühlen sind das Gegenteil dessen, was die Gefühle selber sind. Du kommunizierst mit niemandem und bist genauso isoliert von der Wirklichkeit, als wärest du allein im ganzen Universum. In deinem Wahnsinn übersiehst du die Wirklichkeit vollständig und siehst überall, wo du hinschaust, nur deinen eigenen gespaltenen Geist. GOTT ruft dich, und du hörst nicht, denn du bist mit deiner eigenen Stimme beschäftigt. Und die Schau CHRISTI ist nicht in deiner Sicht, denn du schaust nur dich selber an.

(EKIW: Kapitel 13, V. 5. & 6.)


„Die Angst vor GOTT ist die Angst vor dem Leben, nicht vor dem Tod.“
(EKIW: Kapitel 23, IV. 1.)



Drogen

Realität ist etwas für Leute,
die nicht mit Drogen umgehen können.

Hinter diesem flapsigen Spruch steckt eine tiefe Wahrheit: An der Realität, der Wirklichkeit, der WAHRHEIT ist das Ego nicht interessiert. Es versucht mit allen Mitteln die Illusion seiner Existenz aufrecht zu erhalten - selbst dann, wenn es schon weh tut. Und so ist die Welt des Egos für die meisten Menschen ohne Drogen kaum zu ertragen. Alkohol, Nikotin und Psychopharmaka, im Besonderen Antidepressiva, Anxiolytika (angst- und spannungslösend) und Hypnotika (schlafanstoßend oder schlaffördernd) sind Volksdrogen.

Einzig jene Menschen die extreme Angst vor Kontrollverlust haben, halten sich konsequent von Drogen fern, doch das macht die Sache nicht besser - „Angst essen Seele auf“ (Werner Fassbinder).

Im Juli 1966 kam der Song Mother’s Little Helper von den Rolling Stones auf den Markt. Er wurde geschrieben in Anspielung auf das Medikament Valium (Diazepam), ein Benzodiazepin-Tranquilizer, das in den 1960ern entwickelt wurde und seitdem, trotz des erheblichen Abhängigkeitspotenzials, erfolgreich vermarktet wird.

What a drag it is getting old
"Kids are different today"
I hear ev'ry mother say
Mother needs something today to calm her down
And though she's not really ill
There's a little yellow pill
She goes running for the shelter of a mother's little helper
And it helps her on her way, gets her through her busy day

(Mother’s Little Helper, Rolling Stones)

Spitzenmanager und Künstler hingegen bevorzugen Kokain, eine der beliebtesten „Szenedrogen“ der Welt. Die weltweiten Verkaufserfolge der amerikanischen Computerfirmen in den 70er und 80er Jahren sind auch dem Einsatz von Kokain bei wichtigen Verkaufsverhandlungen zu verdanken.

If you want to hang out, you've got to take her out, cocaine
When your day is done and you want to run, cocaine
Your thing is gone and you want to ride on, cocaine
She don't lie, she don't lie, she don't lie, cocaine

(Cocaine, J. J. Cale,)

Ich bin schon wieder leer … Ich bin schon wieder Kokain …
Ich will mehr, immer mehr - meine Heimat ist das Mehr …

(Kokain, Extrabreit)

Ganz Wien, greift auch zu Kokain, überhaupt in der Ballsaison.
Man sieht ganz Wien is so herrlich hin, hin, hin.
Kokain und Kodein, Heroin und Mozambin machen uns hin, hin, hin.

(Ganz Wien, Falco)

Heroin, fachsprachlich Diacetylmorphin (DAM) oder Diamorphin, ist ein halbsynthetisches, stark analgetisches Opioid und Rauschgift mit einem sehr hohen Abhängigkeitspotential bei jeder Konsumform. Daher ist trotz 1,5 bis 3-fach höherer schmerzstillender Wirksamkeit des Diamorphins im Vergleich zur Stammsubstanz Morphin selbst die therapeutische Anwendung in den meisten Ländern verboten. Trotz der Verbote stieg insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg und nach dem Vietnamkrieg die Zahl der Heroinsüchtigen weltweit an, weil Soldaten bei ihren Einsätzen mit Morphin und Heroin in Kontakt gekommen waren.

Seit 2000 hat in den USA die Zahl der Heroinabhängigen wieder stark zugenommen. Das wird zumeist damit in Verbindung gebracht, dass seit Ende der 1990er von amerikanischen Ärzten vermehrt Opioide wie Oxycodon, Hydrocodon und Fentanyl verschrieben wurden. Sind Patienten von diesen abhängig geworden, steigen sie oft auf das weitaus billigere Heroin um: Vier von fünf Heroinsüchtigen in den USA haben zuerst verschreibungspflichtige Opioide genommen. 2015 starben fast 13.000 US-Amerikaner an einer Heroin-Überdosis, dies waren 23 Prozent mehr als 2014. US-Präsident Donald Trump thematisierte im Oktober 2017 die Opioid Krise und rief einen Gesundheitsnotstand aus. Die landesweite Opioid-Krise kommt nun vor Gericht. Alle 15 Minuten kommt in den USA ein Baby unter Suchteinfluss zur Welt.

Sehr beliebt sind auch die Psychopharmaka aus der Gruppe der Benzodiazepine. Die Benzodiazepine Diazepam (Valium), Lorazepam (in Österreich: Temesta®) und Midazolam (Dormicum, in den USA: Versed) sind in der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation aufgeführt und auch in der Drogenszene aufgrund ihrer phänomenalen Wirkung sehr beliebt. Benzodiazepine haben nicht zuletzt wegen ihrer hohen Effektivität und des für gewöhnlich schnellen Wirkungseintritts ein hohes Abhängigkeitspotential.

Wie bei jedem Mittel ist auch bei der Anwendung psychoaktiver Substanzen der Zweck entscheidend. Es ist nie die Substanz selbst, sondern die Geisteshaltung dahinter. Wenn wir psychoaktive Substanzen aus dem Blickwinkel des Anwendungszwecks betrachten, lässt sich auch eine Unterscheidung der unterschiedlichen Substanzen treffen. Alkohol, Heroin oder Crystal Meth sind eindeutig Substanzen die auf den Tod ausgerichtet sind. Sie sind Ausdruck des egoischen Todeswunsches.

Alkohol ist die gefährlichste Droge überhaupt, natürlich nicht was seine biologische Wirkung auf den Körper betrifft, sonder was seine Wirkung auf die Bewusstseinsentwicklung eines Menschen und seinen Weg zurück zu GOTT angeht. Gerade weil seine toxische Wirkung im Vergleich zu anderen Drogen relativ gering ist und gerade weil er legal und gesellschaftlich vollkommen akzeptiert ist, ist seine Wirkung so vernichtend.

Er zerstört den Entwicklungsweg der betroffenen Person, er zerstört ganze Familiensysteme, er zerstört viele Leben durch Tod im Straßenverkehr infolge Alkoholeinwirkung und führt zu unzähligen Selbstmorden unter Alkoholeinfluss. Aber selbst der Tod ist nicht das wahre Problem, sondern es ist die langsame zerstörerische Wirkung. Er zerstört ganz langsam den Körper, was ein Symbol für seine, das Bewusstsein dämpfende, Wirkung ist. Anstatt zu erwachen beginnt der Geist immer tiefer zu schlafen und selbst Alkoholiker, die schon auf der Psychiatrie gelandet sind, glauben teilweise immer noch sie haben kein Problem, sondern alles im Griff. Doch mit dem Griff zur Flasche ist uns das Leben schon entschlüpft!

Wenn wir vom Arzt verschriebene Psychopharmaka nehmen, ist uns meistens noch klar, dass wir ein Problem haben. Aber wenn wir täglich einen Schlummertrunk brauchen, sind wir uns meistens unseres Drogenproblems nicht bewusst. Alkohol ist die Einstiegsdroge schlechthin! Niemand, der keinen Alkohol trinkt, fängt plötzlich an Heroin zu spritzen.

Es gibt einen einfachen Test für Alkoholsucht: Wenn eine Woche ohne Alkohol unsere subjektiv empfundene Lebensqualität beeinträchtigt, sind wir abhängig. Die beliebteste Ausrede des Ego ist die Geschichte vom Geschmack – aber sind wir doch ehrlich – es ist doch völlig egal, ob wir vom Geschmack, oder von der berauschenden Wirkung abhängig sind – Abhängigkeit ist Abhängigkeit.

Niemanden schmeckt Bier oder Whisky beim ersten Mal. Wir wollen die berauschende Wirkung, deswegen trinken wir dieses Zeugs und erst dann gewöhnen wir uns an den Geschmack, erst dann werden wir abhängig davon.

Bei Crystal Meth ist die Symbolik des egoischen Todeswunsches besonders dramatisch. Bei der in der Drogenszene als Crystal Meth, Ice oder Panzerschokolade bezeichneten Substanz handelt es sich um Methamphetamin, einer synthetisch hergestellten Substanz. Sie wird sowohl in der Medizin als Arzneistoff, wie auch als euphorisierende und stimulierende Rauschdroge, verwendet.

Der Begriff Panzerschokolade hat geschichtliche Gründe. In Deutschland wurde Methamphetamin 1938 unter der Marke Pervitin in den Handel gebracht. Pervitin blieb bis 1988 im Handel. Auch mit Pervitin versetzte Pralinen (sogenannte „Hausfrauenschokolade“) waren erhältlich.

Insbesondere während der Blitzkriege gegen Polen und Frankreich 1939/40 fand Methamphetamin millionenfache Verwendung und spielte somit eine nicht zu unterschätzende Rolle im Verlauf der deutschen Kriegsgeschichte. Allein in der Zeit von April bis Juni 1940 bezog die Wehrmacht mehr als 35 Millionen Tabletten Pervitin.

Unter den Spitznamen „Panzerschokolade“, „Stuka-Tabletten“, „Hermann-Göring-Pillen“ und „Fliegermarzipan“ diente das Mittel zur Dämpfung des Angstgefühls, zur Steigerung der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit und des Selbstwertgefühls der Soldaten, Fahrzeugführer und Piloten. Ähnliches galt für den Russlandfeldzug und die Schlacht um Stalingrad: Auch hier wurde vielen Soldaten der deutschen Wehrmacht in großen Mengen Pervitin appliziert, um das extreme Kältegefühl, den Hunger und die Erschöpfungszustände zu kompensieren.

Dem Buch The Medical Casebook of Adolf Hitler zufolge soll Hitler Methamphetamin zunächst in Form von Pervitin-Tabletten und ab 1942 regelmäßig morgens, später mehrmals täglich, per Injektion verabreicht bekommen haben.

Sowohl Bundeswehr als auch die ostdeutsche Nationale Volksarmee lagerten Pervitin „für den Ernstfall“ bis in die 1970er Jahre ein. Es war Bestandteil der Verpflegung für Fallschirmjäger und wurde bei Übungen ausgegeben. Auch vom US-Militär wurde der Wirkstoff nach 1945 zur Leistungssteigerung eingesetzt, beispielsweise während des Vietnamkrieges.

Der Konsum von Methamphetamin kann sehr schnell zu einer psychischen Abhängigkeit führen. Chronische Folgen eines starken Konsums sind Abmagerung, Zersetzung der Schleimhäute in Mund und Nase, Ausfall der Zähne, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, vermehrte Angststörungen, Depressionen und Methamphetamin-induzierte Psychosen. Methamphetamin verändert die Persönlichkeit und lässt das Gesicht sehr schnell altern.

Sowohl die gesundheitlichen Folgen als auch der Einsatz im Krieg zeigen sehr deutlich, dass diese Substanz ein Ausdruck des egoistischen Strebens nach dem Tod ist. Tagtäglich(!) bringen sich 20 US-Kriegsveteranen um.

Amphetamin ist eine synthetische chemische Verbindung aus der Stoffgruppe der Phenylethylamine und zählt dort zu den Weckaminen (Amine mit „aufweckender“ Wirkung). Es wird in der Medizin als Arzneistoff zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und der Narkolepsie verwendet.

Amphetamin hat eine stark stimulierende und aufputschende Wirkung. Bei der Einnahme von Amphetamin werden sowohl Hunger- und Durst- also auch Müdigkeits- und Schmerzempfinden unterdrückt. Doping mit Amphetaminen ist seit den 1930er Jahren weit verbreitet. Seit den Olympischen Spielen 1972 wurde dem Einsatz durch Kontrollen bei Wettkämpfen weitgehend ein Riegel vorgeschoben. Inzwischen gestattet die internationale Anti-Doping-Agentur die Einnahme von Amphetaminen im Training und verbietet es nur noch in Wettkämpfen.

Amphetamin wirkt in hohen Dosen euphorisierend. Daher ist es insbesondere in der Drogenszene beliebt und unter Bezeichnungen wie Speed oder Pep weit verbreitet.

Zu den gesundheitlichen Risiken, die mit dem Konsum von Amphetamin einhergehen, zählen gesteigerte Aggressivität, Krämpfe, Zittern, Kreislaufkollaps, Herzrasen und Herzinfarkt. Bei einem Abhängigkeitssyndrom können Zerfall der Muskulatur, Nierenversagen, Gedächtnisstörungen, Schlaganfall, paranoide Wahnvorstellungen und Depressionen, Bewusstseinstrübung bis hin zu Koma und chronische Psychosen auftreten.

Im Hinblick auf eine Bewusstseinsentwicklung ist daher die Wirkungsrichtung von psychoaktiven Substanzen der entscheidende Punkt. Es gibt Substanzen, die vorrangig auf das Dopaminsystem wirken. Diese Drogen haben einen aufputschenden bzw. beruhigenden Einfluss gleichermaßen. Zu ihnen gehören:

a) Dämpfende Drogen (insbesondere Alkohol, Heroin u.a. Opiate, Benzodiazepine u. a., entspannende, schmerzlindernde, schlafinduzierende und betäubende Medikamente).

b) Antriebssteigernde, euphorisierende Drogen (insbesondere Kokain und Amphetamine (Speed, Crystal, u.a.), auch Nikotin, Coffein, verschiedene Antidepressiva etc.).

Beide Gruppen sind generell durch ein hohes Suchtpotential gekennzeichnet, wobei körperliches bzw. seelisches Abhängigkeitspotential von Substanz zu Substanz differieren. Viele von ihnen führen beim suchthaften Missbrauch zu schweren körperlichen Schäden.

Diese Substanzen sind einerseits Ausdruck der Angst des Egos und andererseits der Ausdruck des egoischen Strebens nach immer mehr, wie es sich besonders im Wirtschaftsleben und im Leistungssport besonders deutlich zeigt.

Eine andere Gruppe von Substanzen ist dadurch gekennzeichnet, dass sie durch ihre Wirkung auf das Serotoninsystem direkt den Bewusstseinszustand des Menschen beeinflussen, so dass körperliche Veränderungen eher die Folge des inneren Erlebens sind. Dies sind:

c) Drogen, die zu veränderten Wachbewusstseinszuständen führen, wie LSD, Psilocybin (Zauberpilze), DMT (Ayahuasca) und Meskalin (Kakteen).

Ayahuasca, Meskalin, psychoaktive Pilze und LSD werden meist verwendet um bewusstseinserweiternde Erfahrungen zu machen. Keiner der auf herbstlichen Schaf- oder Rinderweiden nach dem Spitzkegeligen Kahlkopf sucht, macht dies aus kulinarischem Interesse. Der Ausdruck „Narrische Schwammerl“ zeigt, dass es sich dabei um altes Volkswissen handelt. Doch mittlerweile sucht kaum noch jemand in der Natur nach diesem Pilz, sondern bestellt die Utensilien zur Pilzzucht im Internet und züchtet sie im eigenen Keller.

Die Innsbrucker Psychologin Christina Sagioglou, die am Institut für Psychologie der Universität Innsbruck forscht, hat mit einem Kollegen 1.501 Probanden über eine Online-Plattform Fragebögen ausfüllen lassen, ob sie jemals Psychedelika wie Psilocybin-haltige Pilze (Magic Mushrooms), das in Kakteen vorkommende Meskalin oder das synthetisch hergestellte LSD konsumiert haben. Außerdem wurden die Persönlichkeitsmerkmale der Teilnehmer erfasst, und wie umweltbewusst sie sind. Wer bereits diese speziellen Drogen konsumiert hat, fühlt sich sehr naturverbunden und nimmt viel Rücksicht auf die Umwelt, berichteten die Forscher.

"Applikationsstudien aus den 1960er-Jahren zeigten, dass solche Substanzen einen Ego-auflösenden Effekt haben, man sich dadurch mehr als Teil eines großen Ganzen sieht, und kurzfristiges Denken in den Hintergrund stellt", sagte Sagioglou in einem Gespräch mit der APA. Der Konsum von typischen "Alltagsdrogen" wie Alkohol, Nikotin und Kaffee habe freilich nicht solche Wirkung und korreliert nicht mit umweltfreundlicher Gesinnung. Sie vermute deshalb, dass Psychedelika tatsächlich eine permanente Auswirkung auf die Naturverbundenheit haben, und nicht umgekehrt bereits vorhandenes Umweltbewusstsein zu vermehrtem Konsum dieser speziellen Substanzen verleitet.

Über den therapeutischen Einsatz hinausgehend, können daher bewusstseinserweiternde Substanzen auch für gesunde Menschen interessant sein. So kann die Erfahrung außergewöhnlicher Bewusstseinszustände den Einzelnen bei der Auseinandersetzung mit existentiellen Fragen, wie der nach dem Sinn des Lebens, des Alterns und des Todes unterstützen, indem sie ihm ein vollständigeres Bild der Welt vermitteln. Unter günstigen Umständen mag manch einer zu einer unmittelbaren Erfahrung dessen gelangen, was über die Welt weit hinaus geht.

Bewusstseinszustände nach Dittrich

1. Ozeanische Selbstentgrenzung
Hiermit ist die positive Seite der Extase, der Entgrenzung, gemeint, das Gefühl, mit dem Kosmos, und vielleicht mit Gott, eins zu sein, oft verbunden mit spirituellen Erleuchtungserfahrungen und der Überzeugung, dass das Leben insgesamt gut ist und einen Sinn hat.

2. Angstvolle Ich-Auflösung
Darunter versteht man die Gegenposition, denn "Horrortrip", die Angst, die einen überflutet, den negativen "Flashback", das Gefühl ausgeliefert zu sein und keine Kontrolle mehr über sich und sein Leben zu haben.

3. Visionäre Umstrukturierung
Hiermit wird unterschieden, ob man aus der intensiven Erfahrung der Entgrenzung etwas für sein Leben gelernt und es umgesetzt hat, oder ob es nur ein einmaliges intensives Erlebnis ohne große Folgen war.

Welche Art von Erfahrung sich einstellt hängt von vielen Faktoren ab, entscheidend aber ist immer der Zweck dem die Anwendung bewusstseinserweiternder Substanzen dient und der Bewusstseinszustand des betreffenden Menschen. Der Bewusstseinszustand eines Menschen hängt auch mit dem, was manchmal als „Seelenalter“ bezeichnet wird, zusammen.

Ayahuasca (DMT) ist ein psychedelisch wirkender Pflanzensud. Die Angehörigen diverser Amazonas-Ethnien gebrauchen Ayahuasca in rituellen religiösen Zeremonien, um sich in einen Trance-Zustand zu versetzen. Der religiöse Gebrauch ist in Brasilien rechtlich garantiert und in den USA seit 2006 legalisiert.

Das Phänomen Ayahuasca unterliegt seit dem Ende der 1990er Jahre einer globalisierenden Entwicklung. Einige berühmte Persönlichkeiten, wie beispielsweise der Popsänger Sting in seiner Biografie und in Fernsehinterviews, berichten öffentlich über ihre persönlich-biografischen und spirituellen Ayahuascaerfahrungen. Es entwickelte sich ein westlicher Ayahuasca-Tourismus, wodurch im oberen Amazonasgebiet, vorwiegend in Peru, florierende "Heilungszentren" entstanden sind, die meist ausländischen Besitzern gehören und lokale Schamanen in Honorartätigkeit bezahlen oder anstellen.

Die Angebote richten sich nicht selten an die Erwartungen des westlichen Publikums an eine vermeintliche Authentizität indianisch-schamanischer Spiritualität und Weisheit. Dabei kommt es für das ausländische Publikum oft zu einer nicht erkennbaren folkloristischen Retraditionalisierung, die nicht die heutige authentische Realität indianischer Volksmedizin widerspiegelt. Westliche neoschamanistische Elemente werden mit religiösen Vorstellungen einer Allbeseeltheit, Schamanismus und ostasiatischen Versatzstücken aus Buddhismus und Yoga vermischt, um den Erwartungen des westlichen Ethnotherapie-Publikums gerecht zu werden.

Ebenso ist auch die Globalisierung von Ayahuasca in die andere Richtung zu verzeichnen, so dass sich in Nordamerika und Europa heutzutage mehr und mehr Ayahuascaangebote finden lassen, teilweise durch südamerikanische Schamanen, die dort Seminare und Retreats anbieten, teilweise durch westliche Neoschamanen, westliche alternative Psychotherapeuten und Ayahuasca-Kirchen und deren globalisierte Ableger. Indianische Heilsysteme werden auf den Aspekt des psychedelisch-spirituellen Ethnodrogenkonsums reduziert. Ayahuasca wird dabei als vermeintlich jahrtausendealte Heilungsmethode für nahezu alles übergeneralisiert.

Das Auftreten einer Abhängigkeit durch Einnahme von Ayahuasca ist als gering einzuschätzten. Bekannte und häufige akute Wirkungen sind Erbrechen, Durchfall oder Schweißausbrüche, wobei diese Symptome traditionell häufig nicht als Nebenwirkungen, sondern als beabsichtigte Hauptwirkung angesehen werden, die in Kombination mit den psychischen Effekten eine umfassende spirituell-psycho-physische Reinigung bewirken sollen. Es kann zu einer verminderten Kontrolle der Motorik kommen sowie zu Gleichgewichtsstörungen und Schwindel. Angstzustände und vorübergehende psychotische Zustände können bei unsachgemäßer Anwendung ausgelöst werden.

Dem Gebrauch von Ayahuasca liegt eine gewisse Unsicherheit in den Ergebnissen zu Grunde. Die Reaktionen während Ayahuasca-Zeremonien rangieren zwischen dem tiefen Zustand der Ruhe und gequältem Schreien um Vergebung.

Was man daran sehr gut erkennen kann ist, dass die Welt eine Projektion des Geistes ist und mit Hilfe psychoaktiver Substanzen Unbewusstes seinen Weg an die Oberfläche findet. Es ist nicht immer angenehm, wenn noch sehr viel unbewusster Ego-Wahnsinn vorhanden ist, der plötzlich ungehemmt an der Oberfläche auftaucht.

Die mit dem Konsum psychedelisch wirkender Pflanzen verbundenen Zeremonien und Rituale, wie Schwitzhütten, sind besonders beim „spirituellen“ Ego mit seinem Faible für Schamanismus sehr beliebt, weil es die Sehnsucht nach Natur und natürlicher Lebensweise anspricht. Es wird dabei häufig völlig vergessen, dass es in der Natur um fressen und gefressen werden geht und viele Pflanzengifte nicht nur für Tiere, sondern auch für den Menschen tödlich sind. Warum nehmen wir eine Ansammlung von Termitenhügeln als Natur war und eine Ansammlung von Hochhäusern nicht? Beides sind einfach nur Bauten von natürlichen Lebewesen auf diesem Planeten und beides ist lediglich eine Projektion unseres Geistes. Die ganze Unterscheidung von Natur und Nicht-Natur ist nur eine weitere Form des egoischen Denkens in Dualität.

Die psychoaktiven Substanzen zugeschriebenen positiven Qualitäten sind nicht in der Substanz enthalten – die Substanzen dienen lediglich dazu, um auf chemischem Wege die sozial erworbenen Verdrängungsmechanismen und Filter des Bewusstseins zu unterlaufen und damit kurzzeitig Bereiche zu öffnen, die dem Individuum normalerweise nicht zugänglich – wohl aber als Potential in ihm enthalten sind und daher auch entwickelt werden können.

MDA war in den 1960er Jahren in Teilen der Hippiekultur in San Francisco als sogenannte „Liebesdroge“ („hug drug“) bekannt geworden. 1965 synthetisierte der Chemiker Alexander Shulgin die Substanz MDMA, nachdem er ab 1962 mit den verwandten Substanzen MMDA und MDA experimentiert und durch Selbstversuche deren psychoaktives Potential erforscht hatte. MDMA wurde in den nachfolgenden Jahren von einigen Psychotherapeuten in ihrer Praxis bis zum Verbot durch die Drug Enforcement Administration (DEA) im Juli 1985 benutzt. Als die DEA 2001 die therapeutische Anwendung von MDMA, begrenzt auf die Indikation der posttraumatischen Belastungsstörung und unter strenger Kontrolle, erlaubte, griff eine kleine Zahl amerikanischer Psychotherapeuten während der Therapie wieder darauf zurück.

Jetzt aber könnte MDMA wieder der Schritt aus der Illegalität gelingen: Prominente US-Unternehmer, wie Bob Parsons, Gründer des Web-Hosting-Dienstes GoDaddy, der als Veteran des Vietnam-Krieges selbst mit einer Trauma-Störung zu kämpfen hatte, haben viel Geld gespendet, damit eine kontrollierte Erprobung zu Ende geführt und die Zulassung erreicht werden kann. Dabei geht es aber nicht um bloßes MDMA auf Rezept, sondern um eine Verabreichung in Begleitung speziell geschulter Therapeuten. Für normale Pharma-Firmen besteht wenig Anreiz, sich um eine Zulassung zu bemühen, da MDMA nicht patentierbar ist, also sind auch keine hohen Gewinne mit der exklusiven Produktion und Vermarktung zu erzielen.

In Deutschland gibt es bereits einen lebhaften Untergrund von Therapeuten, die nach unterschiedlichen Philosophien mit Amphetaminen wie MDMA oder Psychedelika wie LSD arbeiten, und in anderen Ländern dürfte es nicht anders aussehen. Doch wegen fehlender offizieller Zulassung agieren die Helfer damit ebenso illegal wie ihre Patienten und sind auf Lieferungen aus zweifelhaften Quellen angewiesen.

Viele MDMA-Konsumenten berichten von einer erhöhten physischen Sensibilität, so dass Berührungen sowohl aktiv als auch passiv als überdurchschnittlich angenehm empfunden werden, woraus auch die Bezeichnung von MDMA als „Kuscheldroge“ herrührt.

Was meist im Zusammenhang mit dem MDMA-Konsum übersehen wird ist, dass die Folge auch gesteigerte Aggressivität sein kann, sowohl während der unmittelbaren Wirkung als auch noch nach Tagen. Diese Wirkung ist ein Hinweis auf unterdrückte Agressionen bei der betreffenden Person. In der Therapie ist auch das eine durchaus wünschenswerte Wirkung, wenn sich jemand dessen aber nicht bewusst ist, und nicht in seinem Prozess begleitet wird, kann es ihn in Schwierigkeiten bringen.

Besonders bei Überdosen oder regelmäßigem Konsum von MDMA können weitere unerwünschte Folgen eintreten: Muskelkrämpfe, insbesondere bei der Kaumuskulatur, Muskelzuckungen, Augenzittern, gesteigerte Eigenreflexe, Brechreiz, Bewusstseinstrübung, depressive Phasen, innere Kälte, schwere Kreislaufstörungen, starkes Schwitzen.

Die meisten Konsumenten erfahren nach dem Trip ein sogenanntes Come-Down, das mehrere Tage anhalten kann. Dies ist vor allem auf generelle Erschöpfung und akute Entleerung der Serotoninspeicher im Gehirn zurückzuführen. Die Symptome sind depressive Verstimmung, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und seltener leichte Übelkeit.

MDMA wird in vielen Studien regelmäßig im Vergleich zu Drogen wie Alkohol oder mitunter selbst zu Cannabis als weniger schädlich eingestuft. So landete MDMA beispielsweise in einer im März 2007 in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichten Studie eines Forscherteams auf Platz 17 der 20 verglichenen Substanzen, wobei Alkohol und Heroin zu den gefährlichsten Drogen gezählt wurden.

MDMA hat ein gewisses psychisches Abhängigkeitspotenzial. Allerdings entwickelt sich im Unterschied zu Alkohol, Cannabis, Kokain oder Opiaten in solchen Fällen nur äußerst selten ein täglicher Konsum der Droge, was mit dem Wirkspektrum der Droge in Verbindung gebracht werden kann. Häufiger entwickelt sich eine Abhängigkeit in direktem Zusammenhang mit dem üblichen Setting, in dem die Droge genommen wird – z. B. Technoparty-Umfelder.

Ecstasy, auch XTC, ist ein um 1980 entstandener Begriff für sogenannte „Partypillen“, die zunächst fast ausschließlich MDMA enthielten. Heute ist Ecstasy faktisch die Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von Phenylethylaminen – in der Wahrnehmung vieler Konsumenten aber im „Idealfall“ weiterhin allein für MDMA. In die meisten Tabletten werden „Markenzeichen“ eingepresst wie Vögel, Herzen, Delphine, Schmetterlinge oder Firmenembleme. Diese Erkennungszeichen geben keinen verlässlichen Hinweis auf die Wirkung oder die Inhaltsstoffe. Durch Ecstasy-Tabletten mit nicht klar definiertem Inhalt und der gleichzeitigen Einnahme mit anderen Substanzen ist es wiederholt zu Todesfällen gekommen.

Bei regelmäßigem wöchenendlichen Konsum „vegetiert“ der Konsument oftmals nur noch über die Woche dahin, erledigt seine Arbeit und blüht erst am Wochenende unter Ecstasy wieder auf. Die Zeit zwischen den Konsumvorgängen ist von Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit und oft auch depressiven Phasen gekennzeichnet.

Albert Hofmann (1906 - 2008) war ein Schweizer Chemiker, Autor und der Entdecker des LSD. Im Rahmen von Arzneimittelforschungen mit dem Getreidepilz Mutterkorn und unter der Zielsetzung, ein Kreislaufstimulans zu entwickeln, synthetisierte Hofmann 1938 das Diethylamid LSD-25. Am 19. April 1943 entschied er sich, die Substanz mit der kleinsten für ihn denkbaren wirksamen Dosis im Selbstversuch zu testen, und protokollierte die Erfahrung.

Nachträglich stellte sich heraus, dass es sich bei der von ihm gewählten Dosis (etwa 250 µg) um das Drei- bis Fünffache der, aus heutiger Sicht, normal wirksamen Dosis handelte. LSD gehört zu den potentesten und stärksten bekannten Halluzinogenen. Hofmann selbst resümierte später die zufällig geschehene Entdeckung mit den Worten: „Das LSD ist zu mir gekommen“. Seine, nach seinem ersten Selbstversuch, von starken Halluzinationen begleitete Fahrradfahrt vom Labor nach Hause ging unter dem Namen „Fahrradtag“ (Bicycle Day) in die Geschichte der LSD-Kultur ein.

Das Mutterkorn, dessen Wirkung schon im Mittelalter als „Heiliges Feuer“ bekannt war, wurde auch weiterhin medizinisch erforscht, da seine Inhaltsstoffe unter anderem eine auf den Muskeltonus wirkende Substanz enthält, die beispielsweise bei Schwangeren zur Einleitung der Wehen genutzt werden kann. Der Name Mutterkorn rührt von dieser Wirkung auf die Gebärmutter her, die seit dem Mittelalter bekannt ist.

Hofmann setzte sich zeitlebens dafür ein, dass psychedelische Substanzen wie LSD zu Forschungszwecken legalisiert werden sollen. Optimistisch äußerte er die Ansicht, die richtige Anwendung von LSD in der menschlichen Kultur sei nur eine Frage der Zeit.

Nachdem in den USA in den 1960er Jahren Timothy Leary den Massenkonsum von LSD propagierte, übte Hofmann starke Kritik. Mit der Substanz müsse vorsichtig umgegangen werden, es handle sich nicht um eine Genussdroge.

LSD wird von führenden Naturwissenschaftlern in der Halluzinogenforschung, der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) und dem National Institute on Drug Abuse des US-Gesundheitsministerium als nicht-abhängigkeitserzeugende Substanz angesehen, da es kein Suchtverhalten erzeugt. Viele LSD-Konsumenten verringern ihren Gebrauch mit der Zeit freiwillig oder stellen ihn ganz ein.

Seit etwa 1990 erlebt die Halluzinogenforschung eine Renaissance. Im Dezember 2007 wurde dem Schweizer Psychiater Peter Gasser bewilligt, eine Studie zur psychotherapeutischen Behandlung mit LSD an Patienten mit Krebs im Endstadium durchzuführen. Der Einsatz von LSD bei todkranken Menschen scheint sinnvoll zu sein, da LSD in diesem Kontext helfen kann die Angst vor dem Tod zu verringern oder sogar ganz aufzulösen.

LSD hat kaum Suchtpotential und auch körperliche Schäden sind nicht bekannt. Allerdings sind durch die hohe Wirkintensität und die Wirkungsrichtung des LSD bei unsachgemäßer Anwendung sehr wohl seelische Schäden bis hin zum Auslösen einer Psychose möglich.

Gerade bei jungen Menschen ist beim Einsatz bewusstseinserweiternder Substanzen eine „angstvolle Ego-Auflösung“ viel wahrscheinlicher, was bei mangelnder Integration zu einer pathologischen Regression (Psychose, Persönlichkeitsstörung) führen kann. Weiterhin ist es möglich, dass unverarbeitete psychische Traumata und Konflikte auftauchen, deren Integration unbedingt der therapeutischen Begleitung bedürfen.

Diese Beispiele mögen verdeutlichen, dass eine lineare Beurteilung der Gefährlichkeit von bewusstseinserweiternden Substanzen an der Realität vorbei geht, da das Risiko der einzelnen Substanzen in völlig verschiedenen Bereichen liegen kann.

In der Hippie-Ära der 1960er Jahre war der Freizeitgebrauch von LSD weit verbreitet und führte in Folge 1971 zu einem Verbot von so gut wie allen damals bekannten psychotropen Substanzen, darunter auch LSD, durch die Vereinten Nationen. Lediglich die in der westlichen Welt bereits länger verbreiteten Drogen Koffein, Nikotin und Alkohol waren davon ausgenommen. Traditionell zeigen sich die Vereinten Nationen unwillig, diese zugelassenen Drogen unter Kontrolle zu stellen, da diese im Lebensstil enorm vieler Menschen zutiefst verankert sind. Lediglich die Kontrolle von Nikotin wurde in Erwägung gezogen. Letztlich beließen es die Vereinten Nationen jedoch dabei, Nikotin nicht zu kontrollieren.

Bei der Betrachtung dieser Entwicklung ist zu berücksichtigen, aus welcher eigenen psychischen Situation die 68er ihre psychedelischen Erfahrungen machten. Viele Vertreter dieser Generation konsumierten Drogen in ihrer Pubertät aus einem prärationalen, antirationalen Bewusstsein heraus, gepaart mit der Rebellion gegen die herrschende Ordnung der Eltern. Hier ging es also vorrangig um die Abnabelung von der Familie und um die Emanzipation zum Individuum, wie es die Entwicklungsaufgabe der Pubertät ist – nicht um die Erkundung neuer Bewusstseinsräume – das war eher ein Nebeneffekt. Das Chaos des Rausches war gut, weil es in Opposition zur Ordnung der Eltern stand.

Wenn immer mehr Erwachsene mit Hilfe geeigneter Methoden und spiritueller Wege ihre eigene Liebesfähigkeit entwickeln und diese Qualität sowohl in ihrer Familie weiter vermitteln als auch in die Gesellschaft einbringen, haben es unsere Kinder nicht mehr nötig, sich bei jeder kleinen Frustration, oder des Lustgewinns wegen, in einen Rausch zu flüchten – sie können Freiheit, Angstlosigkeit und Liebe täglich und ohne Drogen erleben.

Erkenntnisse während einer Erfahrung

Ich kann einen LSD-Trip dazu benutzen um mich zu unterhalten, indem ich beispielsweise durch die Natur spaziere und mich an der veränderten Wahrnehmung erfreue. Dies ist nur ein weiterer Trick des Egos den Unterhaltungswert seiner Welt, seiner Illusion, zu steigern, um sie attraktiv erscheinen zu lassen und um sie dadurch am Leben zu erhalten. Das schadet nichts, aber damit ist auch nichts zu gewonnen. Solange ich nicht bereit bin über den Unterhaltungswert dieser Welt hinauszugehen, werde ich der WAHRHEIT nicht näher kommen.

Mich während eines LSD-Trips am Außen festzuhalten, beispielsweise durch Betrachtung der Natur, ist die oberflächlichste Art der Ablenkung. Wenn ich stattdessen mit meiner Aufmerksamkeit nach innen gehe, stoße ich zuerst auf weitere Ablenkungen, in Form von bunten Bildern und Klängen. Auch darin kann ich mich wieder verlieren. Dies ist nur ein weiterer Akt egoischer Selbstbefriedigung - angenehm - aber keine Hilfe am Weg zu GOTT. Wenn ich mich anschließend auch noch mit diesen scheinbar wunderbaren Erfahrungen identifiziere, sitze ich danach noch tiefer in der Scheiße als davor.

Es gibt für mich persönlich absolut nichts zu erreichen - absolut nichts!

Das Ego ist ein scheinbar endloser Strom von Geschichten, von ineinander verwobener endloser Geschichten. Kaum versuche ich eine dieser Geschichten von außen zu betrachten, befinde ich mich damit schon in der nächsten Geschichte. Alles - dessen ich mir bewusst bin - ist eine Geschichte und auch das, ist nur eine Geschichte.

Meine wahre Größe ist in den Geschichten nicht zu finden. Meine wahre Größe besteht in der Erschaffung dieser Illusion und in der Macht meines Geistes an diese Illusion zu glauben. Wenn ich die Macht habe an diese Illusion zu glauben, muss ich auch die Macht haben mich davon zu lösen. Ich bin nicht das Opfer dieser Illusion - ich bin ihr Schöpfer. Der HEILIGE GEIST ist die Brücke, die aus der WAHRHEIT heraus erschaffene Hilfe für den Weg zurück ins Paradies!


(Anonym)

Epilog

Da fast alle Kulturen Methoden entwickelt haben, Zustände erhöhter Wachheit und Bewusstheit willentlich herbeizuführen, scheint es eine Art natürliches Bedürfnis nach veränderten Bewusstseinszuständen zu geben. Dahinter steht die Sehnsucht nach der WAHRHEIT, die Suche nach dem Weg zurück ins Paradies. Mehr Bewusstseinsfülle und mehr Wachheit führen zur Integration beziehungsweise Auflösung alter Denkstrukturen.

Die bekanntesten psychischen Mechanismen zur Erreichung erweiterter Bewusstseinszustände sind Reizentzug (z.B. Meditation, Dunkeltherapie) und Reizüberflutung (z.B. Trancetechniken, Extremsituationen), Schlafentzug und Fasten (z.B. in Initiationsriten wie in einem Vissionssuche-Ritual), holotropes Atmen (Hyperventilation), aber eben auch die rituelle Verwendung geeigneter psychoaktiver Substanzen.

Verschiedene Forscher gehen davon aus, dass die zufällige Einnahme psychoaktiver Pflanzen im Zuge der Erkundung der Umwelt nach Nahrung für den frühen Homo Sapiens zur Grundlage von Religion und Spiritualität wurde. Die dabei erlebbaren Phänomene können, trotz der durch den jeweiligen Bewusstseinszustand vorgegebenen Grundcharakteristik, sehr unterschiedlich sein, da Wahrnehmung und Interpretation stark von der erreichten Bewusstseinsebene des jeweiligen Menschen beeinflusst werden.

Jede Art von Droge - egal ob Alkohol, ein erlaubtes Medikament, eine verbotene Substanz, oder ein psychedelisch wirkende Pflanze ist Magie - also Teil der Illusion und nicht die WAHRHEIT.

Auch bei den unter Umständen hilfreichen Substanzen ist daher immer auf den Entwicklungsstand des jeweiligen Menschen und auf den Zweck der Anwendung psychoaktiver Substanzen zu achten. Wir können diese Substanzen als Flucht vor der Welt verwenden, was uns nicht den Frieden bringen wird, oder wir können sie in speziellen Situationen, und in einem von Therapeuten begleiteten professionellen Setting, verwenden, um einen Blick in den Himmel zu erhaschen und eine Ego-Auflösung und Einheitserfahrung von unglaublicher Intensität erfahren. So kann es durchaus sein, dass dem einen oder anderen Menschen eine Erfahrung mit einer bewusstseinserweiternden Substanz zu einer tiefen Erkenntnis verhilft, die ihn erst bereit macht für den Weg zurück zu GOTT.

Eine Erfahrung mit einer bewusstseinserweiternden Substanz kann wie ein Hubschrauberflug über den Gipfel eines wundervollen Berges sein. Wir haben danach eine Ahnung von der Pracht und Herrlichkeit des Gipfels, aber dies befreit uns nicht von der Kraftanstrengung des eigenen Aufstiegs. Erst wenn wir den Gipfel zu Fuß erklommen haben, ist ein dauerhaftes Verweilen am Gipfel möglich. Der Blick auf den Gipfel beim Hubschrauberflug dient uns als Motivation und Antrieb, um uns auf den Weg zu machen und auch schwierige Wegstrecken zu überstehen, weil wir die Herrlichkeit unseres Ziels kennen.

Manchmal entstehen Probleme im Anschluss an die Erfahrung durch falsche Interpretationen der Erfahrung durch das Ego. Wenn in der Erfahrung die Erkenntnis auftaucht, dass die Welt eine Illusion ist, kann dies anschließend sehr leicht dazu führen, dass sich das Ego von der Welt distanziert und nicht erkennt, dass die Welt gleichzeitig auch das Mittel zur Erlösung ist. Wenn in der Erfahrung die Erkenntnis auftaucht, dass sich alles nur im beobachteten Bewusstsein abspielt und es sonst nichts gibt, kann dies anschließend sehr leicht dazu führen, dass das Ego diese Erkenntnis für sich in Anspruch nimmt und in völliger Selbstüberschätzung und Größenwahn endet.

Ein Beispiel dafür findet sich im Buch „Liebe, Haschisch und Erleuchtung“ von Christian Salvesen. Es beschreibt wie sich ein Ego im Drogenrausch und in spirituellen Konzepten völlig verliert. Diese Geschichte zeigt aber auch, auf beeindruckende Weise, wie das Ego verzweifelt versucht den Traum vom ständigen Geboren-werden und Sterben aufrecht zu halten versucht, obwohl es innerlich völlig leer ist und außer dem Traum nichts hat. Es zeigt wie das Ego, seiner eigenen Sinnlosigkeit und Leere, durch festhalten am Traum, zu entkommen versucht. Es zeigt auch wie das Ego ständig alles Negative in seine Umwelt projiziert und sich aus seinen Drogenräuschen ein „spirituelles“ Selbstbild von sich als Sannyasin zusammenbastelt und sich besser als andere vorkommt. Es zeigt weiters wie das Ego „religiöse Wahrheit als rein subjektiv“ erlebt, weil es von der WAHRHEIT keine Ahnung hat. Die Subjektivität von Religion ist nicht die Lösung, sondern die Ursache des Problems.

Dieses Buch liefert eine wunderbare Beschreibung des Ego-Wahns, aber nicht den geringsten Hinweis auf die Befreiung daraus, sondern ganz im Gegenteil: Der Traum wird als das „Gefängnis der Gegenwart“ beschrieben, „von dem es kein Entkommen gibt“. Alle wahrhaft spirituellen Lehrer, und so auch der Kurs, lehren genau das Gegenteil: Das Erwachen aus dem Traum der Zeit und der befreite Zustand des heiligen Augenblicks ist nicht nur möglich, sondern unvermeidlich - lediglich wie lange wir noch im Traum von Raum und Zeit, von Leben und Tod, verweilen steht uns „frei“.

Die Gefahr Erfahrungen falsch zu interpretieren ist bei Methoden ohne bewusstseinserweiternder Substanzen, wie holotropen Atemsitzungen, Visionssuche-Ritualen, oder Vipassana-Meditations-Retreats wesentlich geringer. Ein grundlegendes methaphysisches Verständnis, wie es der Kurs bietet, ist allerdings immer die Voraussetzung, um mit Hilfe bewusstseinserweiternder Methoden die Reise zurück ins Paradies zu unterstützen.

Bei all der Beschäftigung mit bewusstseinserweiternden Methoden, dürfen wir nicht vergessen, dass das Bewusstsein die Domäne des Egos ist, es ist der erste Schritt in die Trennung und nicht das wahre SELBST.

"Dies ist kein Kurs in philosophischer Spekulation, noch befasst er sich mit einer präzisen Terminologie. Er befasst sich nur mit der SÜHNE oder der Berichtigung der Wahrnehmung. Das Mittel der SÜHNE ist die Vergebung. Die Struktur eines individuellen Bewusstseins ist im wesentlichen unerheblich, weil es ein Konzept ist, das den Erbirrtum oder die Erbsünde darstellt. Den Irrtum selbst zu untersuchen führt nicht zur Berichtigung, wenn es dir fürwahr gelingen soll, den Irrtum zu übersehen. Und es ist genau dieser Prozess des Übersehens, auf welchen der Kurs abzielt."
(EKIW: III. HANDBUCH FÜR LEHRER, BEGRIFFSBESTIMMUNG, EINLEITUNG, 1.)

Grundsätzlich gilt immer:

Suche nicht außerhalb von dir. Denn es wird misslingen, und du wirst bei jedem Male weinen, wenn ein Götze fällt. Der HIMMEL kann nicht dort gefunden werden, wo er nicht ist, und es kann keinen Frieden geben außer dort. Kein Götze, den du anbetest, wenn GOTT dich ruft, wird je an SEINER Stelle Antwort geben. Es gibt keine andere Antwort, mit der du sie ersetzen und das Glück finden kannst, das SEINE Antwort bringt. Suche nicht außerhalb von dir. Denn all dein Schmerz kommt einfach nur von einer vergeblichen Suche nach dem, was du willst, wobei du darauf beharrst, wo es zu finden ist. Und was, wenn es nicht dort ist? Möchtest du lieber recht haben oder Glücklich sein? Sei froh, dass dir gesagt wird, wo das Glück weilt, und suche nicht mehr anderswo. Es wird dir misslingen. Doch ist es dir gegeben, die Wahrheit zu erkennen und sie nicht außerhalb von dir zu suchen.
(EKIW: Kapitel 29, VII. 1.)


Ungeheilte Heiler

Es gibt viele, am Beginn des Weges, durchaus hilfreiche Methoden, wie Psychotherapie, Aufstellungen, schamanische Reisen, der Einsatz psychoaktiver Substanzen und holotropes Atmen. Aber alle diese Methoden sind nur dann hilfreich, wenn sie vor dem Hintergrund des Gedankensystem des reinen Geistes durchgeführt werden. Wenn sie im Sinne des Egos angewendet werden, führen sie nur noch zu weiterer Verwirrung und Verirrung. Es ist nie eine Methode an sich die hilft, sondern die Geisteshaltung mit der eine Methode angewendet wird und damit der Sinn und Zweck dem die Anwendung dient.

Insbesondere Aufstellungen werden sehr häufig verwendet, um die Illusion der Vergangenheit aufrecht zu erhalten. Die meisten Aufsteller sind im Ego-Denksystem gefangen und interpretieren daher die sich in der Aufstellung zeigenden Bilder dementsprechend. Im Buch eines Aufstellers finden sich folgende Aussagen: „Der Wert einer Frau bemisst sich an der Anzahl ihrer Kinder.“ „Die Frau muss dem Mann in die Familie folgen, ansonsten ist keine glückliche Beziehung möglich.“ Dies sind keine Aussagen aus dem reinen Geist, sondern aus einem verirrten Ego-Geist. Der Versuch egoische Konzepte von Ordnung wieder herzustellen, führt nicht zur Befreiung, sondern zur Verstärkung der Fixierung in der Welt von Schuld und Opfer. Die ERLÖSUNG liegt in der Auflösung aller Ordnungen dieser Welt.

Generell ist keine Methode allein in der Lage zu heilen, sondern ist lediglich hilfreich beim Erkennen und Berichtigen des eigenen egoischen Gedankensystems. All die auftauchenden Bilder haben keine Wirklichkeit, sondern sind lediglich Symbole für Inhalte des eigenen Gedankensystems. Diese Inhalte zu kennen mag hilfreich sein, ist aber nicht notwendig, weil sie alle auf den grundlegenden Irrtümern des Egos aufbauen. Für die Heilung ist die Kenntnis des individuellen, persönlichen Inhalts nicht notwendig. Desto weniger wir von unserer scheinbaren Geschichte wissen, desto geringer ist auch die Gefahr der Identifikation mit dieser Geschichte, desto leichter ist es sich von der Geschichte abzuwenden, um in den heiligen Augenblick jenseits der Zeit, und damit jenseits der Geschichte, einzutauchen.

Ein grundlegender Irrtum des Egos besteht in der völlig falschen Sicht von Ursache und Wirkung. Das Ego betrachtet scheinbare biografische Erfahrungen dieses Lebens, und auch scheinbar vergangener Leben, als Ursache für Probleme in der Gegenwart. Frühere Leben sind nichts anderes als eine Abfolge von Träumen. Ihr einziger echter Wert besteht darin, zu lernen, wie wir die gemachten Erfahrungen zum Vergeben nutzen können, besonders da wir dieselben Vergebungslektionen in diesem Leben wieder präsentiert bekommen. Die Form mag eine andere sein, aber die Lektion und ihre Bedeutung bleiben dieselben. Der Film Und täglich grüßt das Murmeltier zeigt dies wunderbar – es ist jeden Tag die gleiche Lektion.

Eine Ursache-Wirkungs-Beziehung in der Zeit existiert nicht, weil die Zeit nicht existiert. Alles was im JETZT erscheint ist eine Projektion des Geistes und die scheinbare Vergangenheit ist nur ein Symbol der Ideen des Geistes. Solange wir an der zeitlichen Ursache-Wirkungs-Beziehung festhalten sind wir in der Schuld gefangen.

Nun ist sich GOTTES SOHN endlich der gegenwärtigen URSACHE und IHRER gütigen WIRKUNGEN bewusst. Jetzt versteht er, dass das, was er gemacht hat, ursachlos ist und keinerlei Wirkungen hat. Er hat nichts getan. Und indem er das sieht, versteht er, dass er nie irgend etwas zu tun brauchte und es nie tat. Seine URSACHE ist IHRE WIRKUNGEN. Es hat nie eine Ursache außer IHR gegeben, die eine andere Vergangenheit oder Zukunft erzeugen könnte. IHRE WIRKUNGEN sind unveränderbar ewig, jenseits der Angst und ganz und gar über die Sündenwelt erhaben.
(EKIW: Kapitel 28, I. 14.)

Vaterschaft ist Schöpfung. Die Liebe muss ausgedehnt werden. Reinheit ist nicht begrenzt. Es ist das Wesen der Unschuldigen, ewig uneingedämmt zu sein ohne Schranke oder Begrenzung. Somit ist Reinheit nicht vom Körper. Noch kann sie dort gefunden werden, wo Begrenzung ist. Der Körper kann durch ihre Wirkungen geheilt werden, die grenzenlos sind wie sie selbst. Doch muss alle Heilung deswegen geschehen , weil begriffen wird, dass der Geist nicht im Körper und seine Unschuld ganz getrennt von diesem ist, nämlich dort, wo alle Heilung ist. Wo also ist die Heilung? Nur dort, wo ihrer Ursache ihre Wirkungen gegeben werden. Denn Krankheit ist ein bedeutungsloser Versuch, der Ursachlosigkeit Wirkungen zu geben und sie zu einer Ursache zu machen.
(EKIW: Kapitel 28, II. 2.)

Hinter den ganzen Heilangeboten der ungeheilten Heiler steht der Versuch, das falsche Selbstkonzept aufrecht zu erhalten und trotzdem Heilung zu finden. Es ist verrückt, wenn die Figur im Traum versucht den Traum zu ihren Gunsten zu verändern. Das Ego ist der Gefangene und das Gefängnis und ist grundsätzlich nicht in der Lage sich zu heilen. Die einzige Chance auf echte Heilung besteht darin sich der göttlichen Führung hinzugeben, in der einzig verbliebenen Sehnsucht nach dem Erwachen aus dem Traum.

Kein Energetiker, Schamane, Arzt, Körpertherapeut, Psychotherapeut oder Psychiater kann uns heilen. Einzig und allein ein heiliger Augenblick den wir gemeinsam mit unserem Bruder verbringen, egal welche Rolle der Bruder gerade zu spielen scheint, ist ein Moment der gemeinsamen Heilung. Ein heiliger Augenblick kann sich aber nur einstellen, wenn wir als Person die Führung an Gott - den HEILIGEN GEIST - abgeben.

Der Versuch Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen ist verrückt. Der Körper ist eine Illusion, eine Projektion des Ego-Geists und Seele nur ein völlig unscharfer und esoterisch verwaschener Begriff, ohne wahre Bedeutung. Die einzige Heilung passiert im Geist, indem die Illusion des Körpers und der Welt erkannt wird und die Illusion der Trennung aufgelöst wird.

Wenn das Ego versucht in einem Wochenend-Heilseminar zu lernen sich selbst und andere Körper zu heilen, dann ist dies der Größenwahn des Egos und kann nicht wirklich funktionieren. In Folge wandert das Ego von einem Seminar zum nächsten auf der Suche nach Heilung - auf einer Ebene auf der Heilung nicht zu finden ist. Natürlich gibt es in diesem Bereich eine Unmenge an Angeboten - wie Sand am Meer - die unterschiedlichsten Methoden, die unterschiedlichsten Lehrer. Dies liegt einzig und allein daran, dass es nicht wirklich funktioniert und daher die Nachfrage nach diesen Angeboten ewig bestehen bleibt. Als ungeheilte Heiler haben wir daher immer genug zu tun. Wenn eine dieser Heilungsmethoden funktionieren würde, wäre im Nu die ganze Menschheit geheilt und die Sache wäre erledigt.

Wir selbst entscheiden, was für uns auf der Ebene des Geistes hilfreich sein oder uns sogar heilen wird. Der Segen eines Heilers bewirkt gar nichts, aber der Geist des Empfangenden kann alles bewirken. Es gibt Heiler die ihr Publikum lediglich zehn Minuten lang ansehen. Weder dieses “Ansehen” noch die Präsenz des Heilers heilen irgendjemanden, aber es ist durchaus möglich, dass jemand im Publikum eine Heilung erlebt, wenn dieser Mensch in diesem Moment auf der Ebene des Geistes entscheidet, gesund zu werden.

Mit der Arbeit auf der geistigen Ebene lassen sich spektakuläre Ergebnisse erzielen - wie ein Lauf über glühende Kohlen - aber solange das grundlegende Gedankensystem, das zum Großteil unbewusst ist, nicht korrigiert wurde, werden die alten Muster bald wieder wirksam werden. So spektakuläre Erfahrungen wie ein Feuerlauf sind wunderbarere Hinweise darauf wie mächtig unser Geist ist, aber ein paar spektakuläre Ereignisse jedes Jahr sind zu wenig für eine wahrhaftige Befreiung aus der Illusion der Trennung.

Das Wort "Heilung" ist bei den "ehrbaren" Therapeuten der Welt in Verruf geraten, und das zu Recht. Denn nicht einer von ihnen kann heilen, und nicht einer von ihnen versteht, was Heilung ist. Schlimmstenfalls machen sie bloß den Körper in ihrem eigenen Geist wirklich und suchen anschließend nach Magie, durch die sie die Gebrechen heilen können, mit denen ihr Geist ihn ausstattet. Wie könnte ein solcher Prozess heilend sein? Er ist lächerlich vom Anfang bis zum Ende. Da er jedoch begonnen hat, muss er so enden. Es ist, als ob GOTT der Teufel wäre und im Bösen gefunden werden müsste. Wie könnte da Liebe sein? Und wie könnte Krankheit Heilung bringen? Sind diese Fragen nicht ein und dieselbe?

Bestenfalls, und das Wort ist hier womöglich fragwürdig, begreifen die "Heiler" der Welt vielleicht den Geist als Quelle der Krankheit. Aber ihr Irrtum liegt in dem Glauben, dass er sich selber heilen kann. Das hat eine gewisse Berechtigung in einer Welt, wo "Grade des Irrtums" ein bedeutungsvolles Konzept ist. Doch müssen ihre Heilungen vorübergehend bleiben, oder eine andere Krankheit muss stattdessen kommen, denn der Tod ist erst überwunden, wenn die Bedeutung der Liebe verstanden wird. Und wer kann sie verstehen ohne das Wort GOTTES, dass er dem HEILIGEN GEIST als SEINE Gabe an dich gab?


(Die Ergänzungen zu EKIW: 2. IV. 4. & 5.)

Dazu ist eines, und eines nur, erforderlich: der Therapeut verwechselt sich in keiner Weise mit Gott. Alle "ungeheilten Heiler" nehmen diese grundlegende Verwechslung in der einen oder anderen Form vor, weil sie sich zwangsläufig als selbst erschaffen statt als von GOTT erschaffen ansehen. Diese Verwechslung ist selten, wenn überhaupt, bewusst, sonst würde der ungeheilte Heiler augenblicklich zu einem Lehrer GOTTES werden und sein Leben der Funktion wahrer Heilung widmen. Bevor er diesen Punkt erreichte, dachte er, er habe im therapeutischen Prozess die Führung und sei deshalb verantwortlich für das Ergebnis. Die Irrtümer seines Patienten wurden so zu seinem eigenen Versagen, und Schuld wurde zu einem dunklen, dicken Mantel für das, was die HEILIGKEIT CHRISTI sein sollte. Schuld ist unausweichlich in jenen, die ihr Urteil verwenden, um ihre Entscheidungen zu treffen. Schuld ist unmöglich in jenen, durch die der HEILIGE GEIST spricht.

Das Aufhören der Schuld ist das wahre Ziel der Therapie und das offensichtliche Ziel der Vergebung. Darin kann ihr Einssein klar gesehen werden. Doch wer, der sich in der Rolle des Führers verantwortlich für seinen Bruder fühlt, könnte das Ende der Schuld erfahren? Solch eine Funktion setzt ein Wissen voraus, dass niemand hier besitzen kann: eine Gewissheit hinsichtlich der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und all der Wirkungen, die darin auftreten können. Nur von diesem allwissenden Standpunkt aus wäre eine solche Rolle möglich. Doch keine Wahrnehmung ist allwissend, noch kann das winzig kleine Selbst von einem, der allein gegen das Universum steht, sich anmaßen, dass er eine solche Weisheit hat, außer in der Verrücktheit. Dass viele Therapeuten verrückt sind, ist offensichtlich. Kein ungeheilter Heiler kann gänzlich geistig gesund sein.


(Die Ergänzungen zu EKIW: 2. VII. 4. & 5.)


Viele falsche Propheten werden auftreten und sie werden viele irreführen.
(Bibel, Einheitsübersetzung, Mt 24,11)



Reinkarnation

In WAHRHEIT ist Reinkarnation unmöglich. Es gibt keine Vergangenheit oder Zukunft, und die Idee der Geburt in einen Körper - ob einmal oder mehrere Male - hat keine Bedeutung. Innerhalb der Illusion der Zeit kann ein gewisses Grundwissen über die scheinbar unterschiedlichen Leben hilfreich sein, doch in der Praxis bietet das Thema mehr Stoff für Irrtümer als für Unterstützung.

Viele von uns mit Interesse an Spiritualität nehmen an, dass wir, wenn wir nach dem Tod ins sogenannte Jenseits kommen, Entscheidungen treffen, Verträge schließen und Verpflichtungen darüber eingehen, was wir in unserem nächsten Leben tun werden und wie. Das stimmt nicht! Alle Leben sind schon vorbei. Wir erleben nur einen Film noch einmal, der schon gedreht ist.

Was wir das Leben nach dem Tod nennen, ist genau genommen ein Leben zwischen den Leben. Es ist die Zeitspanne zwischen einem Traumleben, dessen Details schon feststehen, und dem folgenden Traumleben, dessen Details schon feststehen. Freiheit oder einen freien Willen gibt es in diesem Traumleben für uns nur insofern, als wir bei allem zwischen der Interpretation des HEILIGEN GEISTES und der des Egos wählen können. Inwieweit wird das tun und wahre Heilung erleben, entscheidet über die Qualität unserer Erfahrung in diesem Leben, im Zwischenleben ebenso, wie darüber, welches Leben wir danach erfahren!

Darum ist es so wichtig, dass wir Vergebung nicht aufschieben. Unsere Zukunft wird genau JETZT von uns bestimmt, und sie hängt von unseren Entscheidungen ab: Ob wir für das, was wir sehen, die Interpretation des HEILIGEN GEISTES wählen oder die des Egos!

Es also nicht entscheidend was auf der Ebene der Form geschieht, sondern was wir darüber denken. Alles geschieht im Geist. Wir machen, sogar nachdem wir unseren Körper verlassen zu haben scheinen, immer noch die Erfahrung, mit unseren Augen zu sehen. Aber das tun wir nicht. Wir "sehen” mit dem Geist, der Körper, sei er nun ein menschlicher, ein astraler oder ein sonstiger Körper, ist nicht wirklich, weil er genau so ein Teil der Projektion ist wie der Rest der Projektion. Alle Berichte von Nahtoderfahrungen bestätigen dies. Die Menschen berichten dann davon, dass sie ihren Körper verlassen haben und das ganze Geschehen von außen beobachten konnten und auch alles was im Raum gesprochen wurde, obwohl sie klinisch tot waren.

Die Ansicht der unterschiedlichen Traumleben folgt auch keiner zeitlich linearen Reihenfolge. Unser nächstes Leben könnte eines sein, das scheinbar vor 500 Jahren, vor 1000 Jahren oder erst in 100 Jahren stattfindet. Es spielt keine Rolle. Wie dieses Leben wird und welche Vergebungslektionen es bereitet, hängt davon ab, ob wir die Gelegenheiten zur Vergebung nutzen, die sich uns JETZT präsentieren.

Wenn wir unsere Vergebungslektionen vervollständigt haben, werden wir nach Hause zurückkehren und uns keine weiteren Traumleben mehr ansehen – warum auch? Wir werden uns dem Schmerz der Trennung nicht mehr aussetzen, wenn wir davon geheilt sind und wieder in die EINHEIT zurückgekehrt sind.

Viele von uns denken, der Astralkörper sei die Seele, aber ihnen ist nicht klar, dass das ganze Konzept einer individuellen Seele auf der Idee der Trennung beruht, während der reine Geist ganz und ungeteilt ist und auch keine persönliche Identität besitzt.

Es ist wichtig, dass wir uns immer daran erinnern, wenn wir uns mit dem Thema früherer oder zukünftiger Leben beschäftigen, dass dies eine Illusion ist und es auch möglich ist im Geist jederzeit ein ganz anderes Raumzeitkontinuum zu projizieren, das ganz andere zeitliche Abläufe enthält. Die einzig wirklich hilfreiche Ausrichtung ist daher jene auf das JETZT.

Wenn also Menschen hellseherische Fähigkeiten besitzen und die Zukunft voraus sagen, sagen sie lediglich das voraus was schon geschehen ist, also die Vergangenheit. Sie sehen nur den Verlauf des im JETZT im Bewusstsein aktiven Raumzeitkontinuums. Im JETZT ist aber ein Wechsel in ein anderes Raumzeitkontinuum möglich – dieser Wechsel wird im Kurs als Wunder bezeichnet.

Solange wir in der Illusion der Zeit gefangen sind gleicht unser Leben einer Fahrt durch einen Eiskanal. Es ist eng und der Weg ist vorgezeichnet, lediglich unsere Reaktion auf das Geschehen steht uns frei. Wenn wieder einmal eine Linkskurve kommt und wir aber eine Rechtskurve wollen, so können wir uns darüber ärgern oder uns der Situation hingegeben, weil wir wissen, dass in diesem Leben dies der Weg ist der gegangen werden will. Wenn wir aus der Illusion der Zeit erwachen ist dies wie wenn wir das Ende des Eiskanals erreichen und raus katapultiert werden in ein breites grünes wunderschönes Tal.

Bei der Beschäftigung mit Konzepten von Reinkarnation besteht immer die große Gefahr, dass wir sie auf der Ebene der Person dazu verwenden uns besonders zu fühlen, wenn alles scheinbar glatt läuft und wir uns verurteilen, wenn es scheinbar schlecht läuft. Das Gleiche machen wir dann auch mit unseren Mitmenschen und verurteilen sie für ihr mieses Karma.

Menschen, die sich an ihre früheren Leben erinnern, erinnern sich normalerweise an die bemerkenswerten und selten an die Leben, in denen sie im Gefängnis oder mit dem Gesicht im Dreck starben. Das Ego möchte die Dinge attraktiv erscheinen lassen und uns dazu bringen, immer wieder für eine weitere Runde zurückzukommen.

Die Beschäftigung mit früheren Leben, oder auch dem Zwischenleben, sind eine beliebte Strategie des Egos um mit Komplexität von der Einfachheit der Wahrheit abzulenken. Es ist immer nur dieser Augenblick, das JETZT, in dem uns die vollständige Erlösung angeboten wird.

Im eigentlichen Sinne ist Reinkarnation unmöglich. Es gibt keine Vergangenheit oder Zukunft, und die Idee der Geburt in einen Körper - ob einmal oder mehrere Male - hat keine Bedeutung. Reinkarnation kann also nicht in irgendeinem wirklichen Sinne wahr sein. Unsere einzige Frage sollte sein: Ist das Konzept hilfreich? Und das hängt natürlich davon ab, wofür es verwendet wird. Wenn es verwendet wird, um die Einsicht in das ewige Wesen des Lebens zu stärken, ist es in der Tat hilfreich. Ist irgendeine andere Frage dazu wirklich nützlich, um den Weg zu erhellen? Wie viele andere Überzeugungen kann es bitter missbraucht werden. Geringstenfalls bietet ein solcher Missbrauch Beschäftigung mit der Vergangenheit und vielleicht auch Stolz darauf an. Schlimmstenfalls ruft er Trägheit in der Gegenwart hervor. Dazwischen sind viele Arten von Torheit möglich.

Der Schwerpunkt dieses Kurses bleibt immer derselbe: Es ist dieser Augenblick, in dem dir die vollständige Erlösung angeboten wird, und dieser Augenblick ist es, in dem du sie annehmen kannst. Das ist nach wie vor deine einzige Verantwortung. Die SÜHNE könnte mit einem totalen Entrinnen aus der Vergangenheit und einem völligen Mangel an Interesse für die Zukunft gleichgesetzt werden. Der HIMMEL ist hier. Es gibt keinen andern Ort. Der HIMMEL ist jetzt. Es gibt keine andere Zeit. Kein Lehren, das nicht dahin führt, ist für GOTTES Lehrer von Belang. Alle Überzeugungen deuten darauf hin, wenn sie richtig gedeutet werden. In diesem Sinne kann man sagen, dass ihre Wahrheit in ihrer Nützlichkeit liegt. Alle Überzeugungen, die zu Fortschritt führen, sollten geachtet werden. Das ist das einzige Kriterium, das dieser Kurs erfordert. Nicht mehr als dies ist nötig.


(EKIW: HANDBUCH FÜR LEHRER, 24. 1.&6.)

Einige Würdenträger der Stadt waren in einem Zen Kloster zu einem einfachen Mal geladen. Um den Zen Meister zu beeindrucken, unterhielten sie sich über höchst spirituelle Themen, über Wiedergeburt und Karma. Schließlich ergriff der Bürgermeister das Wort: „Verehrter Meister, uns würde vor allem Ihre Meinung zum Thema Wiedergeburt interessieren.“ Der Meister schaute von seinem Teller auf und sagte: „Haben Sie schon gekostet? Der Rettich schmeckt ausgezeichnet.


Bei allem, was geschieht
in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
bin ich nicht der Handelnde
noch der Empfangende.
Das erkenne ich.
Es gibt keinen Zweifel.


(Avadhuta Gita, Kapitel 1, Vers 72)



Realität

Die Aussage mancher spiritueller Lehrer, "sei in der Welt, aber nicht von ihr", ist keine Aussage des Kurses. Sie ist ein Widerspruch zur WAHRHEIT. Die Welt ist eine Projektion unseres Geistes, wir können daher nicht in ihr sein. Wir sind der Träumer des Traums und nicht die Figur im Traum.

"Die ganze Welt ist Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler,
sie treten auf und gehen wieder ab.
"
(William Shakespeare)

Der Traum ist wie ein Theaterstück. Das Drehbuch ist geschrieben und die ganze Geschichte hat keine Wirklichkeit. Das Bewusstsein, der erste Schritt in die Trennung, hat sich in Facetten aufgespalten und nimmt das Stück aus Sicht der unterschiedlichen Rollen wahr. Diese Facetten des Bewusstsein sind in unserem Bild vom Theaterstück die Schauspieler. Das Ego ist ein Schauspieler der sich völlig mit seiner Rolle identifiziert hat und vergessen hat, wer er wirklich ist. Er glaubt die Figur im Stück zu sein und er glaubt, er könnte das Drehbuch beeinflussen.

Erwachen aus dieser Illusion bedeutet zu erkennen, dass wir nicht die Figur im Stück sind, sondern das Bewusstsein, das sich dessen bewusst ist. Wir befinden uns dann in der Position des Träumers des Traums und sind nicht mehr mit der Figur im Traum, aus deren Blickwinkel wir den Traum wahrnehmen, identifiziert. Nach einem „Prozess“ der Erleuchtung, der Vergebung des ganzen Dramas, löst sich auch das Bewusstseinsfragment wieder in der Einheit Gottes auf. Das Drama zu vergeben bedeutet den anderen Schauspielern ihre Rolle im Stück zu vergeben.

Es gibt keine Welt, weil sie ein Gedanke ist, der getrennt von GOTT ist und dazu gemacht, VATER und SOHN zu trennen und einen Teil von GOTT SELBST loszubrechen, um so SEINE GANZHEIT zu zerstören. Kann eine Welt, die aus dieser Idee stammt, denn wirklich sein? Kann sie irgendwo sein? Leugne Illusionen, aber nimm die Wahrheit an. Leugne, dass du ein Schatten bist, flüchtig auf eine sterbende Welt geworfen. Befreie deinen Geist, und du wirst eine befreite Welt erblicken.
(EKIW: Lektion 132, 13.)

Das Ego ist ein Geisteszustand der versucht die Illusion als Realität am Leben zu halten. Das Ego hat dafür unterschiedliche Strategien um den Anschein der „Realität“ aufrecht zu erhalten und der WAHRHEIT zu entkommen. Im Folgenden einige beliebte Varianten dieser Strategie.

Beliebte Ego-Strategien der Verleugnung

Die beliebteste Strategie überhaupt, im Zusammenhang mit dem Kurs, ist es dem Kurs nur bedingt zu glauben, sich ein paar schöne Ideen in die Illusion zu holen, aber weiter an der Illusion festzuhalten. Das klingt dann vielleicht so: „Die Aussagen des Kurses klingen gut für ein erleuchtetes Wesen, sind aber ein schwacher Trost in unserer realen Welt.“ Mit dieser Sichtweise ist der Kurs wertlos! Oft dient er dem Ego dann sogar noch als Identifikationsobjekt, indem es sich ein paar „kluge“ Zitate merkt und sich dadurch wieder besonders fühlt.

Erleuchtete Wesen brauchen keinen Kurs. Der Kurs ist der Beginn des Weges der Erleuchtung und dieser Weg geht weit über den Kurs hinaus.

Eine weitere beliebte Strategie die Illusion als Realität zu schützen ist es sich ganz und gar auf das, im wachen Alltagszustand, Wahrgenommene, und dabei auch nur auf das Positive, zu konzentrieren und alles andere auszublenden. Dies klingt dann manchmal so: „Ich schaue mir keine Filme an, weil ich die Realität bevorzuge. Außerdem wenn ich mir ausnahmsweise einen ansehe, dann nur positive Filme, nicht Sachen, die mich belasten, aufregen oder zu sehr beschäftigen.“

Dahinter verbirgt sich, neben der grundsätzlichen Angst vor der WAHRHEIT, auch die Angst vor heftigen Gefühlen. Wenn wir heftige Gefühle aber auf Dauer unterdrücken entsteht Druck. Dies kann sich in Kopfdruck oder Druck in den Bandscheiben äußern. Wir sind dann schnell versucht die Beschäftigung mit existentiellen Themen und die damit verbundene Aufregung zu vermeiden um die Symptome los zu werden und erkennen nicht, dass die Vermeidung die Ursache für die Symptome ist.

Ein alter Indianer sitzt mit seiner Enkelin am Lagerfeuer und erzählt ihr folgende Geschichte:
In jedem von uns tobt ein Kampf zwischen zwei Wölfen. Der eine Wolf ist böse. Er kämpft mit Neid, Eifersucht, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Lügen, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst. Der andere Wolf ist gut. Er kämpft mit Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit.
Das kleine Mädchen schaut eine Zeitlang ins Feuer, dann fragt es:
Und welcher der beiden Wölfe gewinnt?
Der alte Indianer schweigt. Nach einer ganzen Weile antwortet er:
Der, den du fütterst.

Diese wundervolle Geschichte wird manchmal missverstanden. Es geht nicht um die scheinbaren Wölfe im Außen, sondern um die Wölfe in uns. Dies bedeutet, dass es nicht darum geht sich von all dem in der Welt abzuwenden, was wir als böse wahrnehmen, sondern darum unsere Wahrnehmung der Welt zu verändern und uns nicht dem Ego zuwenden, welches das Urteil “böse” trifft, sondern uns dem reinen Geist zu zuwenden, der kein Gut und Böse kennt, sondern nur die WAHRHEIT jenseits der Dualität.

Daher bieten gerade Filme eine wunderbare Möglichkeit sich mit allen Facetten der Welt zu beschäftigen und die dabei auftauchenden intensiven Gefühle zu fühlen. Wenn die Fässer ungeweinter Tränen sich entleeren ist dies eine Gelegenheit, die wir nutzen können, um bewusst zu werden.

Unser Gehirn kann nicht unterscheiden zwischen durch einen Film erzeugten Gefühlen und solchen in Folge scheinbar „realer“ Erfahrungen. Daher sind gute Filme („Quanten-Movies“) und Romane eine gute Möglichkeit sich mit existentiellen Themen auseinander zu setzen, ohne alles gleich selbst „inszenieren“ zu müssen. So sind mit Hilfe virtueller Realitäten und der dabei auftretenden Immersion, viele Erfahrungen in einem Leben möglich, wo es sonst zig Leben gebraucht hätte. Dies ist wahrscheinlich ein Grund warum Computerspiele und virtuelle Welten so beliebt bei Jugendlichen sind. Unsere völlig sinnentleerte Alltagswelt hat für die neue Generation keinen Reiz mehr.

Außerdem helfen uns Filme und virtuelle Realitäten die Wirklichkeit unseres Alltagslebens zu hinterfragen - unser Alltagsleben - das ohnedies zum größten Teil aus völlig banalen Dingen, wie dem Geld verdienen, dem sich ernähren, Körperpflege und der Pflege von Dingen besteht. Da ist wenig dabei, was unseren Geist weiter bringt. Wenn wir diesen Alltag als einzige Realität akzeptieren und uns allein darauf konzentrieren sind wir geistig arm. Um wie viel reicher ist da doch der Erfahrungsschatz der Märchen, Parabeln und alten Geschichten, die sich in aktuellen Versionen in unseren, vom HEILIGEN GEIST inspirierten, Filmen und Romanen wiederfinden.

Der Wechsel zwischen den unterschiedlichsten Träumen, dem alltäglichen „Wachtraum“, den Träumen in der Nacht und dem Eintauchen in einen Film kann eine Unterstützung sein, um aus der Illusion des Lebenstraums zu erwachen, weil sich die Idee von "Realität" immer mehr auflöst.

Natürlich können wir uns auch in uninspirierte Traumwelten flüchten, um vor aktuellen Themen in unserem Leben davon zulaufen. Es sind wie immer nicht die Dinge im Außen, sondern die Absicht und der Zweck, mit dem wir etwas tun. Wir können Filme allein zur Unterhaltung und Ablenkung benutzen und wir können sie als eine Art Meditation zu bestimmten Themen nutzen, indem wir mit Hilfe der Filme unser Denken und Fühlen beobachten.

Das Entscheidende daran ist, dem verborgenen Teil unseres Denksystems, dem Unbewussten, zu begegnen. Sigmund Freud hat schon Anfang des 20. Jahrhunderts die Macht des Unbewussten erkannt. Solange wir beispielsweise Themen wie Mord, Tod, Schuld und Opfer vollständig von uns fern halten, werden wir unser unbewusstes Denken und Fühlen darüber nicht erkennen und uns somit auch nicht vom Glauben daran befreien können. Ein psychologisch fundierter Krimi ist eine gute Gelegenheit um uns unseres Denkens über diese Themen bewusst zu werden und um Opfer und Täter zu vergeben. Diesen Themen zu entfliehen hat nichts mit Erlösung zu tun, sondern ist Verdrängung. Erst wenn die Illusion der Welt unseren Frieden nicht mehr stört sind wir wahrhaft frei.

Die wirkliche Welt ist ein Symbol, wie alles übrige, was die Wahrnehmung anbietet. Doch steht sie für das, was dem entgegengesetzt ist, was du gemacht hast. Deine Welt wird durch die Augen der Angst gesehen und bringt deinem Geist die Zeugnisse des Schreckens. Die wirkliche Welt kann nicht wahrgenommen werden außer mit Augen, die die Vergebung segnet, so dass sie eine Welt erblicken, wo Angst und Schrecken unmöglich sind und keine Zeugnisse der Angst gefunden werden können.

Die wirkliche Welt birgt ein Gegenstück für jeden unglücklichen Gedanken, der in deiner Welt gespiegelt wird, eine sichere Berichtigung für die Anblicke der Angst und für das Schlachtgetöse, die deine Welt enthält. Die wirkliche Welt zeigt eine Welt, die anders gesehen wird, mit ruhigen Augen und mit einem Geist, der in Frieden ist. Dort ist nichts als Ruhe. Keine Schreie des Schmerzes und des Kummers sind zu hören, denn dort bleibt nichts außerhalb der Vergebung. Und die Anblicke sind sanft. Nur glückliche Anblicke und Geräusche können den Geist erreichen, der sich selbst vergeben hat.

Wozu braucht solch ein Geist Gedanken des Todes, des Angriffs und des Mordes? Was kann er anderes um sich herum wahrnehmen als Sicherheit, Liebe und Freude? Was gibt es da, wovon er wollte, dass es verurteilt sei, und was gibt es da, wogegen er ein Urteil fällen möchte? Die Welt, die er sieht, ersteht aus einem Geist, der mit sich selbst in Frieden ist. Keine Gefahr lauert in irgend etwas, was er sieht, denn er ist gütig, und nur auf Güte schaut er.

Die wirkliche Welt ist das Symbol dafür, dass der Traum von Sünde und von Schuld vorbei ist und dass GOTTES SOHN nicht länger schläft. Seine erwachenden Augen nehmen die deutliche Widerspiegelung von seines VATERS LIEBE wahr, das sichere Versprechen, dass er erlöst ist. Die wirkliche Welt bedeutet das Ende der Zeit, denn ihre Wahrnehmung macht die Zeit zwecklos.


(EKIW: ÜBUNGSBUCH, Teil II. 8. 1.-4.)


Geld und die Idee vom „Energieausgleich“

Wenn wir uns für „spirituell“ halten, dann haben wir häufig eine gespaltene Einstellung zu den Themen Sex und Geld. Daher haben wir dafür eine ganz verquere Art des Umgangs mit diesen Themen entwickelt. Dem einfachen Sex hängen wir ein Tantra-Mäntelchen um, um ihn irgendwie „heilig“ zu machen und vom Geld wenden wir uns angewidert ab. Da wir aber, wie die meisten „unspirituellen“ Menschen auch, Geld brauchen, nennen wir das, was wir für unsere Produkte und Dienstleistungen von unseren Mitmenschen einfordern, einfach „Energieausgleich“. Das klingt zwar viel freundlicher, ändert aber nichts daran, dass es Geld ist. Das Ego lebt nach dem Motto: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Durch Komplexität verschleiert es die Einfachheit der WAHRHEIT.

Die Idee vom Energieausgleich steht im völligen Widerspruch zur WAHRHEIT. WAHRHEIT ist Einheit und innerhalb von Einheit gibt es kein Ungleichgewicht und in Folge braucht es keinen Ausgleich. Hat Jesus, wenn er jemanden geheilt hat, einen Energieausgleich verlangt? Wie kann ein Dienst am Nächsten, oder der Gemeinschaft - also ein Akt der Nächstenliebe - ein energetisches Ungleichgewicht erzeugen, das ausgeglichen werden müsste?

Dieser Widerspruch und die dahinter versteckte negative Einstellung zum Geld hat Konsequenzen - nämlich Probleme mit Geld. Geld und die dahinter stehenden Ideen, von Tauschen und von Besitz, sind aus der Idee der Trennung entstanden. Wir entkommen aber der Illusion der Trennung nicht, wenn wir das Geld als solches ablehnen. Nicht das Geld ist das Problem, sondern unsere geistige Haltung dahinter. Wir können selbst mit Geld Liebe zum Ausdruck bringen.

Es wird alles wieder ganz einfach, wenn wir nicht mehr in Tauschen und damit nicht mehr in Geld denken, sondern in Erlösung. Wenn beispielsweise jemand ein Buch wie Ein Kurs in Wundern auf den Markt bringt, dient dies der Erlösung und das Geld, das in unserer derzeitigen Tauschwirtschaft benötigt wird, um das tun zu können, wird einfach verlangt, ohne, dass dies ein Problem darstellt. Das sind einfache alltagspraktische Angelegenheiten, ohne dass da irgend ein energetisches Ungleichgewicht ausgeglichen werden müsste.

Da sagte Jesus zu ihnen:
So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!
Und sie waren sehr erstaunt über ihn.

(Bibel Einheitsübersetzung, Mk 12,17)

Zurzeit im praktischen Leben nicht in Geld denken, bedeutet nicht automatisch ohne Geld zu leben. Gerade mit Hilfe des modernen Bankwesen ist es sehr einfach. Alle regelmäßigen Zahlungen lassen sich per Dauer- oder Einziehungsauftrag automatisieren und brauchen daher keine weitere Aufmerksamkeit. Wenn wir, unseren Talenten entsprechend, unsere Aufgabe zum Wohle aller erfüllen, werden wir auch das Geld zur Verfügung haben, das wir zum Leben brauchen.

Wir können uns mit Geld die Ware Glück kaufen, aber WAHRES GLÜCK ist mit dem Geld der ganzen Welt nicht zu bekommen. Wenn das Geld scheinbar nicht reicht, ist daher die Frage: Was glaube ich alles zu brauchen, um glücklich zu sein? Was glaube ich, dass meine Kinder brauchen, um glücklich zu sein – brauchen sie Geld oder Liebe?

Wir haben uns ein Geldsystem erschaffen, das wunderbar unser egoisches Mangeldenken symbolisiert – ein Schuldgeldsystem mit Zinsen. Dieses System, und das dahinter verborgene Denksystem, ist auf Schuld und Tod ausgerichtet und so wird auch unserer Geldsystem eines Tages erschöpft zusammenbrechen.

Wir werden uns in Folge von der Idee des Tauschens und damit von unserem Geldsystem verabschieden. Das ökonomische System wird wesentlich humaner und weiser werden. Wir werden andere Wege finden um die Ressourcen dieses Planeten auf alle Menschen zu verteilen. Wir werden aus dem Sklavensystem des finanziellen Überlebens aussteigen und unser Hauptaugenmerk auf innere Persönlichkeitsarbeit und spirituelle Entwicklung legen. Der nächste Entwicklungsschritt ist nicht zu verhindern – nur die Details, und mit wie viel Leid im Vorfeld wir es tun werden, ist noch offen und wird sich zeigen. Je länger wir warten desto mehr werden wir leiden.

So ist denn dieses Jahr die Zeit, die einfachste Entscheidung zu treffen, die sich dir je gestellt hat, und auch die einzige. Du wirst die Brücke zur Wirklichkeit einfach deshalb überqueren, weil du begreifen wirst, dass GOTT auf der anderen Seite ist und hier rein gar nichts. Es ist unmöglich, die natürliche Entscheidung nicht zu treffen, wenn das begriffen ist.
(EKIW: Kapitel 16, V. 17.)

Die Brücke selbst ist nichts anderes als ein Übergang in der Betrachtungsweise der Wirklichkeit. Auf dieser Seite ist alles, was du siehst, grob verzerrt und aus der Perspektive geraten. Was klein und unbedeutend ist, das wird aufgebauscht, und was stark und mächtig ist, das wird zurückgestutzt zu Kleinheit. lm Übergang gibt es eine Phase der Verwirrung, in der ein Gefühl tatsächlicher Desorientierung auftreten kann. Fürchte dich aber nicht davor, denn es bedeutet nur, dass du gewillt warst, den verzerrten Bezugsrahmen loszulassen, der deine Welt zusammenzuhalten schien. Dieser Bezugsrahmen ist um die besondere Beziehung herum erbaut. Ohne diese Illusion könnte es keine Bedeutung geben, nach der du hier noch immer suchen würdest.
(EKIW: Kapitel 16, VI. 7.)

Befürchte nicht, dass du unvermittelt emporgehoben und in die Wirklichkeit geschleudert wirst. Die Zeit ist gütig, und wenn du sie zugunsten der Wirklichkeit nutzt, wird sie bei deinem Übergang sanft mit dir Schritt halten. Die Dringlichkeit liegt nur darin, deinen Geist aus seiner starren Position hier herauszulösen. Das wird dich nicht obdachlos und ohne Bezugsrahmen lassen. Die Desorientierungsphase, die dem eigentlichen Übergang vorangeht, ist weit kürzer als die Zeit, die es gedauert hat, deinen Geist so fest auf Illusionen zu fixieren. Die Verzögerung wird dich jetzt mehr verletzen als zuvor, einfach weil du begreifst, dass es eine Verzögerung ist und das Entrinnen aus dem Leid tatsächlich möglich ist. Finde Hoffnung und Trost statt Verzweiflung hierin: Du könntest selbst die Illusion von Liebe nicht lange in irgendeiner besonderen Beziehung hier finden. Denn du bist nicht mehr gänzlich wahnsinnig, und du würdest bald die Schuld des Selbstverrats als das begreifen, was sie ist.
(EKIW: Kapitel 16, VI. 8.)


Der Preis der Trennung

Ein ganz entscheidender Aspekt beim Thema Geld ist die häufige Verwechslung von Geld, Preis und Wert (im Sinne der Welt). Ein Unternehmen ist ein Wert. Der Wert eines Unternehmens setzt sich, unter anderem, aus Grundstücken, Gebäuden, Maschinen und dem Know-How der Mitarbeiter, zusammen. Wenn es sich bei einem Unternehmen um eine Aktiengesellschaft handelt, dann verbrieft eine Aktie dem Eigentümer der Aktie ein Miteigentum am Unternehmen. Wenn also jemand 10% der Aktien eines Unternehmens besitzt, so besitzt er 10% des Unternehmens. Der Wert seiner Aktien beträgt 10% des Unternehmens. Der Kurs der Aktie an der Börse, ist der Preis für eine Aktie, aber nicht deren Wert.

Der Preis für eine Aktie, also der Börsenkurs, kann wesentlich höher sein, als der tatsächliche Wert der Aktie. Wir haben das sehr deutlich erkennen können, als im März 2000 die Dotcom Blase geplatzt ist. Ein Börsenkurs ist also lediglich ein Preis für eine Aktie, er ist aber kein Wert und auch kein Geld! Börsenkurse verändern sich ständig, dies ändert aber absolut nichts an den Werten und nichts an der Geldmenge.

Eine Börse ist ein Marktplatz, dort werden nur Waren gehandelt, aber es wird weder Geld erzeugt, noch Geld vernichtet. Geld erzeugen und wieder vernichten ist nur Banken erlaubt. Wenn wir also nach einem Börsencrash in den Medien lesen, dass soundsoviel Millionen Euro vernichtet wurden, so ist dies falsch. An der Börse wechselt Geld nur den Besitzer, an der Geldmenge ändert das absolut nichts. Im Falle eines Börsencrashs ändert sich also lediglich der Preis, der im Moment für einen Anteil an einem Unternehmen zu bezahlen ist. Der wahre Wert des Unternehmens, also seine Grundstücke, Gebäude, Maschinen und das Know-how der Mitarbeiter, hat sich dadurch aber nicht verändert.

Warum sich ein Börsencrash mit der Zeit auf unsere Realwirtschaft auswirkt liegt wieder allein an der Verwechslung von Wert, Geld und Preis - an unserem Glauben, Geld hätte einen Wert. In unseren Unternehmensbilanzen werden Werte in Form von Preisen, als Geldeinheiten, abgebildet. Wenn sich nun beispielsweise der Preis einer Beteiligung an einem anderen Unternehmen ändert, führt dies zu Problemen, obwohl sich an den wahren Werten und auch an der Geldmenge in unserem Wirtschaftssystem nichts verändert hat.

Eine weitere entscheidender Punkt warum sich ein Börsencrash auf die Realwirtschaft auswirkt ist, dass es an den Börsen nicht mehr um langfristige Beteiligungen geht, sondern die Börsen fast ausschließlich der reinen Spekulation dienen und auch hier wieder Preise mit Geld verwechselt werden. Wenn ich eine Aktie mit einem hohen Preis besitze, so ist das kein Geld. Es ist ein Anteil an einem Unternehmen. Erst wenn ich es an einen anderen Anleger verkaufe, erhalte ich von ihm Geld und der andere den Anteil am Unternehmen. Man kann Geld nicht „anlegen“ - man hat entweder Geld, oder man hat das, was man mit dem Geld gekauft hat – aber das ist dann kein Geld mehr!

Als weiteres Beispiel für die Unterscheidung von Geld, Preis und Wert soll uns das Beispiel eines berühmten Kunstmalers dienen. Wenn der Künstler in seinem Atelier ein Bild malt, so schafft er einen Wert. Durch die Schaffung dieses Wertes hat sich die Geldmenge im Wirtschaftssystem nicht verändert. Durch die Schaffung dieses Wertes wurde kein Geld geschaffen. Wenn das Bild nun in einer Galerie zum Verkauf angeboten wird, so wird für das Bild ein Preis festgelegt. Wenn nun jemand das Bild zum festgesetzten Preis kauft, wechselt das Geld vom Käufer zum Maler und der Wert vom Maler zum Käufer. Bei diesem Vorgang hat sich an der Geldmenge wiederum nichts geändert. Es wurde weder Geld geschaffen, noch Geld vernichtet. Es hat lediglich Geld, das im Wirtschaftskreislauf schon vorhanden war, den Besitzer gewechselt.

Wenn ein Maler ein Bild malt, ein Bauer Erdäpfel erntet, ein Häuslbauer ein Haus baut, eine Firma ein Produkt erzeugt, so werden dabei immer Werte erzeugt und damit Wertschöpfung betrieben, aber es wird kein Geld erzeugt. Die Geldmenge ändert sich dadurch nicht, es findet keine Geldschöpfung statt.

Es ist wichtig zu verstehen, dass eine Änderung von Preisen, wie im Falle eines Börsencrash, nichts an unserer Geldmenge und schon gar nicht an unseren Werten ändert. Unsere Werte, also die Betriebsmittel in den Unternehmen, die Rohstoffe auf unserem Planeten und die auf dem Planeten zur Verfügung stehende menschliche Arbeitskraft, bleiben immer dieselben - egal wie sich die Preise im Moment verändern mögen. Selbst die Geldmenge bleibt von Preisänderungen unberührt.

Sich daran wieder zu erinnern, ist eine wichtige Voraussetzung um zu verstehen, dass sowohl Preise als auch Geld, nicht relevant sind, für unser Leben auf diesem Planeten. Wir müssen uns davon lösen, Preis und Geld, mit Wert zu verwechseln. Es geht darum, dass wir uns wieder auf unsere Werte besinnen. Anders ausgedrückt könnte man auch sagen, wir sollten uns wieder daran erinnern, dass man Geld nicht essen kann und dass Geld nicht arbeitet - es sind Menschen die arbeiten.

Unser Denken in Geld führt zu den abstrusesten Situationen. Unser Denken in Geld lässt es vernünftig erscheinen, unsere Kleidung von Kindern in Südostasien fertigen zu lassen und sie dann mit großen Containerschiffen, in denen Schweröl verbrannt wird, über den halben Planeten zu uns nach Europa zu transportieren.

Nur weil wir in Geld denken, gibt es überhaupt Arbeitslose. Nur weil wir in Geld denken, scheint es Sinn zu machen Arbeitsplätze zu schaffen, egal ob dies für Mensch und Natur gut ist. Unser Denken in Geld und in Folge in Arbeitsplätzen ist Wahnsinn. Gerade wir Europäer haben erfahren, wozu das Denken in Arbeitsplätzen führt. Die Depression der 30er Jahre und die damit verbundene hohe Arbeitslosigkeit, war die Basis für den Aufstieg der Nationalsozialisten. Es wurden Arbeitsplätze geschaffen, indem eine Unmenge an Waffen produziert und ein riesiges Heer geschaffen wurden.

Heutzutage akzeptieren wir das Thema Arbeitsplätze immer noch als Argument für die Zerstörung der Umwelt. Es geht nicht um mehr Arbeit und damit mehr Ressourcenverbrauch – es geht um weniger Arbeit und damit weniger Ressourcenverbrauch, um weniger Wirtschaftswachstum und mehr Zeit für geistiges Wachstum.

Im Falle unserer Rohstoffe zeigt sich besonders deutlich, wie gefährlich und verrückt die Verwechslung von Preis und Wert ist. Der Preis den wir üblicherweise für unsere Rohstoffe verlangen, hängt in erster Linie von den Beschaffungskosten ab. Wenn sich die Ausbeutung einer Rohstoffquelle finanziell rechnet, wird sie erschlossen. Wir berücksichtigen den Wert den dieser Rohstoff für uns als Menschheit hat, überhaupt nicht. Für uns als Menschheit - bedeutet auch das Wohl zukünftiger Generationen zu berücksichtigen. Beim Verbrauch der Rohstoffe berücksichtigen wir dann weder Recyclingkosten noch Umweltschäden.

Der Milliardär Edward Bass lies für 200 Millionen US-Dollar in Arizona, USA das Biosphäre 2 Projekt erbauen. Das Ziel war es ein von der Außenwelt unabhängiges, sich selbst erhaltendes Ökosystem, zu schaffen. Das Projekt gilt nach zwei erfolglosen Versuchen als gescheitert. Nicht einmal mit 200 Millionen US-Dollar ist es also möglich, ein winziges Ökosystem aufzubauen. Dies zeigt uns, welchen Wert unser Ökosystem hat - ein Wert der nicht einmal einen Preis hat - und der daher auch nicht mit Geld zu bezahlen ist.

Geld ist ein Symbol für die Idee der Trennung in der das Ego lebt. Das Geld bildet allerdings nur die Oberfläche des Denkens in Trennung. Dahinter verbirgt sich die Idee des Tauschens. Das wahre Problem ist das Tauschen und nicht das Geld. Geld hat das Tauschen nur vereinfacht. Daher sind Tauschkreise keine Lösung, sondern zerstören nur den einzigen Vorteil des Geldes. Mit Tauschkreisen ist das Leben in unserer arbeitsteiligen Tauschgesellschaft einfach nicht möglich. Mit einem Tauschkreis können wir keine Miete, keinen Strom, kein Gas und keine Steuern bezahlen.

Mit dem Tauschen haben wir uns das Gegenüber zum Feind gemacht und versuchen nun auf seine Kosten Gewinn zu machen. Tauschen ist ein Ausdruck der Trennung. Teilen und schenken sind hingegen Ausdruck der Liebe - Ausdruck der Einheit. Zu Weihnachten, dem Fest der Liebe, beschenken wir einander.

Innerhalb einer Gemeinschaft die sich als Einheit versteht, wird nicht getauscht. In unserer Zeit ist das nur noch die Kleinfamilie, in früheren Zeiten waren dies wesentlich größere Einheiten. Bei sogenannten Naturvölkern ist dies die dörfliche Gemeinschaft oder der Stamm. Innerhalb dieser Gemeinschaft erledigt jeder seine Arbeit und die Ergebnisse werden geteilt. Wenn die Jäger des Dorfes einen Hirsch jagen, bringen sie ihn anschließend nach Hause ins Dorf, um ihn zu teilen und nicht um ihn gegen etwas anderes einzutauschen. Die Indianer haben innerhalb ihres Stammes auch nicht getauscht, die Idee des Tauschens brachten erst die weißen Siedler ins Land. Die Idee man könnte Land besitzen, war im Weltbild der Indianer überhaupt nicht vorhanden.

Für das Ego ist nur wertvoll, was es nimmt. Und das führt zum vierten Gesetz des Chaos, das wahr sein muss, wenn man die anderen akzeptiert. Dieses scheinbare Gesetz ist die Überzeugung, dass du hast, was du genommen hast. Dadurch wird der Verlust des anderen dein Gewinn, und so wird nicht wahrgenommen, dass du nie jemandem etwas nehmen kannst als dir. Indessen müssen alle anderen Gesetze zu diesem führen. Denn Feinde geben einander nicht bereitwillig, noch würden sie die Dinge mit andern zu teilen suchen, die sie selber schätzen. Das, was deine Feinde dir vorenthalten möchten, muss des Besitzes wert sein, weil sie es vor deinem Blick versteckt halten.
(EKIW: Kapitel 23, II. 9.)

"Jede Wahl in der Welt hängt von diesem ab: Du wählst zwischen deinem Bruder und dir, und du gewinnst soviel, wie er verliert, und das, was du verlierst, ist das, was ihm gegeben wird.
Wie steht das doch der Wahrheit ganz und gar entgegen, wo der ganze Zweck der Lektion der ist, zu lehren, dass das, was dein Bruder verliert, du verloren hast, und dass das, was er gewinnt, dir gegeben ist.
"
(EKIW: Kapitel 31, IV. 8. 4.&5.)

Wir sehen meist nicht wie unfair Tauschen ist. Menschen kommen mit völlig unterschiedlichen geistigen und körperlichen Fähigkeiten auf die Welt und leben unter völlig unterschiedlichen geografischen Bedingungen, so dass Tauschen und damit Wettbewerb einfach nicht fair ist. Wie soll ein Land, dessen Oberfläche in erster Linie aus nackten Felsen besteht, in dem Trinkwassermangel herrscht, und das keine nennenswerten Rohstoffvorkommen aufweist, mit einem Land konkurrieren, durch das große Flüsse, und damit großen Wasserstraßen, fließen, die wiederum mit wirtschaftlich wichtigen Seehäfen verbunden sind, ein Land dessen Böden fruchtbar sind und in dessen Erde wertvolle Rohstoffe lagern.

Die Idee des Tauschens macht es außerdem notwendig menschliche Arbeit zu bewerten. Wir lassen jemandem der am Computer sitzt und mit Geld an den Börsen spielt, oder jemanden der Fußball spielt, oder jemanden der auf einer Showbühne das Rampenlicht genießt, wesentlich mehr Geld zukommen, als jemanden, der sich um Kinder kümmert, oder alte und kranke Menschen pflegt. Was ist das für eine verrückte Bewertung? Sollte nicht der Mensch, der einem alten, im Sterben liegenden Menschen im Hospiz den Hintern auswischt, wesentlich besser bezahlt werden, als jemand der seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht und vor Publikum Fußball spielt?

Invisible hand“ (unsichtbare Hand) ist ein metaphorischer Ausdruck, mit dem der schottische Ökonom und Moralphilosoph Adam Smith die unbewusste Förderung des Gemeinwohls beschrieb. Adam Smith war nicht der Erfinder dieser Metapher; sie war zu seiner Zeit eine durchaus übliche meist religiös konnotierte Redensart.

Diese Methapher beschreibt in ihrem heutigen Verständnis den Grundgedanken des modernen Kapitalismus, der auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt (Marktwirtschaft) beruht. Der Grundgedanke dahinter lautet: Wenn alle Akteure an ihrem eigenen Wohl orientiert seien, führe eine Selbstregulierung des Wirtschaftslebens zu einer optimalen Produktionsmenge und -qualität und zu einer gerechten Verteilung.

Kapitalismus bezeichnet in der marxistischen Tradition „die auf Warenproduktion, Marktwirtschaft, Investition von Kapital, Lohnarbeit und Profit beruhende Produktionsweise“ als auch die „von der Herrschaft des Kapitals bedingten sozialen, politischen, rechtlichen und kulturellen Verhältnisse als Gesellschaftsordnung“.

Kommunismus (lateinisch communis "gemeinsam") ist ein um 1840 in Frankreich entstandener politisch-ideologischer Begriff mit mehreren Bedeutungen. Er bezeichnet Gesellschaftsordnungen, beruhend auf Ideen sozialer Gleichheit und Freiheit aller Gesellschaftsmitglieder, auf der Basis von Gemeineigentum und kollektiver Problemlösung.

Die lebenserhaltenden und fürsorglichen Tätigkeiten in den Privathaushalten, im Non-Profit-Bereich und in der Ressourcenwirtschaft bilden die Basis unserer Wirtschaft, und dennoch fehlen sie sowohl in der kapitalistischen als auch in der sozialistischen Wirtschaftstheorie. Sowohl der Sozialismus als auch der Kapitalismus wurzeln in einer auf Vorherrschaft beruhenden Tradition. Für Adam Smith genauso wie für Karl Marx war die Natur einzig dafür da, um ausgebeutet zu werden.

Die dem Kommunismus zugrunde liegende Idee der Gemeinsamkeit ist eine wahrhaft spirituelle, die allerdings in der praktischen Umsetzung auf einer Verwechslung der Ebenen basierte. Eine am Gemeinwohl ausgerichtete Gesinnung lässt sich niemanden aufzwingen, sondern kann nur die Folge eines radikalen Befreiungsprozesses auf der Ebene des Geistes sein. Jeder Versuch auf der Ebene des Verhaltens eine dauerhafte Änderung zu bewirken ist zum Scheitern verurteilt. Wahre Veränderung kann nur auf der Ebene des Geistes vollbracht werden, verändertes Verhalten ist dann lediglich die Folge.

Wenn wir aus zeitgeschichtlicher Sicht Kapitalismus und Kommunismus vergleichen, könnten wir zum Ergebnis kommen, dass der Kapitalismus effizienter wäre als der Kommunismus. Das stimmt aber nicht. Der auf Wettbewerb basierende Kapitalismus ist eine total ineffiziente Wirtschaftsform, die nur deswegen in der Praxis zu mehr wirtschaftlichen Erfolg als der Kommunismus führt, weil sie dem Denksystem des Egos entspricht. Um des eigenen Vorteils wegen sind wir bereit bis zum Burnout zu arbeiten, aber für das Gemeinwohl sind wir es nicht.

Betrachten wir die Entwicklung des Mobilfunks in Österreich als praktisches Beispiel für die tatsächliche Ineffizienz von Wettbewerb. Bis 1996 war Telefonie eine Angelegenheit der "Post". Diese brauchte keine große Marketingabteilung um auf Ihre Angebote hinzuweisen, denn jeder wusste, wenn er ein Telefon benötigt, geht er einfach zur Post. Dies war auch zu Beginn des Mobilfunks noch so.

Im Oktober 1996 ging schließlich das allererste private Mobilfunknetz max.mobil in Betrieb. Einer der bekannteren Werbebotschaften des Anbieters lautete: "Was wäre ein Handy ohne max?" Mit tele.ring wurde 1997 der dritte Netzbetreiber gegründet. Im Mai 2003 startete das Unternehmen Hutchison 3G Austria GmbH als vierter Netzbetreiber.

Dies bedeutete, dass ab 2003 plötzlich vier Netzbetreiber Mobiltelefonie anboten. Für ein und denselben Dienst wurden gleichzeitig vier Mobilfunknetze aufgebaut. Dies führte manchmal dazu, dass an einem Ort gleich drei 36 m hohe Mobilfunkmasten aufgebaut wurden. Die Kooperation der Mobilfunkbetreiber beim Netzaufbau war äußerst gering, denn die Vorgaben des Gesetzgebers waren auf Wettbewerb ausgerichtet.

Es war also der nahezu vierfache Ressourcenaufwand notwendig um ein und denselben Dienst anzubieten. Zusätzlich wurden nun auch vier riesige Marketingabteilungen benötigt, um sich gegenseitig im Wettbewerb am Markt zu verdrängen. Die freie Marktwirtschaft hat damit zu einem riesigen Mehraufwand an materiellen Ressourcen und an menschlicher Arbeitskraft geführt, ohne einen wahren Mehrwert an Leistung zu bieten.

Der ständige Wettbewerb führte zu weiteren Marktveränderungen. Einerseits wurde die mit einem riesigen Marketingaufwand ins Leben gerufene Marke max.mobil durch die Marke T-Mobile ersetzt, die dann einige Jahre später wiederum durch Magenta Telekom ersetzt wurde. Auch die Marke tele.ring verschwand und auch das Mobilfunknetz von Telering wurde aufgelöst und nur teilweise in das T-Mobile Netz übernommen.

Wiederum jede Menge Arbeit, in erster Linie Marketing und Management, für nichts!

Zurzeit gibt es drei Netzbetreiber; A1 Telekom Austria, Hutchison Drei Austria sowie Magenta Telekom und eine unübersehbare Zahl von Mobilfunkprovidern, wie bob, VECTONE, eety, RedBull-Mobile, Yesss!, billitel!, delightmobile, Educom, Freeeway, Ge(-)org!, goood mobile, HoT, joymobile, Kabelplus Mobile, Kronemobile, Kuriermobil, kwikki, Lidl Connect, Liwest Mobil, Lycamobile, m:tel, Rapid Mobil, s-budget-mobile, Simfonie, HELP mobile, spusu, Tchibo Mobil Österreich, VOLmobil, Wowww!, Yooopi!

Für alle diese Provider braucht es Marketing und Management und damit wiederum eine Menge Arbeit für nichts.

Es ist offensichtlich, dass Wettbewerb keine effiziente Art des Wirtschaftens ist, Kooperation wäre wesentlich effizienter. Warum Kooperation in der Praxis nicht entsprechend funktioniert, liegt einzig und allein an der Illusion der Trennung, in der das Ego lebt.

Die Welt der Wirtschaft ist voll von kriegerischen Symbolen. Militärische Hierarchien sind ein Herrschaftssystem mit fester Rangordnung, genau abgegrenzten Befugnissen und eindeutig festgelegter Weisungs-, Befehls- und Kommunikationsstruktur. Genau diese Form der Hierarchie finden wir in Unternehmen wieder.

Spitzenmanager tragen üblicherweise eine Krawatte, als Symbol für ihren Rang in der Hierarchie. Das Wort „Krawatte“ geht auf französisch „à la cravate“ „nach kroatischer Art“ zurück. Vor allem in Österreich bezeugt die mundartliche Form Kråwåt für „Kroate“ die Wortherkunft. Bei einer Parade für den französischen König Ludwig XIV war auch ein kroatisches Reiterregiment aufmarschiert. Diese Reiter trugen ein Stück Stoff, das am Kragen in Form einer Rosette befestigt wurde und deren Enden über der Brust hingen. Dieser Bestandteil der Uniform der Kroaten zog die Aufmerksamkeit des Königs auf sich, der die Cravate anschließend übernahm und innerhalb des Adels verbreitete. Die Krawatte stand immer, angefangen vom römischen Focale über das Halstuch kroatischer Regimenter bis zur Halsbinde von Offizieren und Generälen des Dreißigjährigen Krieges, in soldatischem Zusammenhang.

In der Welt der Wirtschaft geht es um feindliche Firmenübernahmen, Verdrängungswettbewerb, Preiskämpfe, Handelskriege, aufrüsten von Unternehmensstandorten und das Überleben am Markt. Die Human Resource Abteilung organisiert Full Time Equivalents (FTE's), während Headhunter (Kopfgeldjäger) sich im Krieg um die klügsten Köpfe befinden. Der Chief Executive Officer (CEO) steuert das Unternehmen. Die Übernahme des Officers in die Führung von Organisationen hat ihre Wurzeln im 16ten Jahrhundert, als in Großbritannien die ersten Seehandelsgesellschaften entstanden. Diese hatten auf ihren Schiffen eine streng hierarchisch militärische Struktur. Die CEOs sitzen in der Zentrale, im Headquarter. Hier befehlen sie ihren Stab. Der Begriff Strategie stammt aus dem Griechischen – Strategia ist die Kunst der Heerführung. Taktik ist ebenfalls griechisch und bedeutet: Die Kunst, ein Heer in Schlachtordnung zu stellen.

Die Arbeit ist zum täglichen Kampf geworden. Wir stehen auf Kriegsfuß mit dem einen oder anderen Kollegen, der immer wieder quer schießt, so wie es uns überhaupt insgesamt so scheint, als würde ständig von allen Seiten auf uns geschossen. Deshalb befinden wir uns jetzt auf dem Rückzug. Angesichts unserer überbordenden Bürokratie beklagen wir einen alltäglichen Papierkrieg. Wir führen Argumente ins Feld und lassen uns ungern das Heft aus der Hand nehmen. Wir planen feindliche Übernahmen, weil die Kriegskasse gut gefüllt ist, und wir nehmen die Kundenfront scharf ins Visier, um die Stoßrichtung des geplanten Marketingfeldzugs zu sondieren. Wir geraten schneller zwischen die Fronten, als uns manchmal lieb ist und fahren scharfes Geschütz auf, wenn die freundliche Tour nicht zieht.

Kriegssprache ist nur möglich unter Bedingungen, in denen Krieg als spezifische Form von Gewalt bestimmend ist. Die Existenz von Kriegswörtern im Wirtschaftsleben widerspiegelt diesen Sachverhalt. 1997 wurde in Paris die Ecole de Guerre Economique (auf deutsch: Schule für Wirtschaftskrieg) gegründet. Sie ist die erste europäische Institution, die eine Ausbildung für „Angriffs- und Verteidigungsmethoden“ anbietet, mit denen sich Unternehmen im Kontext der Globalisierung auseinandersetzen müssen.

Sanskrit ist eine Sprache des alten Indiens mit einer dokumentierten Geschichte von über 3.000 Jahren. Auf Sanskrit bedeutet das Wort für Krieg („Vigrahin“) wenn es wörtlich übersetzt wird: „Verlangen nach mehr Kühen“. Besser könnte man es nicht beschreiben: Krieg bedeutet "Verlangen nach mehr". Früher einmal waren es Kühe, jetzt ist es Geld. Wir befinden uns im Krieg und beschönigen diese Tatsache, indem wir Wettbewerb und freie Marktwirtschaft dazu sagen.

Damit du hast, gib allen alles.
(EKIW: Kapitel 6, V. A.)

Das Ego andererseits fordert immer gegenseitige Rechte, weil es konkurriert, statt zu lieben. Es ist immer bereit, einen Handel abzuschließen, kann aber nicht verstehen, dass wie ein anderer zu sein bedeutet, dass es nicht möglich ist, einen Handel abzuschließen. Um zu gewinnen, musst du geben, nicht einen Handel abschließen. Einen Handel abschließen heißt, das Geben zu begrenzen, und das ist nicht der WILLE GOTTES. Mit GOTT zu wollen heißt, wie ER zu erschaffen. GOTT begrenzt SEINE Gaben in keiner Weise. Ihr seid SEINE Gaben, und daher müssen eure Gaben wie die SEINEN sein. Eure Gaben an das HIMMELREICH müssen wie SEINE Gaben an euch sein.
(EKIW: Kapitel 7, I. 4.)

Alle besonderen Beziehungen haben Sünde zum Ziel. Denn sie sind ein Handel mit der Wirklichkeit, an den die scheinbare Verbindung angepasst wird. Vergiss nicht: Einen Handel abschließen heißt eine Grenze setzen und jeden Bruder, mit dem du eine begrenzte Beziehung hast, hasst du. Vielleicht versuchst du, den Handel im Namen der Fairness einzuhalten, indem du manchmal die Bezahlung von dir selber forderst, öfter vielleicht vom anderen. So versuchst du, durch die »Fairness« die Schuld zu mildern, die vom Zweck der Beziehung, den du akzeptiert hast, kommt. Und deshalb muss der HEILIGE GEIST ihren Zweck ändern, damit sie für IHN nützlich und für dich harmlos werde.
(EKIW: Kapitel 21, III. 1.)

Denk an die Freiheit in der Einsicht, dass du an all die sonderbaren und verdrehten Gesetze nicht gebunden bist, die du aufgestellt hast, um dich zu retten. Du meinst tatsächlich, dass du verhungerst, wenn du nicht Stapel farbiger Papierschnipsel und Haufen kleiner Scheiben aus Metall besitzt. Du meinst tatsächlich, dass ein kleines rundes Kügelchen oder eine Flüssigkeit, die durch eine spitze Nadel in deine Adern gedrückt wird, Krankheit und Tod abwendet. Du meinst tatsächlich, du seiest allein, wenn nicht ein anderer Körper bei dir ist.
(EKIW: Lektion 76, 3.)

Um zu erkennen welchen Preis wir für die Idee der Trennung zahlen, stellen wir uns einmal vor, wir wären bereits alle aus der Illusion der Trennung erwacht und würden uns als eine Menschheit in einem globalen Dorf erleben. Wir würden folgende Wirtschaftszweige nicht mehr benötigen und hätten auch diese Arbeit nicht mehr zu erledigen:

Mindesten 80% der zurzeit notwendigen Arbeit sind dann nicht mehr nötig!

Zu der wenigen Arbeit die dann noch notwendig ist, leistet jeder mit großer Freude seinen Beitrag und diese geleisteten Beiträge werden daher auch nicht verglichen. Auch die verrückte Idee einer Work-Life-Balance gehört dann der Geschichte an. Es ist ein typischer Gedanke aus der Illusion der Trennung.

Elizabeth “Lizzie” Magie Phillips hat das Spiel The Landlord's Game erfunden, welches die Grundlage des heutigen Monopoly-Spiels (DKT) ist. Sie erhielt das U.S. Patent 748626 für ihr Spiel am 5. Januar 1904. Am 19. März 1935 kaufte ihr die Parker Brothers das Patent für The Landlord's Game ab und machte daraus in Folge das Monopoly-Spiel.

Allerdings wollte Lizzie seinerseits die Erkenntnisse des Ökonomen Henry George den Menschen mit einem Brettspiel nahebringen: Arbeitslose Einkünfte des Grundbesitzers auf der einen Seite, schaffen Armut und Verelendung auf der anderen Seite. Zu diesem Zweck schuf sie zwei Spielvarianten. Die eine ist im Grundprinzip die bis heute bekannte. Bei der Alternative nahm sie die von Henry George vorgeschlagene „single tax“ mit dazu, hob also de facto das Grundeigentum auf. Bei der heute allein bekannten Variante bleibt ein Monopolist übrig, dem als Gewinner alles gehört, während bei der damaligen zweiten Alternative ohne Bodenspekulation die meisten Mitspieler im Spielverlauf immer wohlhabender werden („Freiwirtschaft“).

Wir wissen also seit unser Kindheit, dass unser Geld- und Wirtschaftssystem dazu führt, dass sich Besitz in den Händen weniger sammelt. Wenn das nur zu Lebzeiten einer Person so wäre, wäre es noch gar nicht so schlimm. Wirklich unfair wird es erst, durch die Idee des Erbens, denn damit wird die unfaire Vermögensverteilung auf ewig fortgeschrieben. Auch das Erben ist eine für das Ego typische Idee. Indem es sich mit seinen Kindern und seinem Besitz identifiziert, versucht das Ego dem Tod zu entgehen. Wenn nun sein Besitz in den Händen seiner Kinder weiterbesteht, hat es das Gefühl, auch selbst mit dem Tod nicht ganz zu verschwinden.

Damit sind wir beim zentralen Thema, das sich hinter der Idee des Geldes und hinter der Idee des Tauschens verbirgt – es ist die Idee von Besitz und all dies ist Ausdruck eines Mangel-Zustands, indem sich das Ego permanent befindet.

Alles, von dem das Ego sagt, dass du es brauchst, wird dich verletzen. Denn obwohl das Ego dich immer wieder zum Habenwollen drängt, lässt es dir nichts, denn was du bekommst, wird es dir abverlangen. Und ebenjenen Händen, die es ergriffen haben, wird es entwunden und in den Staub geschleudert. Denn wo das Ego Erlösung sieht, da sieht es Trennung, und so verlierst du, was immer du in seinem Namen bekommen hast. Deshalb frage nicht dich selbst, was du brauchst, denn du weißt es nicht, und der Rat, den du dir gibst, wird dich verletzen. Denn was du zu brauchen glaubst, wird lediglich dazu dienen, deine Welt gegen das Licht abzuschirmen und dich unwillens zu machen, den Wert zu hinterfragen, den diese Welt tatsächlich für dich haben kann.
(EKIW: Kapitel 13, VII. 11,)


You damn right, I've got the blues
From my head down to my shoes
You damn right, I've got the blues
From my head down to my shoes
I can't win, 'cause I don't have a thing to lose

(Buddy Guy, 1991)



Der Fehler im Geldsystem

Geld wurde seinerzeit eingeführt, um das Tauschen zu vereinfachen. Das ist auch der einzige nützliche Aspekt des Geldes. Dazu wurden zuerst wertvolle Rohstoffe, insbesondere Edelmetalle wie Gold und Silber, direkt als Zahlungsmittel verwendet. Später wurden daraus Münzen geprägt und erst deutlich später entstand das Papiergeld.

Diejenigen die sich um die Aufbewahrung des Goldes kümmerten, stellten jenen, die ihnen ihr Gold anvertrauten, eine Quittung über das eingelagerte Gold aus. Da es einfacher war gleich diese Quittungen zum Bezahlen zu verwenden, als das physische Gold, entstand so das Papiergeld. Jene, die sich um die Lagerung des Goldes und um das Ausstellen der Quittungen kümmerten, waren die Vorläufer der heutigen Banken. Diese Institutionen begannen auch das bei ihnen eingelagerte Gold zu verleihen und dafür Zinsen zu verlangen.

Lange Zeit war Geld also Gold, oder eine Quittung auf Gold. Eine derartige Währungsordnung nennt man Goldstandard. Ein moderner Goldstandard besteht, wenn eine Notenbank einen festen Umtauschkurs ihrer Währung in Gold garantiert und tatsächlich jederzeit zum Umtausch in der gesamten Menge in der Lage und bereit ist. Beim reinen Goldstandard entspricht die Geldmenge eines Landes dem Wert des monetär genutzten Goldbestandes dieses Landes. Dies bedeutet, dass die Geldmenge von den Banken nicht beliebig erhöht werden kann. Dies bedeutet auch, dass die Wechselkurse zwischen Ländern mit einem reinen Goldstandard fix sind. In unserem aktuellen Geldsystem ist das nicht so, denn sowohl die Geldmenge als auch die Wechselkurse werden von den Notenbanken gesteuert, um das Wirtschaftsgeschehen zu steuern.

Der Goldstandard war ab 1880 in den Industriestaaten das anerkannte System geworden. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurde der Goldstandard in vielen Ländern ausgesetzt, da aufgrund der Kriegskosten mehr Geld benötigt wurde, als Gold vorhanden war. Nach einer Phase flexibler Wechselkurse versuchte man halbherzig wieder zum Goldstandart zurück zu kehren, aber durch die Weltwirtschaftskrise in den dreißiger Jahren gerieten auch diese Versuche wieder ins Wanken.

Der Versuch zum Goldstandard zurück zu kehren, führte zwangsläufig zu einer weltweiten Reduktion der Geldmenge. Diese stark verringerte Geldmenge, und die damit verbundenen hohen Zinsen, waren der Impuls, der die Weltwirtschaftskrise beginnend 1929 auslöste. Diese Weltwirtschaftskrise begünstigte den Aufstieg der Nationalsozialisten in Deutschland und war somit der Nährboden für den Zweiten Weltkrieg.

Dass die Weltwirtschaftskrise eine Geldmangelerscheinung war, zeigt das „Wunder von Wörgl“. Während der Nationalsozialismus um sich greift, steht Wörgl vor dem Bankrott. Bürgermeister Michael Unterguggenberger gelingt es im Jahre 1932, die Gemeinde durch die Einführung eines selbtgedruckten Schwundgeldes zu Wohlstand zu führen und die Arbeitslosigkeit gegen Null zu drücken. Er hat das Geld selber drucken lassen und damit alle öffentlichen Ausgaben finanziert. Er ließ damit den ganzen Ort inklusive einer Fabrik wieder neu aufbauen. Die einzige Schwierigkeit bestand darin, die Menschen an dieses selbstgedruckte Geld glauben zu lassen.

Der entscheidende Effekt war, dass dieses Geld vom Bürgermeister aus dem Nichts erzeugt wurde und nicht durch Schulden bei einer Bank. Ein Nebeneffekt war, dass es sich um Schwundgeld handelte, dass es sich also mit der Zeit nicht durch Zinsen vermehrte, sondern dass es mit der Zeit weniger Wert wurde. Umgesetzt wurden diese „Negativzinsen“ in der Form, dass diese Geldscheine in bestimmten Zeitabständen mit Wertmarken beklebt werden mussten, um weiterhin ihre Gültigkeit zu bewahren.

Der Sinn von „Negativzinsen“ ist es zu verhindern, dass Geld gehortet wird und so gleich wieder ausgegeben wird, also dem Wirtschaftskreislauf zugeführt wird. Doch in einer Phase des Geldmangels und bei einem Geld, das sich der Bürgermeister selbst druckt, wäre die Gefahr der Geldhortung ohnedies äußerst gering gewesen.

Das „Wunder von Wörgl“ zieht Kreise. Die Presse berichtet, Gemeinden im Umkreis interessieren sich dafür, führen zum Teil auch selbstgedrucktes Schwundgeld ein, und selbst der französische Premierminister Daladier bekundet sein Interesse. Die Regierung und die Oesterreichische Nationalbank hingegen halten den Bürgermeister mit seinem Geld für eine Bedrohung; sie befürchten, dass er das ganze System zum Einsturz bringen könnte. Unterguggenberger wird vor Gericht gestellt und das selbstgedruckte Schwundgeld verboten.

„Das Wunder von Wörgl“ (Arbeitstitel „Der Geldmacher“) ist auch ein österreichischer Spielfilm aus dem Jahr 2018 von Urs Egger mit Karl Markovics in der Rolle des Bürgermeisters von Wörgl, Michael Unterguggenberger. Die Premiere erfolgte am 15.November 2018 im Cineplexx Wörgl.

Nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1944 entschieden sich die Vertreter von 44 Staaten in der Konferenz von Bretton Woods für ein System mit der US Währung – dem Dollar – als Ankerwährung. Die USA waren durch Waffenverkäufe und Rüstungskredite zum weltweit größten Gläubiger geworden, während der währungspolitische Hauptkonkurrent Großbritannien zum Schuldner geworden war. In den USA lagerten 70 Prozent der Goldreserven.

Die Zentralbanken der Mitgliedsstaaten verpflichteten sich im Vertrag von Bretton Woods dazu, durch Eingriffe an den Devisenmärkten die Kurse ihrer Währungen in festgelegten Grenzen zu halten. Das Tauschverhältnis zwischen Dollar und einer Unze Gold wurde auf 35 Dollar je Unze Feingold festgelegt. Um dies zu gewährleisten, verpflichtete sich die FED und damit die USA, Gold zu diesem Preis unbegrenzt zu kaufen oder zu verkaufen. Der Goldpreis in US-Dollar wurde so für Jahrzehnte festgelegt. Für die anderen Mitgliedstaaten stellte also der Dollar eine Quittung auf Gold dar und konnte so auch als Ersatz für Gold, zur Absicherung der eigenen Währung, verwendet werden.

Die USA benötigten für den Koreakrieg von 1950 bis 1953 und den Vietnamkrieg von etwa 1955 bis 1975 wesentlich mehr Geld, als sie an Goldbeständen zur Verfügung hatten. Der zunehmende Welthandeln ab den 50er Jahren führte auch dazu, dass die an die unter dem Bretton-Woods-System an den Dollar gekoppelten Länder immer mehr Geld benötigten. Erhöhten die Staaten unter diesem System ihre Geldmengen, mussten sie höhere Dollarreserven zur Deckung anlegen. Die USA hatten jedoch keine Möglichkeit, mehr Gold zur Deckung dieser nachgefragten Dollar zu schaffen. Dies führte dazu, dass eine immer größere Dollarmenge nicht mehr durch Gold gedeckt war, und resultierte letztlich in einem Vertrauensverlust gegenüber dem Dollar.

Schon Ende der 1950er Jahre überstiegen die bei ausländischen Zentralbanken befindlichen Dollarbestände die Goldreserven der USA bei weitem. Im Jahre 1966 forderte der französische Staatspräsident de Gaulle die USA auf, die französischen Dollarreserven in Gold umzutauschen und das Gold nach Frankreich zu liefern. Dies löste eine schwere politische Krise aus. Am 15. August 1971 stoppte der damalige US-Präsident Richard Nixon die Goldbindung des Dollar.

Dieser größte Bankraub der Menschheitsgeschichte verlief fast völlig unbemerkt von der Weltöffentlichkeit. Ein wesentlich kleinerer Bankraub, zur gleichen Zeit, erregte im deutschsprachigen Raum eine wesentlich größere Aufmerksamkeit. Am 4. August 1971 überfielen der in München geborene Hans Georg Rammelmayr und der in Graz geborene Dimitri Todorov, zwei „Kinder“ der 68er-Bewegung, eine Filiale der Deutschen Bank in München. Um ihrer Forderung nach zwei Millionen Deutschen Mark und einem Fluchtwagen Nachdruck zu verleihen, nahmen sie die 18 in der Bank anwesenden Personen als Geiseln, ein Novum in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Im Laufe des Abends fanden sich ungefähr 5000 Zuschauer ein, die zum Teil völlig ungeschützt das Geschehen verfolgten. Rammelmayr und die im Fluchtwagen sitzende weibliche Geisel starben gegen Mitternacht direkt vor der Bank im Blitzlichtgewitter der Pressefotografen, vor den Augen von Tausenden Zuschauern, im Kugelhagen der Polizei.

Ungefähr 3 Wochen vorher wurde der größte Bankraub der Menschheitsgeschichte beschlossen. Am 15. August 1971 wurde im Fernsehen der Weltöffentlichkeit davon berichtet. Die damit öffentlich bekannten Täter kamen ungeschoren davon.

Am Abend des 15. August 1971 wurde die beliebte Serie Bonanza im amerikanischen Fernsehen unterbrochen, um eine Rede des Präsidenten Richard Nixon zu übertragen. Er verkündete die Aufhebung der Dollar-Konvertierbarkeit in Gold und damit das Ende des Bretton-Woods-Abkommen aus dem Jahre 1944. Das Abkommen wurde im Juli 1944 von 44 Staaten unterzeichnet und vom Weißen Haus im August 1971 ohne Absprachen mit den anderen Nationen aufgekündigt.

Von 1944 bis 1971 entsprachen 35 Dollar einer garantierten Goldmenge von einer Unze. Danach war der Dollar nur noch bedrucktes Papier, dass in Amerika ein gesetzliches Zahlungsmittel darstellt. Für eine nicht-amerikanische Notenbank entsprachen bis 1971 35 Dollar einer von der amerikanischen FED garantierten Goldreserve von einer Unze Gold. Am 21.01.1980 beispielsweise, musste eine Notenbank für eine Unze am Goldmarkt 878,5 Dollar bezahlen. Dies entspricht einem Wertverlust um einen Faktor 25 – der Dollar besaß nur noch ein Fünfundzwanzigstel seines ursprünglichen Wertes, bezogen auf Gold. Das galt natürlich nicht nur für die Notenbanken, sondern für jeden Dollarbesitzer auf der ganzen Welt.

Ein Bankraub vor den Augen der Weltöffentlichkeit, der von kaum jemanden verstanden wurde und die paar Zentralbänker die wussten, was das bedeutet, konnten nicht darüber sprechen, den dies hätte das Vertrauen der Menschen in Geld völlig zerstört und zur wahrscheinlich bis dahin größten Wirtschaftskrise der Geschichte geführt.

Würden die Menschen das Geldsystem verstehen,
hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.
(Henry Ford, 1863 - 1947)

Zur Zeit der Erfindung des Papiergeldes und auch noch im Goldstandard entstand Geld durch Umtausch von Gold in Geld. Wenn also die Zentralbank eines Landes die Geldmenge erhöhen wollte, musste sie Gold ankaufen, um damit ihre Goldreserven zu erhöhen.

Wie entsteht Geld in unserem derzeitigen Geldsystem, wie passiert Geldschöpfung?

Die Zentralbanken steuern mit der Geldmenge die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Die zuvor gestellte Frage lässt sich daher auch so formulieren: Wie funktioniert die Erhöhung der Geldmenge? Diese Frage kann kaum jemand richtig beantworten, obwohl selbst auf Wikipedia unter „Geldmenge“ schon im ersten Absatz die Antwort zu finden ist: „Einer bestimmten Geldmenge stehen somit stets korrespondierende Verbindlichkeiten in gleicher Höhe gegenüber.“

Geld entsteht durch die Vergabe von Krediten. Zentralbanken und Geschäftsbanken erschaffen Geld aus dem Nichts durch einen Eintrag in den Computer. Dieser negative Eintrag wird wieder gelöscht, wenn der Kredit zurück gezahlt wird. Geld ist also immer eine Schuld die irgendwann zurück gezahlt werden muss. Wir leben in einem Schuldgeldsystem.

Das Geld in einem Schuldgeldsystem wird auch als Fiatgeld bezeichnet. Fiatgeld aus dem lateinischen Wort fiat ("Es sei getan! Es geschehe! Es werde!") ist ein Objekt ohne inneren Wert, das als Tauschmittel dient. Das Gegenteil von Fiatgeld ist Warengeld, als das z. B. Tabak, Reis, Gold oder Silber dient, das neben dem äußeren Tauschwert auch einen inneren Wert hat, der unabhängig von Regierungserlassen ist. Der Wert aller heutigen Währungssysteme ist über die Macht der Regierung, die Währung als gesetzliches Zahlungsmittel vorzuschreiben, gesichert und durch die allgemeine Akzeptanz von Handelspartnern.

Man könnte jetzt einwenden, dass nur die in den letzten sieben Jahrzehnten erzeugte Geldmenge Schuldgeld ist und auch immer noch „Gold-Geld“ im System ist. Doch dieser Anteil wurde allein durch die exponentiell wachsende Zinslast, auf die enorm gewachsene Geldmenge seit den 70er Jahren, „aufgezehrt“. Wir leben jetzt auch praktisch in einem reinen Schuldgeldsystem. Dollar Geldmenge Die Geldmenge von Dollar und Euro (bzw. der Vorgängerwährungen) ist seit den 70er Jahren allein bis 2013 um ca. das 15-fache (!) gestiegen. Seit dem Jahr 2014 ist die Geldmenge weltweit nochmals stark erhöht worden, aber auf eine ganz spezielle Weise. Während früher die Kreditvergabe der Geschäftsbanken an Unternehmen das Geldmengenwachstum stark bestimmt hat, ist in diesem Zeitraum der stärkste Zuwachs durch den von den Zentralbanken durchgeführten Ankauf von Anleihen entstanden. Zunächst wurden Staatsanleihen gekauft, anschließend - innerhalb der EZB sogar gegen den Widerstand einiger Mitgliedsstaaten - auch Unternehmensanleihen. Der Ankauf von Anleihen durch eine Zentralbank ist praktisch das Gleiche wie die Ausgabe eines Kredits. Die Bank gibt Geld aus und übernimmt dafür eine Schuldverschreibung - eine Anleihe.

Schon nach der Finanzkrise im Jahr 2008 und auch jetzt in Folge der Corona-Krise folgt ein Rettungspaket dem nächsten. Ein „Rettungspaket“ stellt aber nur weitere Kredite dar – eine Geldmengenerhöhung durch weitere niedrig verzinste Kredite. Auch „Rettungspakete“ sind nur weitere Schulden. Mit weiteren Schulden können wir einem ohnedies schon verschuldeten Unternehmen oder Staat nicht dauerhaft helfen. Wir verschieben seinen Zusammenbruch nur in die Zukunft.

Der Kauf von Anleihen durch eine Zentralbank schützt nicht die Schuldner, d.h. die entsprechenden Staaten und Unternehmen, die haben die Schulden ja weiterhin, sondern es schützt die ehemaligen Gläubiger - die ehemaligen Besitzer der Anleihen. Wenn der entsprechende Staat, oder das entsprechende Unternehmen, in Zukunft bankrott geht, hat die Zentralbank den Kreditausfall zu beklagen, während sich die ehemaligen Anleihenbesitzer mit dem Geld der Zentralbank einen schönen Tag machen.

Um besser zu verstehen, was wir da seit den 70er Jahren eigentlich tun und welche Konsequenzen unser Tun hat, schauen wir uns einmal die Funktionsweise eines Schuldgeldsystems mit Zinsen genauer an:

1. Geld = Schuld!

Wikipedia: „Einer bestimmten Geldmenge stehen somit stets korrespondierende Verbindlichkeiten in gleicher Höhe gegenüber.“

Unser Glaube an Schuld spiegelt sich in unserem Geldsystem wieder. Diese Schuld ist in einem Schuldgeldsystem nie mehr zu begleichen - denn würden wir tatsächlich alle Bankschulden zurück zahlen - gebe es kein Geld mehr!

Unser Geld bildet unser christliches Schuldbekenntnis ab: Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld.

Um das Ganze besser verstehen zu können, stellen wir uns vor, wir befinden uns am Beginn eines Schuldgeldsystem mit vier Marktteilnehmern und einer Bank. Die dabei erkennbaren Mechanismen gelten natürlich auch für ein fortgeschrittenes Schuldgeldsystem mit vier Milliarden Marktteilnehmern und Millionen von Banken.

Die Bank vergibt an jeden der vier Marktteilnehmer einen Kredit von 100 und erzeugt damit eine Geldmenge von 400. Mit dieser Geldmenge können nun die Marktteilnehmer wirtschaften, dass heißt, versuchen Gewinne zu machen, um in Folge die Schulden auch wieder zurück zahlen zu können.

MarktteilnehmerABCD
Bankschulden100100100100

[In einem Warengeldsystem, wie beispielsweise in einem reinen Goldstandard, funktioniert dies grundsätzlich anders. Dort entsteht Geld durch Ankauf der als Tauschmittel akzeptierten Ware, wie beispielsweise Gold. Wenn also eine Zentralbank die Geldmenge durch den Ankauf von Gold erhöht, entstehen keine Schulden und infolge auch keine Zinsforderungen.]

2. Die Guthaben der Einen sind die nicht zurück zahlbaren Schulden der Anderen!

Nach einer bestimmten Zeit des Wirtschaftens haben sich die Kontostände der Marktteilnehmer verändert, je nachdem wie erfolgreich sie gewirtschaftet haben. Wir gehen weiter davon aus, dass in dieser Zeit die Geldmenge von der Bank nicht erhöht wurde. Eine Erhöhung der Geldmenge würde am grundsätzlichen Mechanismus nichts ändern, würde aber die Übersichtlichkeit verringern.

Nehmen wir an, die Geldmenge von 400 hätte sich folgendermaßen auf die vier Marktteilnehmer verteilt:

MarktteilnehmerABCD
Bankschulden100100100100
Kontostand1607012050
Vermögen60-3020-50

Für Marktteilnehmer A bedeutet dies nach Abzug der Bankschulden ein Guthaben von 60 und für Marktteilnehmer C ein Guthaben von 20. Gleichzeitig bedeutet dies für Marktteilnehmer B, dass ihm 30 fehlen um seine Schuld zurückzahlen zu können und für Marktteilnehmer D, dass ihm 50 fehlen um seine Schuld zurückzahlen zu können. Dies zeigt, dass das Guthaben der einen - also 80 - immer genau der nicht zurück zahlbaren Schuld - auch 80 - der anderen Marktteilnehmer entspricht.

Die Schulden der Staaten sind die Guthaben der Staatsanleihenbesitzer.

In der Corona-Krise wurde, wie schon in der Finanzkrise 2008, die Geldmenge enorm erhöht. Die meisten Menschen haben nach einer solchen Krise aber weniger Geld – was bedeutet das? Da die Geldmengenerhöhung in den letzten Jahren sehr stark über den Kauf von Anleihen durch die Zentralbanken erfolgt ist, ist auch klar wo sich das viele Geld jetzt befindet – in den Händen der ehemaligen Anleihenbesitzer und die spielen damit an der Börse, im Versuch, ihr Guthaben noch weiter zu erhöhen. In der Wirtschaft kommt diese enorme Geldmenge gar nicht mehr an. Wirtschaftlich können wir gar nicht mehr so viel wachsen, wie es die Geldmenge in den letzten zwei Jahrzehnten getan hat.

Wenn Politiker eines reichen Landes, von einem armen Land, verlangen es möge seine Schulden zurückzahlen, dann zeigt dies nur, dass jene Politiker das Geldsystem nicht verstanden haben. Würde es nämlich das wirtschaftlich ärmere Land, trotz seiner im Wettbewerb ungünstigeren geografischen Situation, wirklich schaffen, seine Gewinne zu erhöhen, so würde dies zu Lasten der anderen Marktteilnehmer passieren – auch zu Lasten des reicheren Landes. Irgendwann würde das ehemals reiche Land, das arme Land sein und umgekehrt.

The winner takes it all

The winner takes it all
The loser standing small
Beside the victory
That's her destiny

So the winner takes it all
And the the loser has to fall

(Abba, 1980)


"Es ist nicht gerecht, dass jemand Mangel leiden sollte, weil ein anderer hat. Denn das ist Rache, welche Form sie auch annehmen mag. Die Gerechtigkeit fordert kein Opfer, denn jedes Opfer wird gebracht, damit die Sünde erhalten und bewahrt wird."
(EKIW: Kapitel 25, VIII. 4. 3.-5.)

3. Zinsen sind Forderungen nach Geld das es nicht gibt!

Bisher haben wir die Zinsforderungen der Bank nicht berücksichtigt, wenn wir dies nun tun, erkennen wir den zentralen Fehler im System. Wenn die Bank eine Geldmenge von 400 durch die Ausgabe von Krediten erzeugt, so will sie dafür auch Zinsen. Nehmen wir an sie will 5% Zinsen. Sie gibt also 400 aus und will 420 zurück. Wo sollen diese zusätzlichen 20 herkommen?

MarktteilnehmerABCDSumme
Bankschulden105105105105420
Kontostand1607012050400
Vermögen55-3515-55-20

Geld ist eine Schuld und muss zurück gezahlt werden. Zinsen im Zuge der Geldschöpfung sind daher Forderungen nach Geld, das es gar nicht gibt! Dies ist auch der Grund dafür, dass die EZB die Zinsen bei 0% belässt. Auch wenn es die Politiker nicht wissen, die obersten Notenbänker wissen, dass es anders gar nicht mehr geht.

Die Wirtschaft erreicht das Geld aber über die Kredite der Geschäftsbanken und die verlangen sehr wohl Zinsen. Zinsforderungen wachsen an sich schon exponentiell, in Kombination mit einer exponentiell wachsenden Geldmenge, gleichbedeutend mit einer exponentiell wachsenden Schuldenmenge, führt dies zu einem "doppelt exponentiellem" Wachstum an Forderungen nach Geld, das es gar nicht gibt. Diese Zinsforderungen können nur durch neue Schulden bedient werden und so geht das Spiel immer weiter bis es eines Tages kollabiert.

Eine Währung wie Bitcoin vermeidet zwar den Nachteil der Schulden und der damit verbundenen Zinsforderungen im Zuge der Geldschöpfung. Es entstehen also keine Forderungen nach Geld, das es nicht gibt. Ein solches Währungssystem funktioniert im Prinzip wie der Goldstandard, nur dass, anstatt in einem Bergwerk nach Gold zu graben, Geld durch Mining, das heißt durch Rechenleistung, erzeugt wird. Allerdings ist es völlig verrückt Geld durch Ressourcenverbrauch (Herstellung der Rechner, enormer Stromverbrauch durch Rechenzeit) zu erzeugen, wenn es doch ohnedies nur ein Eintrag in einem Computer ist.

[Zinsen unter den Markteilnehmer, in einem Warengeldsystem, sind eine andere Geschichte. Sie führen lediglich zu Verschiebungen des im Wirtschaftskreislauf vorhandenen Geldes. Hier stellt sich „nur“ die Frage, ob Zinsen grundsätzlich fair sind.]

Das erinnert uns wieder an das Sanskrit-Wort für Krieg („Vigrahin“). Es bedeutet wörtlich übersetzt: „Verlangen nach mehr Kühen“. Besser könnte man es nicht beschreiben: Krieg bedeutet "Verlangen nach mehr". Früher einmal waren es Kühe - jetzt sind es Zinsen! Wir befinden uns im Krieg und beschönigen diese Tatsache, indem wir Wettbewerb und freie Marktwirtschaft dazu sagen.

Das Ego hat die Komplexität seines Geldsystems in den letzten fünf Jahrzehnten so erhöht, dass es den grundlegenden Fehler darin, selber nicht mehr erkennen kann. Das Ego ist nicht vernünftig.

4. Zeit = Geld!

Zinsforderungen wachsen nicht linear mit der Zeit, sondern aufgrund des Zinseszinseffekts exponentiell. Der deutsche Schriftsteller Andreas Eschbach beschreibt in seinem 2001 erschienenen Roman "Eine Billion Dollar" wunderbar die Auswirkungen des Zinseszinseffekts:

Der Protagonist des Romans John Salvatore Fontanelli ist ein armer Schlucker, bis er eine unglaubliche Erbschaft macht: Ein Vermögen, das ein entfernter Vorfahr im 16. Jahrhundert hinterlassen hat und das durch Zins und Zinseszins in fast 500 Jahren auf über eine Billion Dollar angewachsen ist. Sein Vorfahre vertraute der Anwaltsfamilie Vacchi vor 500 Jahren 300 Florin an, was heute einem Gegenwert von etwa 10 000 Dollar entspräche. Deren einzige Aufgabe war es dieses Geld zu einem Zinssatz von 4% anzulegen – und allein dadurch wurde 1 000 000 000 000 Dollar daraus.

Die Idee der Zinsen ist ein zentraler Ausdruck des egoischen Denkens in Zeit
– mit katastrophalen Auswirkungen!

Diese Idee führt zu einer Bewertung der Zeit in Geld und somit haben wir uns die Zeit zum Feind gemacht. Die meisten Unternehmen werden mit Hilfe von Fremdkapital gegründet. Die dafür anfallenden Zinsen müssen an die Kunden weiter gegeben werden, um im Endeffekt einen Gewinn zu erzielen. Dies bedeutet, dass wir sogar, wenn wir selbst keine Schulden haben, beim Kauf der Produkte die Zinsen des Unternehmers mit zahlen. Und selbst wenn wir uns mit unserem Konsum zurückhalten, so tragen wir als Bürger eines Staates die Staatsschulden. Zurückzahlen lassen die sich ohnedies nicht mehr, also zahlen wir auf ewige Zeiten, mit einem immer größeren Betrag an Steuern, die Zinsen für diese Schulden. Dieses Geld müssen wir dann wiederum in der Zeit verdienen – Monat für Monat.

"Der Zins macht Zeit zu Geld. Die Zeit ist der bedeutendste Faktor in der exponentiellen Zinseszinsrechnung, da er im Gegensatz zum Zinssatz bestimmt werden kann: Wenn Schulden rascher abgezahlt werden, sind die Gesamtkosten geringer. Jede zeitliche Verzögerung wäre ein riesiger Verlust. Daher ist jeder Unternehmer, der einen Kredit aufnimmt, dazu gezwungen, möglichst rasch Gewinne zu erwirtschaften und seine Schulden möglichst rasch zurückzuzahlen. Dies führt zur Beschleunigung unseres Wirtschaftens und Lebens. Michael Ende hat dies im Buch Momo beschrieben: Die Grauen Herrn stehlen den Menschen die Zeit. Niemand hat mehr Zeit füreinander. Die Menschen opfern ihre Zeit und ihr Leben und produzieren Geld. Eine Maschine, die Zeit zu Geld macht - doch nicht zum eigenen Nutzen, sondern um die Vermögen anderer zu vergrößern. Wir leben heute tatsächlich um zu arbeiten - und arbeiten nicht mehr um zu leben. Der Zins macht aus der Zeit eine der wichtigsten und immer knapper werdenden Ressourcen. Zeit wird zur Ware. Dadurch können viele langfristige ökologische oder soziale Investitionen nicht umgesetzt werden - die Zeit ist zu ‚teuer‘ geworden. In einem zinsfreien System wäre Zeit im Überfluss vorhanden. Der Unternehmer könnte sich ‚Zeit lassen‘. Entscheidend wären nur die aufgewendeten Ressourcen, also Material und Arbeit. Ob diese über 5 oder 10 Jahre verteilt eingesetzt werden, spielt kaum eine Rolle."
Neues Geld - Neue Welt. Die drohende Wirtschaftskrise - Ursachen und Auswege.
Tobias Plettenbacher, Planet Verlag 2008, ISBN 3-902555-16-5 (2,8 MB), Seite 137

Geld und Religion

Geld hat seinen Ursprung in Tempeln und religiösen Organisationen. Jesus hat seinerzeit die Händler aus dem Tempel vertrieben. Der Name Kreuzer kommt daher, weil auf dieser Münze ein Kreuz war.

Die alten Kulturen waren sich der Nachteile des Schuldenmachens und der Zinsen noch bewusst. So gab es im christlichen Mittelalter ein Zinsverbot. Im Islam gibt es das offiziell immer noch und im Judentum gab es früher nach sechs Jahren ein Sabbatjahr, indem die Schulden gestrichen wurden.

Jesus hat mehrmals das Geldsystem kritisiert. Im Thomas-Evangelium findet man im Vers 95 folgende Aussage: [Jesus sprach:]

"Wenn ihr Geld habt, verleiht es nicht mit Zins,
sondern gebt dem,
von dem ihr es nicht zurückerhalten werdet.“

Auch das Gleichnis von den anvertrauten Talenten ist eine Kritik am bestehenden Geld- und Zinssystem. Dieses Gleichnis wird nur üblicherweise völlig falsch interpretiert. Da der Vatikan immer reich war, ist es kein Wunder, dass auch die Interpretation des Gleichnisses verändert wurde. Der Vatikan versucht ganz offiziell mit Finanz- und Immobilieninvestitionen möglichst hohe Renditen zu erzielen. Gerade die Vatikanbank ist wegen der mangelnden Transparenz seiner Bilanzen, sowie zahlreicher anonymer Nummernkonten, die in Verbindung mit Geldwäsche für die Mafia und Steuerhinterziehung gebracht werden, in den letzten Jahren sehr in Verruf geraten.

Die wesentlich wahrscheinlichere Interpretation des Gleichnisses von den Talenten verdanken wir unter anderem Richard Rohr, einem Franziskaner-Pater und Autor spiritueller Bücher. Von ihm stammt auch eines der bekanntesten Enneagramm Bücher. Seine Interpretation lautet folgendermaßen: Wie jeder gute Prediger stieg Jesus mit einem aktuellen politischen Ereignis ein, bei dem jeder Zuhörer wusste, worum es ging. So bezog er sich in seinem Gleichnis auf Archelaos, den Sohn des Herodes. Jeder wusste damals, dass dieser Herodes Sohn nach seiner Selbsternennung zum König einen dreijährigen Rom-Urlaub angetreten hatte und jeder wusste auch, dass ein Talent die damals größte Währungseinheit war.

Jesus lässt am Ende des Gleichnisses den König sagen. „Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde, bringt sie her und macht sie vor meinen Augen nieder!“ Das ist genau das, was aufgrund unseres Geld- und Wirtschaftssystems passiert: Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer und die Gegner des König Kapitalismus werden nicht gehört.

Der Kapitalismus ist eine Religion, in welcher der Glaube – der Kredit – an die Stelle Gottes getreten ist. Da die reine Form des Kredits das Geld ist, ist der Kapitalismus eine Religion, deren Gott das Geld ist. Die Bank, eine Maschine zur Vergabe und Verwaltung von Kredit, hat die Stelle der Kirche eingenommen. Indem sie über den Kredit verfügt, manipuliert und regelt sie den Glauben, den unsere Zeit noch in sich trägt – das knappe, unsichere Vertrauen der Gläubiger. Die kapitalistische Religion lebt von einer ständigen Verschuldung, die nicht getilgt werden kann. Gerade weil der Kapitalismus mit all seiner Kraft nicht zur Erlösung, sondern zur Schuld, nicht zur Hoffnung, sondern zur Verzweiflung strebt, zielt der Kapitalismus als Religion nicht auf die Veränderung der Welt, sondern auf ihre Zerstörung.

Wir wollen unser Geld verlässlich und sicher angelegt haben, unser Geld muss arbeiten, da wollen wir es natürlich in guten Händen wissen. Um dieses Vertrauen werben die Banken mit folgenden Sprüchen. Da wir tatsächlich glauben, Geld könnte arbeiten, glauben wir auch diese Sprüche - genau so, wie wir früher der Kirche geglaubt haben:
Wir haben uns ein völlig verrücktes Geldsystem geschaffen, unter dessen Auswirkungen wir leiden und haben dabei völlig vergessen, warum das so ist - und dass wir die Schöpfer dieses Systems sind. Wir haben uns ein Geldsystem erschaffen, das wunderbar unser egoisches Mangeldenken symbolisiert – ein Schuldgeldsystem mit Zinsen. Dieses System, und das dahinter verborgene Denksystem, ist auf Schuld und exponentielles Wachstum, das nur im Tod enden kann, ausgerichtet und so wird auch unserer Geldsystem sehr bald erschöpft unter der enormen Last der Schulden zusammenbrechen.
Das Ego ist nicht vernünftig.

Dir ist das ganze Ausmaß, in welchem die Idee der Trennung die Vernunft behindert hat, nicht klar. Vernunft liegt in dem anderen Selbst, das du von deinem Bewusstsein abgeschnitten hast. Und nichts, dem du erlaubt hast, in deinem Bewusstsein zu verweilen, ist der Vernunft fähig.
(EKIW: Kapitel 21, V. 4. 1.-3.)


Imagine no possessions
I wonder if you can
No need for greed or hunger
A brotherhood of man
Imagine all the people sharing all the world, you

You may say I'm a dreamer
But I'm not the only one
I hope some day you'll join us
And the world will be as one

(John Lennon, 1971)



© 2020 Heinrich Dornmayr   |   Datenschutz